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Geburt im Taxi: So leisten Sie Hilfe

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Keine Panik auf dem Rücksitz  

Keine Panik auf dem Rücksitz

23.08.2016, 14:54 Uhr | Uwe Kauss

Geburt im Taxi: So leisten Sie Hilfe. Schlechte Nachrichten: Das Taxi schafft es nicht rechtzeitig in die Geburtsklinik. Und nun? (Quelle: imago/Westend 61)

Schlechte Nachrichten: Das Taxi schafft es nicht rechtzeitig in die Geburtsklinik. Und nun? (Quelle: Westend 61/imago)

"Schatz, es geht los!" Das Programm läuft: Taxi anrufen, nach der gepackten Tasche greifen, die schwangere Frau küssen, Schuhe an- und Jacken überziehen, die Geldbörse einstecken und ab in die Klinik. Doch auf der Autobahn steckt das Taxi im Stau. Vollsperrung. Und jetzt? Der Alptraum schlechthin für jeden werdenden Vater. Ein Profi erklärt in der Heldenschmiede, was Männer jetzt wissen müssen.

Alles steht. Das Taxi auch. Sie stöhnt und schnauft. "Jetzt ist es soweit." Die nächste Ausfahrt ist die zur Klinik – und noch fünf Kilometer entfernt. Die Ehefrau liegt auf der Rückbank und bekommt ein Baby. Nicht im Geburtszimmer der Klinik mit Ärzten und Schwestern. Sondern im Taxi.

Und jetzt?

"Fragen Sie den Taxifahrer, wo er sich ganz genau befindet. Ein Ortsschild, eine Ausfahrt, die Angabe der Autobahnkilometer, in der Stadt der Straßenname samt Hausnummer. Dann das Smartphone nehmen, den Notruf 112 wählen, der Leitstelle kurz die Situation schildern und den präzisen Standort mitteilen", rät der renommierte Geburtsmediziner Professor Wolfgang Henrich, Leiter der Klinik für Geburtsmedizin an der Berliner Charité. Normalerweise sei der Notarztwagen in zehn Minuten vor Ort und könne medizinische Hilfe leisten. 

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Erster Schritt: Ruhe bewahren!

Doch wenn hunderte Autos ihm im Stau erst die Rettungsgasse frei räumen müssen, kann das auch länger dauern. Daher Ruhe bewahren – so schwer es auch fällt, mahnt Henrich. Der Notarztwagen kommt – die Frage ist nur, wie lange das dauert. Doch Henrich bleibt dabei entspannt: "Durch eine ungeplant außerklinische Geburt wird normalerweise kaum ein Kind geschädigt. Beruhigen Sie ihre Partnerin, vermitteln Sie ihr, dass alles okay ist und dass alles gut wird. Nur keine Panik, das ist überhaupt nicht nötig", fügt der erfahrene Mediziner hinzu.

Der Verbandskasten kann nützlich sein

Jetzt den Taxifahrer bitten, seinen Verbandskasten zu holen. Darin befinden sich Tücher und Mullbinden, die nachher vielleicht nützlich sein können. Eine warme, saubere Decke unter der werdenden Mutter ist ebenfalls eine gute Idee. 

Vorsicht vor unkontrollierter Geburt

Die Presswehen setzen ein. Sie schnauft und stöhnt. Was jetzt, verdammt? Nein, nicht das Smartphone einschalten und filmen, wie es auf einigen Youtube-Videos zu sehen ist. "Die größte Gefahr dabei ist die unkontrollierte Geburt, bei der das Baby herabfallen könnte und sich verletzt", warnt der Geburtsmediziner. Das ist jetzt Männersache. Also ganz vorsichtig sein. "Das Baby wird, wenn es kommt, umsichtig und sachte über den Damm geführt. Aufpassen, dass es nicht herausschießt. Keine Hektik, die Geburt zulassen." 

Die Nabelschnur dran lassen

Ist das Kind da, wird es der Mutter auf den Oberkörper gelegt. Doch Vorsicht: Die Nabelschnur bleibt dran, bis der Notarzt kommt. "Wird sie unprofessionell durchtrennt, kann im schlimmsten Fall das Kind verbluten", warnt Wolfgang Henrich.

Wenn die Blutung nicht stoppt

Mutter und Kind könnten mit der Nabelschnur aber eine ganze Zeit gefahrlos auf der Taxi-Rückbank liegen bleiben, bis der Notarzt eintrifft. Allerdings könne es "während der Plazenta-Periode nach der Geburt immer mal zu Blutungen und ein paar kleineren Komplikationen kommen, aber das lässt sich im Normalfall nach der Ankunft in der Klinik sehr schnell regeln", beruhigt Henrich. "Wenn das geschieht oder die Partnerin sich eine größere Geburtsverletzung zugezogen hat, kann sie durchaus relevant bluten. Wickeln Sie aus Mullbinden einen Tampon und stoppen sie damit den Blutfluss. Auch dabei gilt: Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen."

Hat der Notarztwagen mit Blaulicht endlich die vielen Staukilometer durch die Rettungsgasse passiert, ist das Schlimmste geschafft. Der Notarzt durchtrennt die Nabelschnur. Mutter und Baby werden untersucht, versorgt und samt Vater mit Blaulicht in die Klinik gebracht.

Taxi-Geburten sind oft komplikationslos

"In solchen Situationen sind eher selten Frühgeburten betroffen. Das sind meist reife Kinder, sie sind groß und kräftig genug, dass sie den natürlichen Weg im Regelfall sehr gut überstehen", erzählt der Klinikleiter. Er kann sich nicht daran erinnern, dass ein in dieser Situation geborenes Kind geschädigt worden wäre oder ein Geburtsstillstand eingetreten sei.

"Von solch einem Ereignis bekommen wir immer mal wieder Kenntnis. Wir erfahren davon, wenn die Frau mit dem Baby im Arm in die Geburtsklinik kommt und beispielsweise die Plazenta noch nicht geboren ist oder Geburtsverletzungen versorgt werden müssen", sagt Henrich.

Taxi-Geburten passieren in der Großstadt eher selten, denn der Notarztwagen ist meist in wenigen Minuten da. Doch draußen auf dem Land sind die Distanzen deutlich größer: Die Klinik ist oft viele Kilometer entfernt, der Notarztwagen auch.  

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