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"Make Love" beim MDR: Bemerkenswerte Einschaltquote für Sex-Doku

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Neue Aufklärungs-Doku "Make Love"  

Paare lernen sich "da unten" besser kennen

05.11.2013, 08:20 Uhr | ag

"Make Love" beim MDR: Bemerkenswerte Einschaltquote für Sex-Doku. Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning erklärt Jessica und Olli, wie es im Bett besser laufen kann.  (Quelle: SWR/MDR/gebrueder beetz filmproduktion)

Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning beim Liebescoaching mit einem jungen Paar. (Quelle: SWR/MDR/gebrueder beetz filmproduktion)

Jessica und Olli aus Böblingen haben ein Problem: Obwohl ihre Partnerschaft harmonisch ist und sich beide lieben, läuft bei ihnen seit geraumer Zeit wenig im Bett. Das junge Paar - beide Ende zwanzig - ist seit zehn Jahren zusammen und praktiziert nur noch "Quartalssex". Kein Einzelfall, weiß die Sexual- und Paartherapeutin Ann-Marlene Henning (49) aus Hamburg. Sie ist die Protagonistin der neuen fünfteiligen Aufklärungs-Doku "Make Love" des MDR und SWR, die am Sonntag Abend erstmals ausgestrahlt wurde. Mit Hilfe von Infografiken, Videos und Ratschlägen hilft die Expertin dabei frustrierten Paaren, ihr Liebesleben wieder lebendig zu gestalten.

Hemmung, über das Tabuthema Sex zu sprechen

Die Bilanz in deutschen Betten sieht traurig aus: Wie eine Studie an der Universität Göttingen ergab, sind 49 Prozent der 10.000 befragten Männer und Frauen mit ihrem Sexleben unzufrieden. Dabei wären 36 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen bereit, die sexuellen Wünsche des Partners zu erfüllen - wenn diese bekannt wären. "Genau hier liegt das Problem", sagt Henning. Die Paare reden zu wenig über Sex, wissen zu wenig von den Bedürfnissen des anderen. So geht es auch Jessica und Olli: Obwohl beide das Gefühl haben, sich in- und auswendig zu kennen, haben sie grundverschiedene Vorstellungen davon, wie guter Sex aussieht. Wie Henning in Einzelgesprächen mit beiden Partnern herausfand, kennen sie den eigenen Körper und den des anderen viel zu wenig. Zudem haben sie Hemmungen, die eigenen sexuellen Bedürfnisse dem anderen mitzuteilen.

Wortlosigkeit führt zu Missverständnissen

Bei Jessica war es vor allem die Art der Berührungen, die einen inneren Widerstand hervorrief. Sie empfand Ollis Annäherungsversuche als "zu zielorientiert" und zu sehr auf bestimmte erogene Zonen konzentriert. Das ging ihr zu schnell und erregte sie nicht. Olli hingegen gab im Gespräch mit Henning zu, gern schnell zur Sache zu kommen. Mit Jessicas Abweisungen kam er nur schlecht zurecht. Das führte bei beiden Partnern zu Missverständnissen und Frustration. Die erste Hausaufgabe, die Henning dem Paar auftrug, lautete daher: "Redet offen über eure Bedürfnisse und seid ehrlich zueinander!"

Die Klitoris ist mehr als nur eine kleine Perle

Wie Henning aus ihrer Praxis weiß, sind es vor allem Frauen, die Probleme haben, über "das da unten" zu sprechen: "Die Frauen spüren sich daher zu wenig. Sie kennen ihr eigenes Geschlecht nicht." So wissen die wenigsten beispielsweise, dass eine Klitoris ganze zehn Zentimeter lang ist. Die so genannte Perle, die außen liegt und deren Stimulation für höchste sexuelle Erregung sorgt, ist nur ein kleiner Teil von ihr. Mit Hilfe einer "Mösette" aus Stoff zeigt Henning dem Paar, wie eine Vagina aufgebaut ist und wie sich die Klitoris auch indirekt - beispielsweise durch eine Massage der Schamlippen - stimulieren lässt und sich auf diese Art eine Erregung sanft aufbauen lässt. Das lässt sich auch gut beobachten: Denn der gesamte Bereich um äußere und innere Schamlippen und Klitoris schwillt dabei an. Für viele Frauen ist diese Art des Vorspiels sehr viel angenehmer, als das direkte Berühren der Klitorisspitze. Immerhin ist diese dreimal so empfindlich wie die Eichel des Mannes.

