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Nofretete kommt nach 70 Jahren zurück

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Neues Museum Berlin  

Nofretete kommt nach 70 Jahren zurück

16.10.2009, 09:21 Uhr | dpa

Neues Museum Berlin: Nofretete (Foto: AP)Neues Museum Berlin: Nofretete (Foto: AP)

Nofretete blickt durch das Panzerglas. "Die Schöne ist gekommen" - ihrem ägyptischen Namen macht die Königin vom Nil in Berlins Neuem Museum alle Ehre. Fast 70 Jahre nach ihrem Auszug strahlt Nofretete an ihrem einstigen Standort in alter Würde. Mit der Wiedereröffnung des Neuen Museums am 16. Oktober durch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beginnt eine neue Zeitrechnung für das UNESCO-Weltkulturerbe Museumsinsel: Erstmals seit dem zweiten Weltkrieg sind alle fünf Häuser wieder zugänglich. Am Wochenende erwartet das Neue Museum bei zwei Tagen mit freiem Eintritt den Ansturm zehntausender Besucher. Erleben Sie das Neue Museum auch in unserer Foto-Serie.

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Neues Museum Berlin: Nofretete bleibt der Star

Der Star bleibt auch im neuen Haus die 3500 Jahre alte Nofretete- Büste. "Es wäre aber schade, wenn die Besucher alles andere links liegen lassen", sagte die Direktorin des Ägyptischen Museums, Friederike Seyfried. Im nördlichen Kuppelsaal dringt das Tageslicht über eine Dachluke ein, die Büste der Königin ist spärlich beleuchtet. Nofretete hat eine lange Reise hinter sich: Nach der Zerstörung des Museums 1945 verbrachte sie die Zeit unter anderem in einem Tresor der Reichsbank und einem Salz-Stollen in Thüringen, bevor sie 1956 wieder nach Berlin gebracht wurde. Dort verbrachte sie die meiste Zeit am alten Standort des Neuen Museums in Charlottenburg. Kurz vor der Eröffnung droht Ägypten wieder mit Rückgabeforderungen. Doch Berlin sieht sich im Recht: Die Fundteilung der Expedition des Archäologen Ludwig Borchardt sei 1913 rechtens gewesen. Finanziert hatte die Ausgrabung der Kaufmann und Mäzen James Simon. Von ihm steht nun eine Büste - im direkten Blick auf Nofretete.

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Neues Museum für 212 Millionen Euro renoviert

"Für die Museumsinsel geht die Nachkriegszeit zu Ende", sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Für 212 Millionen Euro hat der Architekt David Chipperfield die einstige Kriegsruine renoviert und umgebaut, dabei die Spuren und Schäden der Vergangenheit belassen. Zu den spektakulären Räumen zählt das Treppenhaus in Edelbeton, das sich über die drei Geschosse erstreckt. Bereits zu DDR-Zeiten hatte es Pläne gegeben, das vom Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler entworfene und 1855 eröffnete Museum wieder aufzubauen. Mit dem Fall der Mauer und der Vereinigung der Sammlungen in Ost und West wurde der auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzte Museumsinsel-Wiederaufbau konkret.

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9000 Objekte im Neuen Museum ausgestellt

Das Neue Museum hat mit 8000 Quadratmetern dreimal so viel Fläche als am alten Standort in Berlin-Charlottenburg. Mit der Pracht der Objekte sollen die ägyptischen Sammlungen die Besucher neugierig machen, die schriftlichen Erklärungen sind knapp. Mit Themenräumen etwa zu Jenseitsvorstellungen oder der Entstehung der Welt führt die Schau in die Gedankenwelt der Antike ein. Insgesamt werden 9000 Objekte ausgestellt - von einem 700.000 Jahre alten Faustkeil bis zu Zeugnissen aus der Zeit Karls des Großen. Beeindruckend sind die ägyptischen Skulpturen und Büsten, die der Besucher auf Augenhöhe anblickt. Den Ägyptischen und den Griechischen Hof hat Chipperfield tiefer gelegt und damit neue Ebenen geschaffen. In der künftigen Archäologischen Promenade, die alle fünf Häuser der Museumsinsel unterirdisch verbinden soll, weisen Sarkophage und Skulpturen aus mehreren Jahrtausenden den Weg von der Unterwelt in die oberen Geschosse.

Glanzlichte der Ausstellung

Zu den weiteren Glanzlichtern der Präsentation zählt der Schatz des Priamos, den der Kaufmann Heinrich Schliemann (1822-1890) an der türkischen Westküste im antiken Troja 1873 entdeckte. Der Großteil des Silberschatzes wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Sowjetarmee nach Russland gebracht und lagert heute im Moskauer Puschkin Museum. Eine weitere Attraktion ist der Goldhut aus der Bronzezeit, ein Juwel, um das der Direktor der Museums für Vor- und Frühgeschichte, Mathias Wemhoff, die Entstehung des Kalenders nachgezeichnet hat.

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