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"Venis Cruise 2.0"  

Künstliche Insel soll Venedig vor Kreuzfahrtschiffen retten

09.10.2014, 11:36 Uhr | aja

Künstliche Insel soll Venedig vor Kreuzfahrtschiffen retten. Ein Kreuzfahrtschiff fährt in Venedig nur wenige Meter vom Markusplatz und der Innenstadt entfernt aus dem Hafengelände. (Quelle: dpa/Waltraud Grubitzsch)

Ein Kreuzfahrtschiff fährt in Venedig nur wenige Meter vom Markusplatz und der Innenstadt entfernt aus dem Hafengelände. (Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa)

Für viele Passagiere einer Kreuzfahrt gehört dieser Stopp zu den Highlights ihrer Reise: Venedig. Langsam cruisen die Megaliner an dem UNESCO-Weltkulturerbe vorbei, ermöglichen Blicke auf den Markusplatz und den Canale Grande. Von den Kreuzfahrtschiffen, die meist höher sind, als die größten Gebäude der Lagunenstadt, erhalten die Urlauber einen tollen Überblick. Doch Venedig ächzt unter der Last der Kreuzfahrtriesen, ihr Öl verpestet das Wasser und die Bewohner der fragilen Stadt empören sich über das zerstörte Stadtbild. Nun soll eine neue Initiative gegen die Kreuzfahrtbranche starten: Venedig plant einen Schutzwall vor den Toren der Stadt und will den Schiffen den Weg in die Lagune verwehren.

Das Problem ist, dass es nur zwei Wege zu den Anlegestellen der Schiffe gibt. Diese sind stark befahren und zudem sehr flach. Das berichtet die italienische Zeitung "La Stampa". Es wäre nur eine Frage der Zeit bis sich eine Tragödie wie die der havarierten "Costa Concordia" ereigne.

Katamarane bringen Touristen nach Venedig

Ein früheres Vorhaben sah vor, die Megaliner im Süden durch die Bocca di Porto Malamocco zu lotsen, um dann über den Canale Contorta Sant'Angelo den Schiffsterminal anzusteuern. Doch auch hier müsste der Wasserweg erst vertieft werden, was sowohl schlimme Folgen für das Ökosystem der Lagune als auch immense Kosten verursachen könnte.

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Cesare De Piccoli, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister von Venedig und Vizeminister, hat nun den Stein für das Projekt "Venis Cruise 2.0" ins Rollen gebracht. Dieses sieht vor, den Kreuzfahrtschiffen von vornherein den Weg in die Lagune zu verwehren. Stattdessen soll außerhalb des Lidos eine künstliche Insel erschaffen werden, die als neue Anlegestelle für die Kreuzfahrtschiffe dienen soll. Von dieser aus sollen die Touristen in Katamaranen zu den Sehenswürdigkeiten gebracht werden, die Fahrt würde rund eine Stunde dauern.

Plan könnte schon bald umgesetzt werden

Ein Ingenieurbüro habe bereits Pläne für dieses Bauvorhaben vorgelegt, die Kosten würden sich auf rund 128 Millionen Euro belaufen. Zwei Jahre könnte die Realisierung dauern. Den Ingenieuren zufolge haben schon viele venezianische Politiker ihre Unterstützung für das Projekt signalisiert, ebenso wie Umweltexperten. Die Entscheidung seitens der italienischen Regierung soll in den kommenden zwei Monaten fallen.

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