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Bergsteiger-Legende Reinhold Messner wird 70

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Extrem-Abenteurer  

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner wird 70

17.09.2014, 14:02 Uhr | srt/dpa/afp

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner wird 70. Bergsteiger Reinhold Messner wird 70. (Quelle: dpa)

Bergsteiger Reinhold Messner wird 70. (Quelle: dpa)

Ein Mann, der begeistern kann. Reinhold Messner hat Rekorde gebrochen wie kein anderer. Er hat ruhelos neue Grenzerfahrungen gesucht und seine Positionen stets kompromisslos vertreten. Nun wurde die Bergsteiger-Legende 70 Jahre alt. Feiern will der Radikalabenteurer an einem anderen Tag: Mit hunderten Gästen und Biwak auf der Alm.

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Viele 70-Jährige feiern ihren runden Geburtstag gediegen in einer Gastwirtschaft. Reinhold Messner hingegen will seinen Festtag im Schlafsack in den Bergen begehen. Mit Freunden zusammen will er ein Biwak aufschlagen und den freien Blick auf die Sterne genießen. Der bis heute unerreichte Bergsteigerkönig fühlt sich auch im zunehmend gesetzten Alter noch auf den Bergen am Wohlsten.

Der Extrem-Mensch: 14 Achttausender

Feiern darf der am 17. September 1944 geborene Messner vor allem, dass er überhaupt noch lebt. Der "Bild"-Zeitung teilte er kürzlich mit, wie riskant er sein Leben gestaltet hat.

Von seinen Kletterpartnern lebe nicht mal mehr die Hälfte, "sechs, sieben Leute, mit denen ich die großen Abenteuer angepackt habe", habe er durch tödliche Unfälle verloren. Er lebte stets nach der Devise: Den Tod herausfordern, um im zu widerstehen.

"Die Formel 1 ist nichts dagegen"

Immer am Limit - und manchmal darüber hinaus. Der kurz vor Kriegsende in Brixon (Südtirol) als zweites von neun Kindern geborene Reinhold Messner stand bereits als Fünfjähriger auf seinem ersten Dreitausender. Gut 35 Jahre später hatte er als erster Mensch alle 14 Achttausender der Welt ohne Sauerstoffmaske bezwungen. Dieses bergsteigerische Meisterwerk gelang ihm von 1970 bis 1986. Im Jahr 1978 schaffte er mit Peter Habeler erstmals den Mount Everest ohne Sauerstoff und später im Alleingang.

Messner hat Alpingeschichte geschrieben. Fans bewundern seinen eisernen Willen, seinen grenzgängerischen Wagemut und seine grandiosen Leistungen. Das Wort "Extrem" kennzeichnet sein Leben. Er steht gleich einem Solitär jenseits aller anderen Bergsteiger und Abenteurer.

Von den weltweit fünfzig Spitzen-Bergsteigern seiner besten Zeit leben vielleicht noch zehn. "Das ist hart, die Formel 1 ist nichts dagegen", so Messner. Dass er alle Gefahren heil überstanden hat, führt den Radikalabenteurer auf seine eigene Angst zurück. "Ohne Angst würde ich nicht mehr leben. Angst ist ja die andere Hälfte des Mutes, Angst und Mut sind ein unteilbares Ganzes", sagte Messner der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Er schrieb Bücher, schulte Manager, schuf ein Museumsprojekt. Seinen "15. Achttausender" nannte er das "Messner Mountain Museum". An fünf Orten befasst er sich mit Bergvölkern und Bergsteigen, dem Verhältnis Mensch-Berg, wie er sagt. Das sechste Museum auf 2275 Metern am Kronplatz ist fast fertig; es soll demnächst eröffnet werden. Seit Jahren liebäugelt er zudem mit einem Film. Er verfolgt das Ziel "den Berg als Hauptdarsteller auf die Leinwand" zu bannen. >>

