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Vier ungewöhnliche "Skilifte": U-Bahn und Helikopter

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Vier ungewöhnliche "Skilifte"  

Mit der Untergrund-Bahn auf die Piste

12.12.2016, 14:36 Uhr | Christoph Schrahe, srt

Vier ungewöhnliche "Skilifte": U-Bahn und Helikopter. Die Bahn auf den norwegischen Gaustatoppen führt mitten durch den Berg. Erst seit 2011 nimmt sie offiziell Skifahrer mit, davor war sie Geheimdienstmitarbeitern vorbehalten. (Quelle: SRT /C. Schrahe)

Die Bahn auf den norwegischen Gaustatoppen führt mitten durch den Berg. Erst seit 2011 nimmt sie offiziell Skifahrer mit, davor war sie Geheimdienstmitarbeitern vorbehalten. (Quelle: C. Schrahe/SRT )

Die großen Skigebiete der Alpen überbieten sich gegenseitig mit glatt gewalzten Pistenautobahnen. Doch es gibt sie noch, die ganz anderen Skireviere, in denen Auf- wie Abfahrt ein einziges großes Abenteuer sind. Sehen Sie vier dieser Skigebiete auch in unserer Foto-Show.

Gaustatoppen: Durch den Stollen auf den Gipfel

Der 1883 Meter hohe Gaustatoppen ist der höchste Gipfel in Südnorwegen. Oben hatte die NATO kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Sendeanlagen installiert. Was seither in Vergessenheit geraten war: Sie wurden durch eine unterirdische - und geheim gehaltene - Bahn versorgt.

Seit 2011 ist sie für Touristen zugänglich. Durch eine schwere Stahltür im Untergeschoss der Talstation gelangt man in einen kurzen Tunnel. Dort wartet eine batteriegetriebene Kleinbahn, Ski und Stöcke verstaut man im offenen Anhänger. Dann rattert sie durch einen grob ausgehauenen Stollen 850 Meter in den Berg hinein.

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Dort heißt es umsteigen in eine Standseilbahn, die mit 40 Grad Steigung durch einen Schrägstollen gipfelwärts fährt. Das Material kommt in eine an die Rückseite des Waggons montierte Lade. Oben angekommen bilden die Passagiere auf der steilen Treppe eine Kette und reichen die Ski von unten nach oben durch. Ganze zehn Fahrgäste kann die Gaustabanen pro Wagen transportieren. Am Gipfel hat man die Wahl zwischen zahlreichen Rinnen auf der Vorderseite des Bergs, einer markierten Route auf der Bergschulter und dem extremen Terrain auf der Rückseite des Gaustatoppen. Nimmt man letztere, wartet am Ende ein einstündiger Fußmarsch zurück aus der Wildnis. Einen Lift gibt es dort nämlich nicht - auch nicht im Geheimen. 

Haldigrat: Bei Anruf Skilift

Nach oben? "Hörer abnehmen und warten", so steht es handschriftlich an der Talstation des Haldigrats bei Engelberg in der Zentralschweiz. Anruf genügt und zwar mit dem guten alten Telefon. Wer mit dem fast 50-jährigen Sessellift auf den Haldigrat gelangen will, sucht an der Talstation vergeblich nach Personal. Denn Besitzer Kurt Mathis verfolgt das Geschehen mit der Videokamera oben in der Bergstation (1937 Meter).

Telefonisch fordert er die Fahrgäste zum Einsteigen auf und steuert seine Bahn per Knopfdruck. Gezahlt wird beim Aussteigen. Insider informieren sich vorab per Webcam, ob Kurt da ist: Dem ist so, wenn an der Bergstation in Blickrichtung zum 400 Meter höher gelegenen Brisen die Tafel "Heute in Betrieb" steht - in der Regel nur am Wochenende. Vor 13 Jahren rettete der gelernte Gipser den kleinen Lift vor dem Abriss, um ihn in die nächste Generation "durchzubringen", wie er sagt. Mit seiner Frau Antoinette, die das Bergrestaurant führt.

Schon der Weg zum Lift ist ungewöhnlich: Er ist nur über einen geräumten Winterwanderweg ab der Bergstation der Seilbahn Niederrickenbach erreichbar, das dauert rund 30 Minuten. Die nicht markierten und unkontrollierten Abfahrten sind nur auf eigenes Risiko befahrbar. Selbst wenn Kurt sein "Heute in Betrieb"-Schild mal nicht aufgestellt hat, finden Freerider genügend Spielraum. Das anspruchsvolle Gelände rund um den 3239 Meter hohen Titlis und dessen Gletscher wurde schon von so manchem internationalen Freerider zur zweiten Heimat auserkoren. Und die Bahn dorthin ist ebenfalls ein wenig ungewöhnlich: Die Gondel dreht sich während der Bergfahrt einmal um sich selbst - des Ausblicks wegen. 