Auch Frauen haben eine Prostata

Was vielen ebenfalls nicht bekannt ist: Auch Frauen besitzen eine Prostata. Sie befindet sich im vorderen Teil der Vaginawand. Durch sanftes Drücken des Mannes und gezielte Bewegungen des Penis kann die sexuelle Erregung während des Aktes stark gesteigert werden. Mit ein wenig Übung können auch Frauen in der Reiterposition gezielt Druck auf diese Stelle ausüben und ihre Lust steigern. Auch im hinteren Teil der weiblichen Prostata gibt es einen speziellen Lustbereich. Sie wird fälschlicherweise oft als G-Punkt bezeichnet, bezieht sich aber auf eine bestimmte Zone, die sehr druckempfindlich und für sexuelle Erregung empfindlich ist.

Beckenbodentraining, um die Lust zu steigern

Doch nicht nur genaue anatomische Kenntnisse der Geschlechtsorgane tragen dazu bei, dass Sex für beide Seiten befriedigend abläuft. Es gibt auch spezielle Trainingsmethoden, mit denen das Lustempfinden gesteigert werden kann. Hierzu gehört vor allem das Beckenbodentraining. Henning empfiehlt es sowohl Männern, als auch Frauen. Um das regelmäßige Zusammenziehen des Beckenbodenmuskels zu üben, aktiviert man den Muskel unterhalb der Blase, der auch für das Zurückhalten beim Wasserlassen zuständig ist. Paare, die über einen starken Beckenboden verfügen, können durch Kontraktionen während des Sex nicht nur die eigenen Lustgefühle steigern, sondern auch die des Partners. So empfindet auch der Mann den Druck, der dadurch auf seinen Penis ausgeübt wird, als stimulierend.

Besserer Sex nach nur wenigen Wochen

Nach nur wenigen Wochen besuchte die Sexualtherapeutin Jessica und Olli erneut und erkundigte sich, wie sich das neu erworbene Wissen und die praktischen Übungen auf das Sexualleben ausgewirkt hätten. Das Resümee der beiden war durchaus positiv: Durch die offenere Kommunikation und das Ausprobieren neuer Dinge war der Sex plötzlich sehr viel spannender für beide. Besonders Jessica war begeistert, wie durch Ollis behutsamere Art und das gezielte Stimulieren der neu entdeckten erogenen Zonen ihr Widerstand gebrochen wurde und sie endlich wieder erleben konnte: Sex kann eine echte Bereicherung machen.

Fazit: Erfrischender Aufklärungsunterricht für Erwachsene

Nach der ersten Serie von "Make Love" hat der Zuschauer das Gefühl, neue Dinge in Sachen Sex gelernt zu haben. Nachdem das neue TV-Format in den vergangenen Wochen aufgrund seiner freizügigen Darstellungen für Wirbel in der Presse sorgte, ist man insgesamt angenehm überrascht: Die neue Doku präsentiert sich alles andere als voyeuristisch, sondern holt das Thema Sex aus der Schmuddelzone heraus. Videos, Darstellungen und Animationen dienen dazu, die Dinge zu veranschaulichen, die durch bloßes Reden oftmals in der Theorie hängen bleiben. Die sympathische, natürliche Art von Ann-Marlene Henning, die Dinge beim Namen zu nennen, zeigt dem Zuschauer: Über Sex zu reden, muss nicht peinlich sein. Jeder kann es lernen und davon profitieren. Paare, die ähnlich wie Olli und Jessica unter Lustlosigkeit leiden, dürfen daher gespannt sein, was die nächste Folge bringt.

Dass die Zuschauer sich für das Thema Sexualität und Aufklärung interessieren, zeigt auch die für die späte Uhrzeit bemerkenswerte Einschaltquote. Bundesweit fesselte die erste Folge 1,02 Millionen Zuschauer. Das entspricht einem Marktanteil von 4,2 Prozent.

Am 6. November wird die erste Folge von "Make Love" noch einmal vom SWR ausgestrahlt. Die Sendezeit ist 22 Uhr.

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