Messner, der Grenzgänger

Ein neues Buch gibt es auch: Mit 70 Begriffen stellt Messner sich und sein Leben dar. "Über Leben" ist der Titel für mehr als 300 Seiten, mit denen er sich selbst zum Geburtstag gratuliert. "Wir trafen uns zu den Mahlzeiten in der Wohnküche, so wie sich Steinzeitclans an Lagerfeuerplätzen trafen", schreibt er über seine Kindheit im Villnößtal und zitiert traditionelle Gesellschaften, in denen Kinder sich noch frei entwickeln können, genauso wie er und seine acht Geschwister. Es folgen Szenen von Extremtouren: Eis, Steinschlag, Sturm, Bedrohung, klare Grenzsituationen. Messner nennt sich selbst Grenzgänger. Zwischen Erinnerung und Betrachtungen über das Leben philosophiert er über die "Menschennatur", die "zuallererst zum Überleben" verpflichte und folgert schließlich: "Das Überlebthaben ist also die Basis für mein 'Über Leben'." Auch das: "Sogar die Entdeckung, dass die Welt dieselbe wäre, hätte es mich nie gegeben, ist keine Zumutung mehr." Sein erster großer Kletterpartner wurde sein zwei Jahre jüngerer Bruder Günther, zu dem er ein besonderes Verhältnis hatte. Dieser steht auch für Reinhold Messners großes Lebensdrama.

1970 gelang den Brüdern die Erstbesteigung der Südwand des Nanga Parbat, die größte Steilwand der Welt. Doch beim Abstieg stürzte sein Bruder ab und starb.

Der Verlust prägte Messners Leben. "Die Nanga-Parbat-Tragödie bleibt wie ein Riss in meinem Leben", schreibt er. Rechtsstreitigkeiten hatte er sowohl mit dem Expeditionsleiter Karl-Maria Herrligkoffer, dem er unterlassene Hilfeleistung vorwarf, als auch Jahrzehnte später mit den Ex-Kameraden. Prozesse brachten keinen wirklichen Frieden. Messner sagt bis heute: "Es ist und bleibt eine Rufmordgeschichte."

Größte Leistung, größte Niederlage

Messner suchte jahrelang nach der Leiche Günthers und fand sie 2005. Doch seine damaligen Gefährten zweifeln seine Darstellung des Dramas bis heute an. Messner selbst sagt inzwischen, "es war die größte bergsteigerische Leistung meines Lebens und gleichzeitig meine größte Niederlage." An seinem Streben nach immer neuen Höhen änderte die Tragödie aber nichts.

Bergsteiger, Abenteurer, Bergbauer. Der vielseitige Abenteurer lebt mit Frau und Kindern auf Schloss Juval im Südtiroler Vinschgau und bewirtschaftet Bergbauernhöfe zur Selbstversorgung. In Sulden am Ortler züchtet er Yaks. Für die Grünen saß er fünf Jahre im Europaparlament. Seine Stiftung unterstützt Bergvölker. Außerdem hat er sich als Yetiforscher betätigt.

Die Südpol-Expedition

Nach den kaum zu übertreffenden Erfolgen im Höhenbergsteigen suchte er neue Ziele. Vor 25 Jahren durchquerte als erster Mensch zusammen mit dem Polarforscher Arved Fuchs zu Fuß die Antarktis. In nur 92 Tagen bewältigten die beiden Abenteurer die 2800 Kilometer lange Laufstrecke. Neben der erfolgreichen Südpol-Expedition durchwanderte Messner außerdem Grönland und die Wüste Gobi.

Messner hat altersbedingt zwar die großen Abenteuer für beendet erklärt, doch mit seinem 18-jährigen Sohn Gesar Simon geht er auf kleinere Expeditionen.

Die Suche nach dem Yeti geht weiter

Sofern Messners letztes geplanter Coup gelingt, bleiben wahrscheinlich auch langfristig die Museen ein Erfolg. Die Bergsteiger-Legende will sich nächstes Jahr noch einmal auf die Suche nach dem Yeti machen. Inzwischen sieht er sich durch britische Genetiker bestätigt, die meinen, das Legendenwesen sei eine Kreuzung aus einem Eis- und einem Braunbären. Fehlt nur noch eine überzeugende Filmaufnahme. Messner dürfte alles dafür tun, damit er sein Lebenswerk abrunden kann.

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