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Winterwandern im Schwarzwald: Wanderung zum Sonnenaufgang auf dem Belchen

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Winterwandern im Schwarzwald: Welt in Pastell

13.12.2013, 15:41 Uhr | Doris Burger, dpa-tmn

Winterwandern im Schwarzwald: Wanderung zum Sonnenaufgang auf dem Belchen. Schwarzwald: Gipfelkreuz auf dem Belchen im Winter. (Quelle: dpa/tmn/Doris Burger)

Das Gipfelkreuz des Belchen bizarr verpackt, während die aufgehende Sonne die Schneelandschaft in Pastelltöne taucht. (Quelle: Doris Burger/dpa/tmn)

Der Schwarzwald ist nicht nur im Sommer ein lohnendes Ziel zum Wandern, auch im Winter lädt Deutschlands höchstes Mittelgebirge dazu ein, die Wanderstiefel zu schnüren. Bei unserer Winterwanderung geht es mit Schneeschuhen auf den Belchen, einen der markantesten Gipfel des Schwarzwalds, um dort den Sonnenaufgang zu erleben. Von der baumlosen Kuppe aus sieht man bei gutem Wetter die Vogesen und die gesamte Alpenkette am Horizont, die aufgehende Sonne verwandelt die Schneelandschaft in eine Traumwelt in Pastell. Sehen Sie Bilder der eindrucksvollen Schneeschuhwanderung auf den Belchen in unserer Foto-Show.

Sonnenaufgang am Gipfelkreuz des Belchen

Das Erstaunlichste ist das Rosa. Einen Moment, bevor die Sonne über die Bergkette am Horizont lugt, ergießt sich die Farbe über die glitzernde Schneefläche. Das Gipfelkreuz des Belchen ist bizarr verpackt, der Wind hat die Schneekristalle gebürstet und zu Eisplättchen erstarren lassen.

Gerade hat sich die Gruppe die Hände noch an Teebechern gewärmt, jetzt schauen alle gebannt auf das Naturschauspiel. Eine Welt in Pastell: in Rosa, in Hellblau und in Zartgelb. Wenige Minuten später kommt zum Zartgelb das Gelb und das Blau, das zum Stahlblau wird. Das Weiß scheint unter dem Sonnenlicht nun blendend weiß, die Kontraste werden kräftiger.

Selbst das Belchenhaus ist noch geschlossen

Die fünf Snowboarder, die ebenfalls pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel des 1414 Meter hohen Belchen im Südschwarzwald erschienen sind, machen sich fertig zum Abfahren durch den Tiefschnee. Die Wandergruppe formiert sich wieder zum Gänsemarsch. Es ist eisigkalt, geschätzte minus 15 Grad. Gut 300 Meter tiefer, am geschützten Parkplatz der Talstation, zeigte das Thermometer bereits minus 10 Grad.

Bis zur Wirtschaft "Belchenhaus" kommen tagsüber auch die Skifahrer, dort endet der Lift. Von dort aus geht es nur noch zu Fuß weiter. Es ist kurz vor 8.00 Uhr, als die Gruppe vom Gipfel zurückkommt, die Kabinenbahn mit den gelben Gondeln läuft noch immer nicht, so dass bislang nicht einmal die Angestellten des Gasthauses angekommen sind.

Über tief verschneite Wanderwege durch den Schwarzwald

Etwa um 7.30 Uhr hatte die Gruppe den Gipfel erreicht, exakt um 7.44 Uhr ging die Sonne auf. Ein perfektes Timing, das natürlich nur bei frühem Start klappt: Abfahrt an der Therme in Bad Krozingen war um 4.55 Uhr, Treffen am Parkplatz der Belchenbahn um 6.00 Uhr. Über zahllose Serpentinen kurvte der Kleinbus des Veranstalters von der Rheinebene und durch das Münstertal aus hoch, die Straße glitzerte im Scheinwerferlicht wie von Diamantstaub übersät.

Die sechs Teilnehmer an diesem frühen Morgen sind dick angezogen, Outdoorfans und Skifahrer, routiniert eingepackt und mit festen Wanderschuhen an den Füßen. Zwei kommen aus der Nähe von Lörrach, zwei aus Bad Krozingen: "Wir hatten schon so viel von diesen Touren gehört", sagten sie, "und nun wollen wir das einmal selbst erleben." Schneeschuhe und Stöcke, Stirnlampen und wasserdichte Stulpen bringt der Veranstalter mit.

Im Stockdunkeln geht es los. Zunächst ein kurzes Stück über die präparierte Skipiste, dann auf den Wanderweg im Wald, der tief verschneit kaum zu erkennen ist. Der erste legt die Spur, weiter hinten wird das Gehen einfacher. Langsam kommt man in den Rhythmus, gewöhnt sich an das etwas breitbeinige Laufen mit den Schneeschuhen, meditiert im eigenen Lichtkegel vor sich hin.

Naturschutz und Tourismus in Einklang

Ein grün-weißes Warnschild mit einem Specht zeigt den Eintritt ins Naturschutzgebiet an. Jede Exkursion muss beim Regierungspräsidium Freiburg eigens angemeldet und begründet werden, der Zugang ist limitiert, erklärt Brigitte Biehler vom Veranstalter Natur Pfad. Aber er ist nicht verboten, denn man wolle Naturschutz und Tourismus in Einklang bringen. Ermahnungen an die Gruppe braucht es nicht: Selbstverständlich bleiben alle auf dem schmalen Weg, zum Lärmen ist eh keinem zumute; und jeder Becher und jedes Papierchen wird am Gipfel akribisch wieder eingepackt.

Auf dem Rückweg geht es ein Stück über die Skipiste, wo man zügig mit den Stöcken laufen kann, dann wieder im Gänsemarsch durch den tief verschneiten Tannenwald. Das Überqueren eines kleinen Baches stellt sich schwieriger dar als gedacht, ein Teilnehmer bleibt mit den Schneeschuhen hängen und setzt sich um ein Haar hinein. Aber auch er kann gerettet werden, und so kommen alle heil und trocken wieder unten im "Jägerstüble" an. Dort, am Parkplatz der Belchenbahn, wartet ein kräftiges Frühstück auf die Gipfelstürmer. Und während die ersten Skifahrer eintreffen und Kinder, Ski, Snowboards und Schlitten aus den Autos laden, haben die Sonnenaufgangswanderer den Gipfel des Tages schon erlebt.

Weitere Informationen:

Reiseziel: Nach dem Feldberg (1493 Meter) mit dem Seebuck (1448 Meter) als Nebengipfel sind das Herzogenhorn (1415 Meter) bei Bernau und der Belchen (1414 Meter), der zur Gemeinde Schönau gehört, die zwei höchsten markanten Gipfel des Südschwarzwaldes.

Unterkunft: Übernachtungsmöglichkeiten gibt es entweder in Bad Krozingen oder im Münstertal.

Touren: Touren zum Sonnenaufgang und auch am Mittag rund um den Belchengipfel über Natur Pfad, Georg Biehler, Bad Krozingen (Tel.: 07633/157 08). Die beschriebene Sonnenaufgangstour kostet 39 Euro inklusive Transfer von Bad Krozingen oder dem Münstertal, Tee auf dem Gipfel und Frühstück im Jägerstüble.

Informationen: Tourist Info Bad Krozingen (Tel.: 07633/400 80).

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