Val d'Aran: Pyrenäen per Helikopter 

Die Landschaft im Val d'Aran erinnert an den Arlberg. Als einziges Tal der spanischen Pyrenäen liegt es auf der Nordseite des Gebirges. Diesem Umstand verdankt es nicht nur eine eigene Sprache und Kultur, sondern auch Schnee in Rekordquantitäten: rund zehn Meter pro Winter - Arlbergniveau! Die Hänge sind weit, variantenreich und bisweilen extrem anspruchsvoll.

Das örtliche Skigebiet Baqueira-Beret ist das größte Spaniens. Für Thierry Gasser waren das die perfekten Voraussetzungen, um ein Heliski-Unternehmen aufzuziehen. Der aus Verbier in der Schweiz stammende Berg- und Skiführer gründete 2008 Pyrenees Heliski. Das Terrain umfasst 400 Quadratkilometer in sieben Zonen und 200 kartierte Abfahrten. Die Runs haben im Durchschnitt 800 Höhenmeter und starten aus bis zu 3000 Meter Höhe. Geflogen wird mit einem Eurocopter Equreuil B3+, der jeweils vier Gäste und einen Guide gipfelwärts bringt. Schon das ist ein Erlebnis für sich.

Sobald Guide Sergi Gasa nach der Landung die Tür aufschiebt, heißt es rausspringen, wegtreten, hinkauern, kurz warten. Ist der Heli weg, senkt sich das aufgewirbelte Weiß und gibt den Vorhang frei für jene Bühne, auf der begeisterte Skifahrer am liebsten spielen: einen im Sonnenlicht glitzernden Hang mit unverspurtem Pulverschnee. Solche perfekten Bedingungen bietet natürlich nicht jeder Tag der Saison, aber Sergi versichert, dass "das Areal so groß ist, dass wir eigentlich immer irgendwo guten Schnee finden." 

Dragobrat: Militärtransporter nimmt Skifahrer mit

Das Skigebiet im westukrainischen Dragobrat erreicht man über einen mit Schlaglöchern, Rinnen und Wellen gespickten Fahrweg, dem nur die unverwüstliche Robustheit, Bodenfreiheit und schiere Kraft alter russischer Militärtransporter trotzen kann. Auf deren Ladefläche geht es hoch ins Freeride-Mekka der Waldkarpaten.

Nach rund 40-minütigem Rütteln und Schütteln tauchen am Ende der "Straße" überraschend einige einfache, aber saubere Hotels, Imbissbuden und sogar Liftanlagen auf. Die beiden Sesselbahnen und die vier Bügellifte erwecken indes nicht den Eindruck, als würden sie einer TÜV-Abnahme standhalten. Zu den besten Startpunkten fürs Freeriding gelangt man entweder zu Fuß von der Bergstation oder direkt von der kleinen Hotelsiedlung aus per Pistenraupe.

Die Fahrt lohnt schon allein für die großartige Rundumsicht. Vom höchsten Punkt, dem Blyznytsya (1883 Meter), sieht man im Osten über dem Tal von Yasinia den Hoverla aufragen, den mit 2061 Meter höchsten Berg der Ukraine. Im Süden reicht der Blick bis nach Rumänien hinein. Abfahren kann man von hier aus im Prinzip in jede Richtung - wenn man den Rücktransport organisiert. Bis ins Tal bei Yasinia kommen satte 1200 Höhenmeter zusammen. 

Weitere Informationen: 

  • Gaustatoppen/Gaustablikk: 13 Lifte, 710 - 1800 Meter, www.gaustabanen.no; Guide: Kjetil Lindblad, Tel. 0047/98257040, info@gofreeride.no; 
  • Haldigrat/Engelberg: 24 Lifte, 1000 -3020 Meter, www.engelberg.ch; Guide: Daniel Perret, Tel. 0041/41/6380257, info@engelbergmountainguide.ch; 
  • Val d'Aran/Baquira Beret: 29 Lifte, 1471 - 2510 Meter, www.pyrenees-heliski.com; Guide: Sergi Gasa, Tel. 0034/655/012393, sergi@heliski.pro; Anreise: Vielha, die Basis von Pyrenees Heliski, erreicht man nach zweistündiger Fahrt von Toulouse (Flüge von diversen deutschen Flughäfen). Der Transfer per Heli dauert 30 Minuten. 
  • Dragobrat: 6 Lifte, 1250 - 1883 Meter, www.dragobrat.co.ua; 

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