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So überleben Sie auf einer einsamen Insel

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Survival-Guide  

How to: Überleben auf einer einsamen Insel

22.04.2016, 13:59 Uhr | Uwe Kauss, wanted.de

So überleben Sie auf einer einsamen Insel. Gestrandet auf einer einsamen Insel. Ein Survival-Experte gibt wertvolle Tipps zum Überleben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gestrandet auf einer einsamen Insel. Ein Survival-Experte gibt wertvolle Tipps zum Überleben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Strand. Endlich. Überlebt. Das Boot: Irgendwo da draußen gesunken. Und jetzt? Wer auf einer einsamen Insel überleben will, braucht Nerven, Ruhe, einen guten Plan und Glück. Ein bekannter Survival-Guide weiß, was jetzt zu tun ist und erklärt es für die "Heldenschmiede" von WANTED.DE.

Wer seinen Urlaub auf der Motoryacht, dem Segler, mit Jetski oder auf einem größeren Schiff unterwegs ist, kennt das Risiko: Die See kann lebensgefährlich sein. Mit zu viel Speed in die viel zu hohe Welle gebrettert, den Felsen auf der Seekarte übersehen, beim Bergen des Segels über Bord gegangen – nun gilt nur noch eins: Irgendwie am Leben bleiben und die Insel erreichen, die man vorhin entspannt mit der Yacht umkurvt hat. Naturschutzgebiet. Weit weg vom Hafen. 

Erste Regel: Ruhe bewahren

"Jetzt folgt das böse Erwachen. Ängste und Panik bestimmen die Gedanken. Denn wir sind aus der Komfortzone der Zivilisation. Wir kennen uns nicht mehr aus in der Natur", weiß der Survival-Trainer Lars Konarek aus Freiburg (www.larskonarek.de). Der Extremsportler lebt über 100 Tage im Jahr draußen. Er hat 2010 im Winter in zehn Tagen ohne Nahrung, Zelt, Feuer und Wasser eine Strecke von etwa 330 Kilometern durch die Wildnis zurückgelegt. Seine Überlebensprojekte waren bereits im TV zu verfolgen. Sei man körperlich ok, sei die erste Regel: Ruhe bewahren. "Das klingt banal, ist es aber nicht. Nur das zählt jetzt."

Die "S-T-O-P-Methode" ist entscheidend

Er vermittelt den Teilnehmern seiner Survival-Workshops die "S-T-O-P-Methode", um sich zu sammeln und zu orientieren. S steht für "Sit", also Hinsetzen: "Man lässt erst mal die Situation auf sich wirken", erklärt Lars Konarek. Was ist eben passiert? Warum bin ich hier? Wie geht es mir? Schritt zwei sei das T. Es steht für "Think" - Nachdenken. "Was ist als erstes zu tun? Kann ich gerettet werden? Wie spät ist es? Wird mich jemand suchen?" Nun folgt das "O". "Observe" bedeutet Beobachten. "Machen Sie sich ein Bild von der Insel, erklimmen Sie einen Hügel, erkunden Sie den Strand und die Umgebung", empfiehlt der Survival-Experte. "Wie groß ist die Insel? Entdecken Sie einen Bach? Welches Werkzeug ist Ihnen geblieben? Gibt es angeschwemmte Zivilisationsreste, die Sie nutzen könnten?"

Unbedingt die Kleidung trocknen

Der letzte Schritt ist das "P". Es steht für "plan" - eine Entscheidung treffen. "Damit haben Sie eine Menge Eindrücke gesammelt, die ihre ersten Überlebensschritte einleiten. Das Allerwichtigste ist nun, die Kleidung zu trocknen. Denn sie ist überlebenswichtig“, betont Konarek. Nasse Kleidungsstücke isolieren die Kälte 25-mal schlechter als trockene, fügt er hinzu. Am besten: Ausziehen, auswringen, im Wind trocknen lassen – dabei aber möglichst im Windschatten eines Baums oder eines Felsens bleiben. "Man kann auch bei 15 Grad lebensbedrohlich unterkühlen", warnt er.

