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Achensee: Der schönste Fjord der Alpen

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Achensee  

Der schönste Fjord der Alpen

27.07.2017, 17:23 Uhr | Christian Haas, srt

Achensee: Der schönste Fjord der Alpen. Der Achensee ist teilweise bis zu 133 Meter tief und der größte See Tirols. (Quelle: Achensee Tourismus/srt)

Der Achensee ist teilweise bis zu 133 Meter tief und der größte See Tirols. (Quelle: Achensee Tourismus/srt)

Spannung und Entspannung liegen am Tiroler Achensee so nah beieinander wie die Felsen des Karwendels und die sanften Hänge des Rofans. 

Attraktive Touren durch das Karwendel, das sich westlich des Tiroler Achensees bis nach Mittenwald in Bayern erstreckt, stehen seit jeher auf dem Naturparkprogramm, seit zwei Jahren sogar spezielle Steinadlerführungen. "Versprechen können wir freilich nichts", dämpft Rangerin Sina Hölscher die Erwartungen, "aber die Chancen auf eine Adlersichtung stehen gut. Schließlich zählen wir hier die größte Steinadlerdichte der Alpen. Das Karwendel beheimatet rund 20 Brutpaare."

Und tatsächlich: Ich habe Glück, als ich am Bärenkopf unterwegs bin. Mit dem Fernglas kann ich neben Murmeltieren und Steinböcken auch ein Adlerpärchen ausmachen. Ein eindrucksvolles Schauspiel, das, unterfüttert mit den interessanten Informationen aus Profimund, noch eindrucksvoller wird.

"Im Tal sind wir grundsätzlich alle per Du"

Tags darauf sorgt ein anderer "schräger Vogel" für Erstaunen. Als ich die "MS Innsbruck", eines von vier Linienschiffen, besteige, schwirrt etwa zehn Meter über dem Heck eine Drohne. "Paparazzi", vermutet eine ältere Dame. Eine italienische Reisegruppe macht sich einen Spaß daraus und ihrerseits jede Menge von Fotos. Kurz danach dreht das unbekannte Flugobjekt ebenso wie das Schiff ab.

Geschmeidig pflügt der Dampfer durch das ruhige Wasser, vorbei an steilen Felswänden und grünen Bergrücken. Ernst Fankhauser steht entspannt auf der Brücke – und das bereits seit 16 Jahren. "Im Tal sind wir grundsätzlich alle per Du", lässt mich der hochgewachsene Mann mit der schmucken Kapitänsmütze wissen, das färbe auch auf die Gäste ab. "Schau Dir meinen Geburtsort Pertisau an, da leben 650 Einwohner und jeder kennt jeden."

Strandbad Buchau gehört zu den schönsten Badeplätzen

Klar, dass die Einheimischen auch die schönsten Badeplätze kennen. Etwa das Strandbad Buchau am Südende des Sees. Im flachen Uferbereich erreicht das Wasser bis zu 22 Grad. Im Norden des mit knapp neun Kilometern größten Sees von Tirol wiederum wurde, um den einfließenden Gebirgsbächen ein Schnippchen zu schlagen, eine Landzunge aufgeschüttet, die für einen geschützten Badebereich samt angenehmer Temperaturen sorgt.

Ein spezieller Badeplatz ist allein den Gästen des Hotels Entners am See vorbehalten: ein Infinity-Pool direkt am oder besser: über dem See. Das ergibt zusammen mit Außensauna, Relax-Betten und Top-Bergblick ein attraktives Ensemble. Zur Entspannung trägt zudem bei, dass die Straße zwischen den Hotels, der Strandbar und eben dem Outdoor-Spa verkehrsberuhigt wurde.

Das traumhaft schöne Alpenpanorama ist am Achensee ein besonderes Erlebnis. (Quelle: Achensee Tourismus/srt)Das traumhaft schöne Alpenpanorama ist am Achensee ein besonderes Erlebnis. (Quelle: Achensee Tourismus/srt)

Für den Auto-Verkehr gesperrt

Überhaupt kein Verkehr herrscht an der Gaisalm. Der Grund: Die am unverbauten Westufer gelegene Alm lässt sich ausschließlich per Schiff oder per pedes erreichen. Von hier aus schlängeln sich herrliche Wege am Ufer entlang, immer mit Blick auf den See samt Segler, Surfer und Stand-Up-Paddler. Wenn nicht gerade der Achensee-Rundlauf oder andere Events stattfinden, findet jeder seine Ruhe. Noch einsamer wird es in Steinberg am Rofan, das sich stolz als "schönstes Ende der Welt" bezeichnet, und erst recht in den hinteren Ecken des Naturparks Karwendel, dem größten Schutzgebiet der Nordalpen.

Mehr los, weil via Rofanseilbahn leicht erreichbar, ist am 2040 Meter hohen Gschöllkopf. Dem hat der Kunstschmied Manfred Hörl aus Jenbach eine verflochtene Krone aus 15 Tonnen Metall in Form eines – da ist er wieder, der König der Lüfte – Adlerhorsts verpasst, Höhepunkt des 413 Kilometer langen, quer durch Tirol führenden "Adlerwegs", dessen Streckenführung eine stilisierte Adler-Silhouette ergibt. Wer lieber kürzer wandert, bitte: Die Region bietet mit 500 Wanderwege-Kilometern in jeder Schwierigkeitsstufe genügend Auswahl.

