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Camping: Tipps und Tricks für die Outdoorküche

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Campingküche: So wird das Kochen zum Outdoor-Erlebnis

02.05.2013, 16:08 Uhr | Lea Sibbel, dpa-tmn

Camping: Tipps und Tricks für die Outdoorküche. Campingküche: Kochen im Schlafsack. (Quelle: dpa/Jutta Schneider)

Die "Kochkiste": Im Schlafsack garen die Nudeln und die Feuerstelle kann anderweitig genutzt werden. (Quelle: Jutta Schneider/dpa)

Beim Camping muss man auf die eine oder andere Annehmlichkeit verzichten. Das sollte aber nicht für das Essen gelten! Mit ein paar Tipps und Tricks sowie einfachen Rezepten bereichern Sie die klassische Camping-Küche, die sich viel zu oft auf das Kochen von Dosenravioli und Spaghetti mit Tomatensauce beschränkt. Außerdem gibt auch die Natur vieles her, das im Outdoor-Kochtopf für ungewöhnliche Genüsse sorgt. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Tipps und Tricks für die Outdoorküche.

Beim Camping bloß keinen Einheitsbrei im Kochtopf

Camping-Essen kann schnell langweilig werden. Den fünften Tag in Folge Spaghetti zum Mittag und Ravioli zum Abendessen - für Genießer ist das nichts. Dabei können sie sich die Natur um sie herum zunutze machen und schauen, "was man an frischen Zutaten findet", sagte Katharina Bodenstein dem dpa-Themendienst. Die Biologin hat über die Urlaubsküche ein Buch geschrieben. Statt Einheitsbrei im Kochtopf gibt es bei ihr Kochen als Outdoor-Erlebnis.

Damit das Kochen nicht zu viel Urlaubszeit kostet, sollten die Grundlagen der Gerichte schnell gar sein: Bei den Nudeln gilt das für Cappellini und Engelshaarnudeln. Basmati ist schneller fertig als Risotto-Reis, und Couscous sowie Bulgur schlagen beide. Gemüse gart schneller, wenn Camper es klein schneiden, so Bodenstein. Das gilt besonders für Kartoffeln.

Kochkiste: Garen im Schlafsack

Wer einige Outdoor-Tricks beherrscht, braucht nicht mehr als eine Kochstelle - und so weniger Reisegepäck. Der erste Trick nennt sich Kochkiste. "Sie ist für die Grund-Kohlenhydrate", erklärte Bodenstein, also Nudeln, Reis, Kartoffeln. Für die Kochkiste erhitzen die Camper Wasser auf der Kochstelle, bis es siedet. Mitsamt der Zutat kommt der Kochtopf dann in den Schlafsack. Damit der heiße Topf den Schlafsack nicht beschädigt, sollte er auf einem Holzbrett stehen und mit einem Handtuch ummantelt werden. So garen Nudeln, Reis und Gemüse fertig, ohne die Kochstelle zu blockieren. Die Garzeit verlängert sich dadurch um rund zehn Minuten.

Erdofen und Koch auf dem Lagerfeuer

Zum Garen von Fleisch bietet sich der Erdofen an. Dafür buddeln Camper ein etwa 40 bis 60 Zentimeter tiefes Loch. Darin entfachen sie ein starkes Feuer und decken es anschließend mit Steinen ab. Darauf kommt das Gargut, das vorher mit Alufolie umwickelt oder mit einem Salzteig ummantelt wird. Steine und etwas Erde decken den Erdofen ab. Weil das Fleisch im Erdofen einige Stunden braucht, um zu garen, müssen Camper ihn früher anschmeißen als die Kochstelle.

Auch ein Lagerfeuer kann als zweite Kochstelle dienen - "Pfannen und Töpfe direkt auf die Glut setzen", empfahl Bodenstein. Beide sollten dafür aus Eisen sein - und keine Kunststoffgriffe haben, die schmelzen könnten. Anzünder aus der Natur sind zum Beispiel Harz von Nadelbäumen oder der sogenannte Zunderschwamm - ein Baumpilz, der fein gerieben leicht entzündlich ist.

Nahrung aus der Natur

Für die Zutaten der Campinggerichte empfiehlt Bodenstein Streiftouren durch die Natur oder über die lokalen Märkte. Bärlauch, Löwenzahn, Brennnesseln und Gänseblümchen finden Wanderer auch in Deutschland. Wer in Südfrankreich Urlaub macht, kann zum Beispiel Lavendelblüten pflücken. Auf karamellisiertem Ziegenkäse schmecken diese besonders gut, sagte Bodenstein. Camper sollten auf den Wanderungen stets ein Papiertütchen oder einen kleinen Leinenbeutel bei sich tragen, um Kräuter und Blüten sammeln zu können.

Auch Beeren und Pilze finden Camper schnell - am Wegesrand können sie etwa Brom-, Heidel- und Himbeeren oder Holunder sammeln. Im Herbst kommen Hagebutten hinzu. Bodenstein rät, die Beeren nur ab Kniehöhe zu sammeln - so entgehe man der Gefahr des Fuchsbandwurms. Bei allen Zutaten aus der Natur sollten Camper außerdem nur solche ernten, die sie erkennen. Im Zweifelsfall können Einheimische oder ein Bestimmungsbuch helfen - wenn nicht: Finger weg!

Weitere Informationen:

Katharina Bodenstein, Urlaubsküche, AT Verlag, 2011, 144 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 978-3038002956

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