Wasserquellen finden

Die zweite Priorität sei die Suche nach Wasser. "Ein paar Tage ohne Nahrung übersteht man. Aber spätestens nach etwa drei Tagen ohne Wasser ist man dem Tod nahe", weiß Konarek. Der Organismus benötigt zum nackten Überleben etwas mehr als einen halben Liter Wasser pro Tag. "Damit dürfen Sie sich aber nicht viel bewegen. Diese Menge hält uns nur am Leben. Dauerhaft schädigt das die Organe", betont er. Je nach Luftfeuchtigkeit benötige man mindestens einen bis 1,5 Liter pro Tag. Also Wasserquellen finden. Salzwasser ist lebensgefährlich, wir brauchen Süßwasser. Findet sich kein Bachlauf, sei es wichtig, auf die Pflanzen zu achten: "Oberflächengewächse zeigen, wo wir es finden können. Binsengewächse etwa benötigen Staunässe, Schilf braucht Oberflächenwasser", erklärt er.

Natürlicher Wasserfilter rettet Leben

Doch Vorsicht, warnt Suvival-Experte Konarek: "Dieses Wasser kann Bakterien enthalten, und die bedrohen das Leben. Protozoen etwa erzeugen Brechdurchfall. Der Mineralstoffhaushalt kollabiert. Das war's dann", beschreibt er die Gefahr. Sein Tipp: Einen zwei bis drei Zentimeter dicken, frisch gebrochenen Ast eines Fichtengewächses – einer Tanne, einer Föhre oder einer Kiefer – als Wasserfilter verwenden. "Das dauert lang, aber es erzeugt sauberes Wasser." Aus Zivilisationsresten aus Kunststoff oder aus großen Blättern baut man sich einen Trichter, indem man das etwa zwei Daumen dicke Aststück damit so umwickelt, dass an der Bruchstelle eine weite Öffnung entsteht. Mit Gras oder sehr dünnen Ästen wird sie fixiert. Wasser rein und in einen Behälter, etwa ein Blatt, tropfen lassen. "Alle anderen Techniken, die man im Netz so findet, taugen nach meiner Erfahrung nicht", betont Konarek. Sei man auf einer Insel auf der Südhalbkugel und habe eine PET-Flasche zur Verfügung, sei die Wasserversorgung einfach: Die Flasche mit brackigem Wasser füllen, das man grob mit dem T-Shirt vorgefiltert hat, und am Strand in die direkte Sonne legen. "Die UV-Strahlung ist dort so stark, dass die Bakterien darin nach 24 Stunden abgestorben sind."

Kälteschutz mit Gras

Nun muss man die Nächte überleben. Am wirkungsvollsten sei, Laub und Gras dick in das in die Hose gezogene T-Shirt, in die Hose und die Strümpfe zu stopfen. "Man sieht aus wie ein Michelin-Männchen, aber es isoliert hervorragend." Sei die Nacht kalt, helfe ein hoher und gegen Wind gesicherter Laubhügel, in den man hinein kriecht. Das regelmäßig empfohlene Feuermachen scheitere aber meist, weiß er aus Erfahrung. "Die Techniken, Feuer ohne Feuerzeug zu entzünden, sind nur schwer zu beherrschen. Auch mir passiert es immer mal, dass das Feuermachen nicht funktioniert", räumt Konarek ein.

Geregelter Tagesablauf wichtig

Lassen sich Fische oder kleine Tiere fangen, kann man versuchen, sie roh zu verzehren. Ansonsten ist sein Tipp: Auf Nahrung verzichten, um sich nicht zu vergiften. "Es ist schwer, in unbekanntem Terrain essbare Früchte und Pflanzen zu finden, denn diese Arten kennen nur wenige." Es sei nun viel wichtiger, sich zu beschäftigen, um nicht aus dem mentalen Gleichgewicht zu geraten. Die Gefahr: "Man schläft nachts kaum, hat Angst und Hunger. Nach einigen Tagen setzt Gleichgültigkeit ein, die bis zur Selbstaufgabe führen kann. Das darf nicht passieren. Man braucht Ablenkung, einen Tagesablauf. Zwischendrin einzuschlafen ist ok, aber niemals den ganzen Tag", warnt er. So könne man die Buchstaben eines riesigen SOS meterlang am Strand oder in eine Wiese eingraben, um Flugzeuge aufmerksam zu machen. SOS-Signale lassen sich auch mit einem Spiegelrest oder einer mit Steinen angeschliffenen Konservendose in Richtung Küste abgeben. Bis die Retter kommen. Lars Konarek betont: "Der wichtigste Faktor zum Überleben ist: Glück."

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