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Darum sollten Sie die Einkäufe Ihres Partners kontrollieren

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Kolumne "Lust, Laster und Liebe"  

Warum Eifersucht und Einkaufen zusammenhängen

23.08.2017, 16:13 Uhr | Jennifer Buchholz, t-online.de

Darum sollten Sie die Einkäufe Ihres Partners kontrollieren. Wie äußert sich Eifersucht? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/MilanMarkovic)

Wie äußert sich Eifersucht? (Quelle: MilanMarkovic/Thinkstock by Getty-Images)

Im Job, im Bekanntenkreis oder in der Partnerschaft: Eifersucht ist allgegenwärtig. Sie ist natürlich, kann aber in Beziehungen zu einem echten Problem werden. Dabei soll der ein oder andere Blick in die Einkaufstaschen Ihres Partners bereits unnötige Dramen ersparen. Laut einer Studie können Sie Eifersucht nämlich am Outfit einer Person erkennen.

Eifersucht soll angeblich bunt sein

Eine Studie der Nanyang Technological Uni Singapur sagt, dass sich Eifersucht nicht nur durch Kontrollzwang, Stalking und Hass äußert, sondern auch anders: Eifersucht trägt bunt und ist schrill und auffällig – sei es durch Farben oder Accessoires. Sollen wir also auffällig gekleidete Menschen meiden und die Einkäufe unseres Partners kontrollieren, damit wir etwas über seinen Gemütszustand erfahren? 

Daran sollen Sie eifersüchtige Menschen erkennen können

Knallige Farben, überdimensionale Sonnenbrillen oder extrem freizügig: Den zur Eifersucht neigenden Menschen ist es – bewusst oder unbewusst – wichtig, beachtet zu werden. Dabei spielte es laut Studie auch keine Rolle, ob die Aufmerksamkeit vom direkten oder entfernten Umfeld erfolgt. Sie fragen sich jetzt, ob dieser extrovertierte Kleidungsstil nicht peinlich ist? Oh ja! Aber die Sucht nach Beachtung ist bei den Eifersüchtigen größer als die Angst vor Peinlichkeit. Also muss alles her, was auffällt, schrill, bunt und anders ist. So heben sie sich nämlich unbewusst von der vermeintlichen Konkurrenz ab.

Was viele vergessen: "Bunt" bewirkt nicht zwingend eine positive Aufmerksamkeit. Beispielsweise haben sich viele Völker – und einige tun es noch immer – vor großen Schlachten bunt angemalt und ausgefallen angezogen, um ihrem Gegenüber Angst einzujagen. Es scheint so, als würden die Eifersüchtigen mit dem auffälligen Kleidungsstil das vergessen, oder? Aber ist es wirklich so einfach: Ein Blick in den Kleiderschrank meines Partners und schon weiß ich, wie er oder sie drauf ist?

Eifersucht kommt schleichend

In Wirklichkeit ist es meist sehr schwierig, diese – meist nervige – Emotion rechtzeitig zu erkennen, denn Eifersucht kommt schleichend. Lassen im Laufe einer Beziehung die Fürsorge und Liebesbeweise nach, und widmet sich der Partner wieder mehr seinem Alltag, interpretieren einige dies als Vernachlässigung und schwindende Liebe. "Irgendwohin muss doch die ganze Energie meines Partners gehen, wenn er diese nicht in mich investiert. Da ist bestimmt eine andere Person im Spiel!" könnte einer der vielen irrationalen Gedanken sein. Anstatt diese Befürchtung direkt anzusprechen, grämen sich viele in Eifersucht – die Gefühlsregung ist peinlich und wird lieber runtergeschluckt. Der Argwohn kann allerdings so schlimm werden, dass das Kontrollieren und Nachspionieren anfängt. "Wer hat dir gerade geschrieben?“, "Warst du wirklich so lange auf der Arbeit?", "Wer ist die Frau, die dich gerade angelächelt hat?". Fragen, die wir alle zur Genüge kennen. Sobald diese ausgesprochen werden, leuchtet auch schon eine Signalleuchte auf: "Achtung, Eifersuchtsalarm! Jetzt bloß nichts Falsches antworten, sonst geht das Drama erst recht los."

Aber weshalb kleiden sich Eifersüchtige nun so auffällig?

Diese Signalleuchte erscheint also nicht nur im Kopf, sondern ist – wenn es nach der Studie geht – ganz offensichtlich am Outfit erkennbar. Sind Eifersüchtige demnach eine wandelnde Signalleuchte? Und was bringt ihnen dieses Hervorstechen?