Adrenalin-Junkies kommen auf ihre Kosten

Es gibt aber auch bei der Fortbewegung Alternativen, Stichwort: E-Biken, oder Reiten. Hier am Gschöllkopf hingegen können Adrenalin-Junkies sich seit ein paar Jahren, unter einen Blechadler geschnallt, auf Vogelflug begeben. Nur an einem 800-Meter-Stahlseil hängend, rauschen sie am Skyglider "Airrofan" mit 80 Sachen abwärts.

Ganz ins Tal geht es am schnellsten und schönsten per Gleitschirm. Bei gutem Wetter wimmelt es im Rofan von Paraglidern. Aber "nur" die Gondelbahn nehmen, die wenigen Meter zum Startplatz schlappen und dann einfach runterfliegen, findet Mike Küng "langweilig". Er, der in seiner rund 30-jährigen Paragliderkarriere ungefähr 15000 Flüge absolviert hat, ist Aufregenderes gewohnt. So hüpfte er in 10.100 Metern aus einem Heißluftballon (Höhenweltrekord!), überquerte den Ärmelkanal und legte eine Punktlandung in einem Ferrari-Cabrio hin – alles mit dem Schirm. Ach ja, dreimaliger Akrobatikweltmeister wurde er auch. Jetzt hat sich die Gleitschirm-Koryphäe, Kampfname "Mad Mike", zusammen mit dem Bergführer Andreas Nothdurfter etwas Neues ausgedacht.

Tandemflüge hinauf zum Gipfel

An mehreren Wochenenden bieten sie Kleingruppen "Hike & Fly" an. Da kommen auch Unerfahrene wie ich in den Genuss. Tandemfliegen ist das Zauberwort. Doch vor dem Abflug wird je nach körperlicher Verfassung gelaufen. Etwa von Maurach aus zum 2261 Meter hohen Spieljoch. Und da der "normale" Weg auch noch zu langweilig wäre, führt uns Andreas über ein Teilstück des Fünf-Gipfel-Klettersteigs. Zwar sind die mittelschweren Passagen gut machbar, aber mit dem unförmigen Fünf-Kilo-Gleitschirmgurt auf dem Rücken nicht ganz ohne. 

Nach dem Gipfelfoto folgt Teil zwei. Während alle anderen Teilnehmer nach drei, vier Tappern über den Wiesenhang lehrbuchmäßig abheben, kommt es bei mir anders. Es frischt unerwartet rasch auf, am nahen Guffert regnet es bereits und der aufkommende Wind raschelt ordentlich durch die Strippen unseres gar nicht mehr am Boden bleiben wollenden Schirms. Also weichen wir auf ein weiter unten befindliches Plateau aus.

"Es wird ein unkonventioneller Start", warnt Mike. Wie wahr, denn wir laufen dem Hang entgegen. Und selbst der Plan, nach links abzuheben, um dann in engem Bogen Richtung Tal zu gleiten, wird spontan geändert. Es geht scharf nach rechts, wo ein Schneefeld und ein Felshaufen im Weg stehen. Egal, ich renn weiter, komme mir aber vor, als würde ich einen Lkw ziehen. 

Wer sich traut, wird beim Tandemflug mit einem phänomenalen Ausblick über den Achensee belohnt. (Quelle: Mike Küng/srt)Wer sich traut, wird beim Tandemflug mit einem phänomenalen Ausblick über den Achensee belohnt. (Quelle: Mike Küng/srt)

Warum heben wir nicht ab? Und was soll da die Kante? Eine Kante?! "Renn weiter", macht Mike jede Spontanbremsgedanken zunichte. Also renne ich weiter – und springe. Mein letzter Schritt geht ins Leere, unter mir ein etwa 100 Meter tiefer Abgrund. Aber wir fliegen. Endlich. Selten so erleichtert gewesen. Und so glücklich. Als wir in einem "Bart" nach oben kreisen, denke ich: So müssen sich Adler fühlen! Die Akrobatikeinlagen des Akrobatikweltmeisters setzen dem Flug die Krone auf. Schön auch das Finale: Just in dem Moment, als wir neben dem Bahnsteig in Pertisau auf einer Wiese landen, hält die Achenseebahn –Motto: "125 Jahre und noch alle eigenen Zähne!" Große Dampfwolken. Großes Kino. 

Steinölbad im Luxushotel zur Entspannung 

Vollends fällt die Anspannung dann im Posthotel Achenkirch ab, es ist das einzige Fünfsternehotel in der an Viersternehotels überreichen Gegend. Das kleine Manko, etwas abseits vom See zu liegen, macht das Hotel mit den laut Eigenwerbung "exklusivsten Wasser- und Wohlfühlwelten des Landes", einer eigenen Lipizzanerzucht und Haubenküche wieder wett. Ein Steinölbad ist jetzt Pflicht, schließlich ist das das Wellness-Alleinstellungsmerkmal der Region. 

Da ich, angefixt durch die angenehme Wirkung des Öls, mehr über das "schwarze Gold vom Achensee" wissen will, steuere ich tags darauf das Vitalberg-Besucherzentrum in Pertisau an, das über die mehr als 110-jährige Geschichte der Steinölbrenner informiert. Auf dem Weg dorthin flattert mir in Achenkirch wieder ein "Adler" über den Weg – ein Schild macht auf das Schaubacken von Vinschgerl, Brot und Brezen im Holzofen aufmerksam. Mittwochs und freitags in der "Bäckerei Adler".

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