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Bizarre Urlaubstipps: Die absurdesten Reiseziele der Welt

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Bizarre Urlaubstipps  

Die absurdesten Reiseziele der Welt

09.06.2017, 11:50 Uhr | dpa

Bizarre Urlaubstipps: Die absurdesten Reiseziele der Welt. Hochhäuser in der verlassenen Stadt Prypjat, die nahe des verunglückten Kernkraftwerks Tschernobyl liegt. (Quelle: dpa/Roman Pilipey)

Hochhäuser in der verlassenen Stadt Prypjat, die nahe des verunglückten Kernkraftwerks Tschernobyl liegt (Quelle: Roman Pilipey/dpa)

Mallorca, Toskana oder der Strand von Phuket – hier gibt es meistens in Reihen aufgestellte Sonnenstühle und Schlangen vorm Buffet. Ist das zu langweilig? Wie wäre es zur Abwechslung mit Turkmenistan, Karakalpakstan oder Tschernobyl?

An diesen obskuren Destinationen sind Abenteuer garantiert. Unerschrockenheit und eine Portion Gleichmut sind allerdings unabdingbar, um diese ungewöhnlichen Reiseziele in ihrer ganzen Eigenart wirklich genießen zu können. Ein Blick in Reisebücher zu gewagten Urlaubszielen.

Turkmenistan – Nordkorea in Luxusausgabe

"Sowjetistan" heißt Erika Fatlands Reisebuch durch die fünf "Stans": Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan, alle ehemalige Sowjetrepubliken. Turkmenistan ist selbst für eingefleischte Weltenbummler eine echte Herausforderung.

Denn das zentralasiatische Land gehört zu den verschlossensten Staaten der Welt. Dabei schwelgt die Hauptstadt Aschgabat in Marmor und Gold. Die Metropole der Superlative – was ist dagegen schon Abu Dhabi? – protzt mit den meisten Marmorbauten, dem größten Springbrunnen und dem höchsten Riesenrad der Welt. Selbst die Bushaltestellen haben hier Klimaanlagen. An jeder Ecke lächelt der "Große Präsident" gütig von Plakaten herab und seine Spione verfolgen einen garantiert noch bis ins Hotelzimmer. Das erinnert irgendwie an Nordkorea? Stimmt. Aber Turkmenistan ist die Luxusausgabe!

Nach so viel Größenwahn und Paranoia hat eine Reise nach Karakalpakstan im benachbarten Usbekistan fast schon morbiden Charme. Hier lag einmal der Aralsee. Doch wegen übermäßiger künstlicher Bewässerung für den Baumwollanbau verlandete er. Der verschwundene See ist zum Anziehungspunkt für einen bescheidenen Katastrophentourismus geworden.

Hochkarätiges Museum in zerfallener Provinz

In der Stadt Muinak, einst Zentrum der Fischindustrie, erinnert heute nur noch ein Schild mit einem blauen Fisch nostalgisch an die maritime Vergangenheit. Die Stadt wirkt wie ein aufgegebenes Goldgräberdorf: "Vor den Betonklötzen grasen Ziegen, durch die Straßen treibt Sand. Die alte Fischkonservenfabrik, einst das Herz Muinaks, ähnelt einem Geisterhaus."

Das einzige Hotel der Stadt ist so baufällig, dass nur wenige Reisebüros Touristen dort einzuquartieren wagen. Doch in dieser abseitigen, unwirtlichen, windzerzausten Provinz gibt es eine Sensation: ein hochkarätiges Museum mit einer avantgardistischen Kunstsammlung, die ein Kunst-Freak in der ehemaligen Sowjetunion manisch sammelte und an diesen entlegensten aller Orte in der usbekischen Wüste verfrachtete. Schade, dass sich nur so wenige Touristen in diese Einöde verirren.

Urlaub machen im Ambiente wie in "Psycho" oder "Shining"

In die Kategorie Katastrophentourismus gehört auch ein Trip nach Tschernobyl, den der Brite Adam Fletcher in seinem Buch "Du fährst wohin?!" beschreibt. Der aufgegebene Ort Prypjat erinnert ihn an ein riesiges Filmset: Die kaputte, mit Glasscherben und Gasmasken übersäte Schule sieht wie inszeniert aus. Der Höhepunkt der touristischen Gruselshow ist ein verrosteter Vergnügungspark im Schatten des Katastrophen-Reaktors.

Auch Transnistrien, dieser vergessene Pseudostaat zwischen Moldawien und der Ukraine, ist ein bizarres Reiseziel. Fletcher beschreibt seinen Aufenthalt in einem zerbröselnden Hotel mit "Barbie-Ästhetik", ein schauriges Ambiente, irgendwo angesiedelt zwischen "Psycho" und "Shining".

Besucher sollten ein "Faible fürs Absurde" haben

Und natürlich darf in so einem Buch Nordkorea nicht fehlen. Das Land empfiehlt sich allerdings nur für Besucher mit einem "Faible fürs Absurde". Grotesker Führerkult, automatenhaft plappernde Reiseführer, nerviger Gruppenzwang und klebrige Aufpasser ermüden auch noch den gutwilligsten Touristen.

Reichlich Absurdistan bietet auch Dennis Gastmanns sprachlich weit anspruchsvolleres und sehr lesenswertes Reisebuch "Atlas der unentdeckten Länder", in dem neben Ministaaten wie Akhzivland bei Israel oder das Scheichtum Ra’s al-Chaima ebenfalls Transnistrien und Karakalpakstan gebührend gewürdigt werden.

Offenbar sind es also vor allem kommunistische oder ehemals kommunistische Länder mit ihren bizarren Autokratien, die auf westliche Touristen absonderlich anziehend wirken.

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