Ich glaube, viele Frauen und Männer verwechseln Aufmerksamkeit mit Liebe – und das schon seit dem Kindesalter. Schließlich bekommen schreiende Kinder Aufmerksamkeit und man kümmert sich um sie. Stille, ruhige Kinder werden häufig weniger beachtet. Dabei hat Aufmerksamkeit nur bedingt etwas mit Liebe zu tun: Eine pöbelnde, aggressive Person bekommt beispielsweise unsere Aufmerksamkeit – aber nur aus Angst und nicht, weil wir positive Emotionen für sie hegen.

Liebe und Zuneigung äußern sich nicht immer nur durch Aufmerksamkeit, sondern viel eher durch Vertrauen, Verbundenheit, Sicherheit, Unterstützung und Freiräume.

Wieso sind wir überhaupt eifersüchtig?

Eifersucht hat also viel mit Aufmerksamkeit zu tun. Aber es gibt noch andere Erklärungen – und zwar von Forschern der Chapman Univerity: Männer sind eher eifersüchtig, wenn ihre Partnerin einen anderen abschleppt (54 Prozent). Frauen sind vor allem eifersüchtig, wenn ihr Partner mit einer anderen Zeit verbringt oder ihr Interesse schenkt (65 Prozent). Übersetzt heißt das so viel wie: Frauen ist Liebe wichtiger, Männern Sex. Und das ist laut Wissenschaftler evolutionsbedingt: Frauen wollen noch immer einen Mann an ihrer Seite, der für sie sorgt, sie unterstützt und für sie da ist. Männer hingegen sorgen sich um ihre Nachkommenschaft und wollen deren Überleben sicherstellen – eine fremde Brut im Nest soll nicht beschützt und versorgt werden. So lautet zumindest das Ergebnis einer Studie von 2015. Inwiefern die Ergebnisse wirklich auf die Realität bezogen werden können, sei dahingestellt. Schließlich gibt es zahlreiche unabhängige, alleinerziehende Mütter und glückliche Patchwork-Familien, die gegen das Ergebnis sprechen. Zudem ist die Frage, wie sehr das Verhalten von Frauen und Männern tatsächlich biologisch bedingt ist und wie sehr es gesellschaftlich geprägt ist.

Was kann man gegen Eifersucht tun?

Kann man die Eifersucht verhindern? Oder wird der Partner trotz ausreichender Aufmerksamkeit weiterhin nach Gründen für ein Drama suchen? Das ist oftmals ebenso wahrscheinlich wie der Teufelskreis, der sich daraus ergibt: Der Partner steht zunehmend unter Druck – er soll handeln, agieren, Liebe schenken. Dabei ist es schwer möglich, jemanden zu lieben und seine Bedürfnisse zu erfüllen, wenn die ganze Energie dafür aufgewendet wird, Eifersucht zu verhindern. Gerade diese Anstrengung treibt den Partner weg. Das ständige Hinterfragen und der Kontrollzwang machen den Eifersüchtigen unattraktiv und uninteressant. Auch wenn dieser versucht, das mit bunten Federn und Kostümen oder aufgesetztem und übergedrehtem Verhalten zu übertuschen.

Die Lösung ist doch ganz einfach: Gehen Sie mit Ihrem Partner einfach mal shoppen, um seine aktuelle Gefühlslage zu sondieren! Nein, mal im Ernst: Reden Sie mit Ihrem Partner. Geben Sie ihm Freiraum und versuchen Sie, seine Eigenarten zu akzeptieren. Zu viel Eifersucht – sei es in Form von Kontrollzwang, strikten Grenzen oder einem plötzliche extrovertierten, schrillen Auftreten – kann den Partner ganz schnell verscheuchen. Über eine gemeinsame Shoppingtour – nicht nur der Kontrolle wegen – würde sich der ein oder andere Partner allerdings sicherlich auch freuen. Vor allem, wenn Sie gemeinsam Dessous und Co. einkaufen.

So ein Schwachsinn?

Sie finden die Erklärung mit dem auffälligen Kleidungsstil von eifersüchtigen Menschen, die Beachtung wollen, zu absurd? Wie wäre es dann mit folgender Erklärung: Bei Frauen ist die Sinneswahrnehmung eingeschränkt, sobald sie eifersüchtig werden. Ja, auch das wurde von Wissenschaftlern aus Delaware belegt. Das schrille, teilweise peinliche Äußere kann also bei einigen Frauen auch daher rühren, dass sie gar nicht mehr genau erkennen, was sie da tragen.

Na, da war die Erklärung mit dem Wunsch nach Aufmerksamkeit doch logischer, oder?


Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe“ über Liebe, Partnerschaft und Sex. 

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