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Naturkosmetik: Wie viel Bio steckt drin?

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Naturkosmetik  

Naturkosmetik: Wie viel Bio steckt drin?

03.09.2014, 11:51 Uhr | sk (CF)

Naturkosmetik: Wie viel Bio steckt drin?. Naturkosmetik: Alles nur Greenwashing? (Quelle: imago)

Naturkosmetik: Alles nur Greenwashing? (Quelle: imago)

Wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin! Das gilt zumindest für Lebensmittel. Doch was ist mit Naturkosmetik? Halten die Inhaltsstoffe das, was der Name verspricht? Nicht immer. Verbraucherschützer sind alarmiert, denn oft enthalten angeblich natürliche Cremes genauso viel Chemie wie konventionelle Produkte.

Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff

Nach der Lebensmittelbranche setzt nun auch die Kosmetikbranche auf die "grüne Welle". Mit Naturkosmetik wurden im Jahr 2011 rund 800 Millionen Euro umgesetzt, so das ARD-Magazin "Plusminus". Viele Hersteller nutzen hierbei die Unwissenheit der Verbraucher aus. "Während die Bio-Kennzeichnung bei Lebensmitteln gesetzlich klar definiert ist, stoßen Verbraucher bei Kosmetika auf einen Wirrwarr aus Labeln und Begriffen", bemängelt die Verbraucherzentrale Hamburg. Der Begriff "Naturkosmetik" ist nicht geschützt und sagt entsprechend wenig über die Inhaltsstoffe beispielsweise einer Creme aus.

Krebserregende Substanzen auch in Naturkosmetik

Viele Verpackungen suggerieren Ihnen als Kunde durch die gezielte Abbildungen von Früchten oder Pflanzen, dass es sich hierbei um Kosmetik mit ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen handelt. Dieses Phänomen bezeichnen Experten als "Greenwashing", wie Plusminus berichtet: Mit erfundenen Siegeln und Bezeichnungen wie "dermatologisch getestet", „natürlich“ und „öko“ wollen sich Hersteller ein Bio-Image verpassen und den Produkten einen grünen Touch verleihen. Dabei enthalten viele der vermeintlich natürlichen Kosmetikprodukte so genannte Parabene, die als Konservierungsmittel eingesetzt werden. Gegenüber Plusminus äußert sich Dermatologe Jörg Keller besorgt: "Einige Parabene stehen in Verdacht, Krebs auszulösen und zudem auf den Hormonhaushalt einzuwirken. Außerdem könnten sie Allergien hervorrufen."

Wie Sie den Etikettenschwindel durchschauen

Wenn Sie sich gegen den Etikettenschwindel der Hersteller rüsten wollen, sollte Sie sich darüber im Klaren sein, was die Bezeichnungen auf den Verpackungen tatsächlich bedeuten. Die Angabe "mit Rosenöl" sagt laut Bild beispielsweise nichts darüber aus, wie viel davon tatsächlich im Produkt enthalten ist – und schon gar nicht, dass es sich um ein Bioprodukt handelt. Das gilt natürlich auch für andere Inhaltsstoffe, da diese genauso gut synthetisch hergestellt sein könnten.

"Papp ein Label drauf, und das Produkt verkauft sich gut." Das sei die Masche vieler Kosmetikhersteller, meint Jürgen Stellflug von Stiftung Öko-Test gegenüber Plusminus. Wenn ein Produkt "dermatologisch getestet" sei, wüssten die Verbraucher noch immer nicht, wie es bei dem Test abgeschnitten habe. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich laut der Verbraucherzentrale Hamburg derzeit nur auf die Siegel "BDIH", "ECOCERT", "OSMOS-Standard" und "NaTrue" verlassen. So gekennzeichnete Produkte enthalten zumindest keine Inhaltsstoffe wie Mineralöle, synthetische Duft- oder Farbstoffe, Silikone oder umstrittene Konservierungsstoffe.

Einheitliches Bio-Gütesiegel könnte Klarheit schaffen

Verbraucherschützer fordern ein einheitliches staatliches Label, um dem Durcheinander endlich ein Ende zu bereiten. Momentan sind Kunden sogenannter Naturkosmetik noch auf ihre eigene Recherche angewiesen, wenn sie wissen möchten, was die Labels auf dem Produkt eigentlich bedeuten.

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