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Scheidung: Was ist dran am Scheidungs-Gen

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Scheidung  

Liegt Scheidung in den Genen?

06.03.2012, 14:25 Uhr | ag

Scheidung: Was ist dran am Scheidungs-Gen. Bindungsunfähigkeit ist ein Stück weit genetisch bedingt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bindungsunfähigkeit ist ein Stück weit genetisch bedingt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es gibt Frauen, die haben wenig Glück in ihren Beziehungen. Sie wandern von einem Partner zum anderen. Und wenn sie glauben, endlich den Richtigen gefunden zu haben, scheitert auch diese Beziehung. Wo liegt der Fehler? Haben diese Frauen einfach nur Pech oder generell ein Problem mit Beziehungen? Schwedische Forscher am Stockholmer Karolinska Institut glauben, die Antwort gefunden zu haben. Sie entdeckten ein Gen, das die weibliche Bindungsfähigkeit beeinflusst.

Schuld ist ein Mangel an Oxytocin

Für die Studie beobachteten die Wissenschaftler über 1800 Frauen und deren Partner. Jedes Paar war mindestens fünf Jahre zusammen. Das Ergebnis: Diejenigen Frauen, die das so genannte Scheidungs-Gen in sich trugen, trennten sich wesentlich häufiger von ihren Partnern als die anderen Frauen. Sie klagten darüber, sich unglücklich in der Ehe zu fühlen und hatten Probleme, sich auf einen Partner festzulegen. Eine DNA-Analyse der Betroffenen zeigte, dass durch bestimmte Erbinformationen der Hormonhaushalt der betroffenen Frauen verändert wurde. Konkret zeigte sich das darin, dass ihr Körper das in der Hirnanhangdrüse gebildete Hormon Oxytocin nicht richtig verarbeiten konnte. Es gilt als Bindungs- oder Treuehormon und wird mit Gefühlen wie Liebe und Vertrauen in Verbindung gebracht. Frauen mit Scheidungs-Gen haben jedoch einen Oxytocin-Mangel und deshalb Probleme, sich an einen Partner zu binden.

Pille fürs Liebesglück und Ehe-Schnelltest

Auch die Männer der Frauen, die das Scheidungs-Gen in sich trugen, litten unter der Beziehungsunfähigkeit ihrer Partnerinnen. Möglicherweise könnte eine Pille fürs Liebesglück Abhilfe schaffen, über deren Entwicklung die Forscher jetzt nachdenken. Auch ein auf einer DNA-Analyse basierender Ehe-Schnelltest wäre denkbar. Auch wenn sich die Betroffenen bis dahin noch ein wenig gedulden müssen, besteht kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn neben einer hohen Oxytocin-Ausschüttung gibt noch zahlreiche andere Faktoren, die zu einer glücklichen Beziehung beitragen. An vielen Punkten kann das Paar aktiv mitarbeiten. Sich zurückzulehnen und zu sagen "an allem sind nur die Gene schuld" ist mit Sicherheit nicht die richtige Einstellung, eine Partnerschaft lebendig zu halten.

Tipps für eine lebendige Beziehung

Fragt man Paartherapeuten oder auch ältere Paare nach ihrem Rezept für eine glückliche Beziehung, lautet die einstimmige Antwort: reden, reden, reden. Das Problem: Wer tagtäglich über SMS, Mails oder in Meetings kommuniziert, vergisst nach Feierabend oftmals seinen wichtigsten Ansprechpartner - den Lebensgefährten.Dabei ist Kommunikationsmüdigkeit auf Dauer der schlimmste Liebeskiller. Nur wer sich regelmäßig über Bedürfnisse austauscht, Pläne mitteilt oder Wünsche äußerst, kann sich mit dem Partner in dieselbe Richtung bewegen. Zudem sollten beide darauf achten, dass sie Freuden und Pflichten gerecht teilen. Statistiken zeigen, dass Ehen eher gelingen, wenn beide Partner Verantwortung übernehmen und diese Lasten des Alltags gemeinsam stemmen - ob beim Abwasch, Bügeln oder der Erziehung der Kinder. Auch wenn es nach einem anstrengenden Job schwer fällt, raffen Sie sich im Dienste der Liebe auf, dann bleibt anschließend mehr Zeit für die schönen Dinge zu zweit.

Nähe genießen und Freiräume gewähren

In einer Beziehung ist es wichtig, dass beide Partner immer wieder Nähe zueinander herstellen. Gleichzeitig gilt es aber zu respektieren, wenn der andere in Ruhe gelassen werden will. Der Wunsch nach Abstand sollte in jedem Fall ernst genommen werden, sagt der Berliner Psychologe und Buchautor Wolfgang Krüger ("Freiraum für die Liebe", "Das Geheimnis der Treue"): "Wenn ich warte und meinen Partner nicht bedränge, hat er die Chance auf mich zuzukommen - wie bei einem Gummiband." Für Paare sei es deshalb wichtig, Freundschaften außerhalb der Beziehung zu pflegen. Sonst bedränge man den anderen leicht. Das Gummibandprinzip funktioniert laut Krüger aber nur mit einer Einschränkung: Die Liebe muss noch groß genug sein. Denn hängt die Beziehung buchstäblich am seidenen Faden, wäre jeder Abstand gefährlich. Dann wird manche Frau feststellen, dass sie den abwesenden Ehemann kaum vermisst - und reicht die Scheidung ein.

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