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Kos: Erkundungstour auf der Insel des Hippokrates

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Kos: Erkundungstour auf der Insel des Hippokrates

14.11.2011, 16:00 Uhr | Karsten-Thilo Raab/srt, t-online.de, srt

Kos: Erkundungstour auf der Insel des Hippokrates. Kos: Blick auf die antike Heilstätte Asklepion. (Quelle: SRT /Karsten-Thilo Raab)

Kos: Blick auf die antike Heilstätte Asklepion. (Quelle: Karsten-Thilo Raab/SRT )

Sonne, Sand und herrliche Badetemperaturen machen das in in der südlichen Ägäis gelegene Kos zu einem Paradies für Sonnenanbeter, Feierlustige, Sandburgenbauer und Familien. Doch nicht nur. Von der antiken Heilstätte Asklepion bis zur heißen Quelle der Embrós-Therme gibt es auf der Insel des Hippokrates auch viel zu entdecken. Lust bekommen? Appetit holen können Sie sich schon vorab in unserer Foto-Show.

112 Kilometer lange Küstenlinie lockt

Ob Kos wirklich über die schönsten Strände der Welt verfügt, sei dahin gestellt. Fest steht, es gibt entlang der 112 Kilometer langen Küstenlinie einige großartige Buchten und Strände wie den Paradise Beach, Camel Beach, Sunny Beach oder die Bucht von Kamari. Kardámena selber gehört sicherlich nicht dazu. Im Gegenteil. Die Strandabschnitte sind relativ schmal und bestehen noch dazu aus einem Gemisch aus Sand und Kies. Dafür avanciert das 2000-Seelen-Nest in punkto Nachtleben zur heimlichen Partyhauptstadt der Insel. Entlang der Promenade am Hafen und in der Fußgängerzone drängt sich Nachtclub an Nachtclub, locken Bars, Cafés und Restaurants.

Bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Heilstätte Asklepíon

Die bedeutendste archäologische Ausgrabungsstätte und bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Heilstätte Asklepíon (auch Asklepíeion genannt). Das antike Sanatorium, das als eine der ersten Kurkliniken der Menschheit gilt, liegt rund vier Kilometer südwestlich von Kos-Stadt auf einem von Zypressen bewaldeten Hügel. Die terrassenförmige Anlage, deren Ebenen über imposante Freitreppen miteinander verbunden sind, wurde im Jahre 1902 vom deutschen Archäologen Rudolf Herzog entdeckt und in den Jahren bis 1904 freigelegt.

    Berühmtester Sohn war anscheinend Hippokrates

    "Hippokrates hat hier seinen Eid verfasst", beteuert Dia Toggas, die nicht müde wird, die Sonnenseiten ihrer Heimat herauszustellen. Ob der Urvater der modernen Medizin tatsächlich in Asklepíon seinen berühmten Schwur begründet hat, darf allerdings bezweifelt werden. Wahrscheinlicher ist, dass die Heilstätte erst nach seinem Tod errichtet wurde. Gleichwohl sind die Insulaner permanent bestrebt, das Gedenken an den berühmtesten Sohn auf mannigfaltige Art und Weise aufrecht zu halten. Da ist zum Beispiel jene Platane in Kos-Stadt, die Hippokrates angeblich selber gepflanzt hat und unter der er zu sitzen pflegte. Der Baum ist so altersschwach, dass er nur dank eines riesigen Gerüstes überhaupt noch aufrecht steht. Und natürlich sind an jeder Ecke Hippokrates-Devotionalien käuflich zu erwerben. Zum Verkaufsschlager avancieren neben Büsten mit dem Kopf des Gelehrten vor allem Nachdrucke seines Eides, der noch heute den Ehrenkodex für die Ärzte weltweit beschreibt.

    Der Kern der Inselhauptstadt erstreckt sich rund um den Hafen

    Der charmante und blitzsaubere Kern der Inselkapitale erstreckt sich rund um Mandráki, den fast runden Hafen. Dieser diente schon in der Antike als wichtigster Handels- und Kriegshafen der Insel. Um ihre Flotte zu schützen, errichteten die Johanniter-Ritter hier im frühen 14. Jahrhundert die Burg Nerátzia. Um den Freiheitsplatz, den Platiá Elefetheriás, gruppieren sich die elegante Markthalle, die 1725 erbaute Defterdar-Moschee, in der heute kleine Geschäfte und ein Café untergebracht sind, sowie das Archäologische Museum der Insel. Nur einen Steinwurf entfernt lädt das östliche Ausgrabungsfeld, die Agorá, zu einer Zeitreise in die Antike ein. Noch größer und besser erhalten ist das westliche Ausgrabungsfeld, an dessen Rand ein 1800 Jahre altes römisches Amphitheater, das Odeon, für fast eine halbe Million Euro wieder errichtet wurde. Entlang der Odós Plessa, Odós Ifestoú und der Odós Apelloú reihen sich Souvenirgeschäfte, Restaurants, Tavernen, Bars und Diskotheken aneinander. Hier soll es angeblich mehr Diskos geben als irgendwo sonst in Griechenland.

