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Königliche Uhren-Komplikation

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Tourbillon - Die königliche Komplikation

15.07.2014, 08:39 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Königliche Uhren-Komplikation. Breguet zeigt knapp zwei Dutzend Tourbillon-Uhren in Frankfurt (Quelle: Hersteller)

Breguet zeigt knapp zwei Dutzend Tourbillon-Uhren in Frankfurt (Quelle: Hersteller)

Uhrmacher-Schätze in Frankfurt: Bis 28. August lockt eine kleine Tourbillon-Ausstellung der Manufaktur Breguet die Freunde von Premium-Uhren an den Main. Der Tourbillon gilt als die hochwertigste Komplikation – solche Uhren kosten so viel wie eine Luxus-Villa. Grund genug für wanted.de, die Geschichte dieser Feinmechanik zu beleuchten.

Foto-Serie mit 14 Bildern

Breguet erlaubt mit einer Ausstellung beim Juwelier Bucherer Blicke hinter die Kulissen des Handwerks. Zu sehen ist beispielsweise die Berguet Classique Grande Complication mit drehendem Doppel-Tourbillon in Platin, deren Preis soll bei rund 400.000 Euro liegen. Das teuerste Stück ist das gleiche Modell mit 107 Baguette-Diamanten in 30,30 Karat. Dafür müssen Sie rund 750.000 Euro zurücklegen - die genauen Preise nennt Breguet auf Anfrage.

Ein Meister bei der Arbeit

In der Ausstellung in der Frankfurter Kaiserstraße steht bestimmt auch das eine oder andere Stück zum Verkauf. Und was sonst nur ausgesuchten Gästen auf der Baselworld gestattet ist, können die Freunde feiner Uhrmacherkunst am Frankfurter Roßmarkt aus nächster Nähe bewundern: Am Tag der Offenen Tür zeigt ein Uhrmachermeister am 19. Juli, wie der kleine, schwingende Käfig namens Tourbillon funktioniert.

Die Manufaktur Breguet wurde im Jahr 1775 gegründet und hat den Tourbillon erfunden. Genauer gesagt wurde das Patent im Jahr 1801 an den Namensgeber der Marke, den Uhrmacher Abraham-Louis Breguet erteilt – er hatte sechs Jahre Denkarbeit in das neue Bauteil gesteckt.

Breguet musste Perfektion bauen, denn der Schweizer belieferte den französischen Hof: 1783 erhielt er den Auftrag zu einer Uhr für Königin Marie Antoinette. Für den russischen Zar Nikolaus, den Herzog von Orleans, den König von England und für Napoleon Bonaparte stellte er Uhren her. 1810 baute er für die Königin von Neapel Caroline Bonaparte die erste Armbanduhr der Welt. Breguet ist einer von nur drei Ausländern, die auf der Liste der 72 Namen auf dem Eiffelturm verewigt sind.

Nicht nur im Adel, auch in der Wirtschaft waren genaue Uhren gefragt: Damals setzte die Industrielle Revolution ein, in den neu entstehenden Fabriken lief die Fertigung im Akkord. Da Uhren in der Westentasche ruhten, bremste die Schwerkraft die Mechanik ab. Nun wirkt der Tourbillon entgegen, übersetzt aus dem Französischen heißt das Wirbelwind. >>

Angesichts der schnellen Schwingungen ist das ein passender Name. Das Bauteil funktioniert vereinfacht ausgedrückt so: Ankerrad, Anker und Unruh werden auf einer kleinen Platte in einem Drehgestell befestigt. Das Gestell wiederum sitzt auf der Welle des Sekundenrades in einem Käfig. Genau wie das Sekundenrad dreht sich nun auch das Drehgestell um sich selbst, was der Gravitation entgegenwirkt.

Die Erfindung von Monsieur Breguet ergab damals wegen der Lagerung der Taschenuhr im Jackett durchaus Sinn. Das Werk einer Armbanduhr, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts modern wurde, kann wegen der Bewegung des Armes jedoch de facto nicht stabilisiert werden. Bei ihr wird dank moderner Technik und hochwertiger Verarbeitung aber sowieso eine hohe Ganggenauigkeit erreicht. Insofern ist ein Tourbillon heute eine unnötige technische Spielerei – dennoch dient er als sichtbare Visitenkarte höchster Uhrmacherkunst, zudem begeistert er durch den Blick ins Innere die Uhren-Fans.

Breguet gehört heute zur Swatch Group und bezeichnet den Tourbillon als die Krönung aller Komplikationen. Die Branche sieht dies ähnlich und feilt an immer neuen Entwicklungen in der Königsklasse: In den 1920er Jahren erfand Alfred Helwig, Fachlehrer an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte, das "Fliegende Tourbillon", das nur einseitig aufgehängt ist. Jaeger-LeCoultre entwickelte das Gyro-Tourbillon: Hier dreht eine komplexe Mechanik die Unruh laufend um drei Achsen. Der Gewinn an Ganggenauigkeit ist jedoch kaum messbar.

Wettlauf in der Königsklasse

Thomas Prescher entwickelte 2003 das Modell "Doppel-Achs-Tourbillon" in einer Taschenuhr und 2004 in einer Armbanduhr. De facto erhält das Uhrwerk damit stets eine gleichmäßige Kraft. 2004 brachte Thomas Prescher Haute Horlogerie ein "Triple-Achs-Tourbillon" in einer Armbanduhr heraus. Die Besonderheit hierbei ist, dass sich das Tourbillon um drei Achsen dreht.

Greubel Forsey aus der Schweiz entwickelte ebenfalls 2004 das mit einem Doppel-Tourbillon ausgestattete Modell "Double Tourbillon 30°". Verbaut wurde ein kleinerer, um 30 Grad abgewinkelter Tourbillon in einem größeren Tourbillon-Drehgestell. Die Idee dahinter: Durch das Zusammenspiel der beiden schief zueinander geneigten Käfige werden die von der Erdanziehungskraft verursachten Gangabweichungen in allen Positionen aufgehoben.

Eine Million Dollar am Handgelenk

Seit 2008 produziert Greubel Forsey einen der Spitzenreiter an verspielter technischer Raffinesse: Das "Quadruple Tourbillon à différentiel" verfügt über zwei Doppel-Tourbillons vereint in einem Gehäuse. Zum Einsatz kommt bei dieser Uhr ein sphärisches Differential, das die vier Tourbillon-Gestelle miteinander verbindet. Das sorgt hierbei wie bei einem Auto für eine gleichmäßige Kraftübertragung. Die Entwicklung des Uhrwerkes dauerte fünf Jahre, es enthält 531 individuell und nur für diese Uhr gefertigte Einzelteile. Alleine Politur und Dekoration des Werkes verschlangen 500 Stunden Arbeit. Pro Jahr können nur sechs dieser Meisterwerke hergestellt werden. Die Uhr kostet rund eine Million Dollar. Fazit: Der technischen Raffinesse sind in der Haut Horlogerie – also in der hohen Uhrmacherkunst – keine Grenzen gesetzt. Die Komplikation ist ein Statussymbol innerhalb des Statussymbols. Und ein Meister wie Beat Haldimann baut Uhren, bei denen kein Zeiger den Blick auf das Wunderwerk verstellt - auf dem leeren Zifferblatt wird nur der Tourbillon bewundert.

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