    In den nahegelegenen Bergdörfern geht es idyllisch zu

    Wesentlich beschaulicher geht es in den nahe gelegenen Bergdörfern Asfendioú und Pylí im Schatten des 846 Meter hohen Dikéos Massivs zu. Steinalte Griechen sitzen hier auf unbequemen Holzschemeln vor ihren weiß getünchten Häusern. Streunende Katzen huschen um die Ecken, in schwarz gehüllte Frauen palavern gestikulierend in den verträumten Gassen. Vielleicht erzählen sie von ihren Vor-Vorvätern, die einst in Paléo Pilí zuhause waren. Das ursprüngliche Dorf in den Bergen wurde im Jahre 1830 nach einer Choleraepidemie verlassen und entpuppt sich heute als Geisterstadt. Die Bewohner gründeten drei Kilometer entfernt einen neuen Ort, das heutige Pylí. Hoch über den Ruinen des alten Dorfkerns thronen die Reste eines byzantinischen Kastells aus dem 11. Jahrhundert. Von hier bieten sich herrliche Blicke auf den Inselnorden und die türkische Küste.

    Besonderes Badevergnügen garantiert die Embrós-Therme

    Besonders lohnenswert ist ein Abstecher auf die Halbinsel Kéfalos im Südwesten der Insel. Hier liegen mit dem Ágios Stéfanos und Paradise Beach zwei der besten Strände der Insel. Bei Letzterem durchbrechen Blasen aus dem vulkanischen Untergrund die Meeresoberfläche und sorgen so für ein natürliches Sprudelbad. Am Ágios Stéfanos liegen die frei zugänglichen Ruinen einer Basilika aus der Frühzeit des Christentums. Zusammen mit der Insel Kastri mit der kleinen Kirche des Àgios Nicolaos, die rund 100 Meter vor der Küste liegt und halb gehend, halb schwimmend bequem zu erreichen ist, bildet die Ausgrabungsstätte einen der prächtigsten Blickfänge der Insel, die auch noch über ein ganz besonderes Naturschauspiel verfügt: Im Südosten von Kos lädt die Embrós-Therme zu einem ganz besonderen Badevergnügen ein. Aus einem Felsspalt dringt hier das bis zu 49 Grad Celsius heiße Wasser einer Heilquelle und läuft in ein fast kreisrundes natürliches Becken. Die Wellen der Ägäis schlagen über die niedrige Steinmauer und mischen das heiße Wasser mit dem Meereswasser. Eine heiße Wohltat, die auch noch nachweislich gegen Haut-, Augen, Atemwegs- und Muskelerkrankungen sowie Rheumatismus und Arthritis hilft - und das bei freiem Eintritt.

    Weitere Informationen:
    Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt/Main, Tel. 069/236561, info@gzf-eot.de, www.gnto.gr
    Lage: Die griechische Insel Kos - "Koss" gesprochen, nicht "Koos" - gehört zur Inselgruppe Dodekanes in der östlichen Ägäis und ist der kleinasiatischen Küste vorgelagert. Die Inselgruppe umfasst insgesamt 180 Inseln, von denen 18 ständig bewohnt sind. Kos ist nach Rhodós und Karpathos die drittgrößte Insel der Präfektur Dodekanes. Nachbarinseln sind im Norden das nur vier Kilometer entfernt liegende Pserimos und das zwölf Kilometer entfernt liegende Kalymnos 12 Kilometer.
    Anreise: Die Linienfluggesellschaften Olympic Airlines (www.olympicairlines.com) und Aegean Airlines (www.aegeanair.com) bieten ganzjährige aus Deutschland und Österreich Direktflüge beziehungsweise Flüge ab Athen nach Kos an. Daneben fliegen eine Reihe von Charterfluglinien wie Air Berlin (www.airberlin.com), Germanwings (www.germanwings.com), Condor (www.condor.com) und TUIfly (www.tuifly.com) die Ferieninsel während der Saison von nahezu allen überregionalen deutschen Flughäfen direkt an.

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