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Insel Sir Bani Yas: Abu Dhabis Arche

27.01.2011, 12:58 Uhr | srt/Fabian von Poser, srt

Insel Sir Bani Yas: Abu Dhabis Arche  . Arabische Oryx-Antilopen auf Sir Bani Yas. (Foto: Fabian von Poser)

Arabische Oryx-Antilopen auf Sir Bani Yas. (Foto: Fabian von Poser)

Tierprofessor Bernhard Grzimek hätte in Abu Dhabi seine helle Freude daran gehabt. Alle sind sie da: die Antilopen, die Strauße, die Giraffen. Ja selbst die schüchternen Sandgazellen. Überall grast, äst, kaut und scharrt es mit den Hufen. Um uns herum nichts als schneeweiße Antilopen, milchkaffeefarbene Böcke, bockende Berberschafe. Es ist fast so wie in einem von Grzimeks Dokumentarfilmen aus Ostafrika: irrwitzige Landschaften und Tiere, soweit das Auge reicht. Doch der Ort des Geschehens ist ein anderer: eine Insel im Arabischen Golf namens Sir Bani Yas. Bewundern Sie die Arche Noah auch in unserer Foto-Show.

Überall Wasser

Die Insel war in braunes Packpapier gewickelt, als wir am frühen Morgen vom einzigen Hotel der Insel aufbrachen. Der Dunst hing noch tief, das erste Sonnenlicht fiel in Kaskaden durch die Wolken, und wir waren nicht sicher, ob es echte Wolken waren oder nur die Feuchtigkeit der Nacht. Gut eine halbe Stunde waren wir unterwegs, als Rangerin Nicky dem Schaukeln ein Ende machte und den offenen Jeep auf einem Hügel zum Stehen brachte. Von dort war das Eiland ganz zu überblicken: Links Wasser, rechts Wasser, vorne Wasser, hinten Wasser. Aber wo waren die Tiere? Nicky wisperte noch einmal ins Funkgerät. Dann bog der Wagen um eine Kurve, und auf einmal standen sie da: Gazellen in rauer Menge. Friedlich grasten sie dort, wo eigentlich nur Sand war. Sand und ein paar struppige Büsche. Und wir mittendrin.

Hochhäuser auf Sand

Sir Bani Yas, etwa 250 Kilometer von Abu Dhabi Stadt entfernt und nur 87 Quadratkilometer groß, ist die größte der sogenannten Desert Islands. Die Scheichs am Golf haben Hochhäuser auf Sand gebaut. Sie bauen Skipisten auf Sand und Formel-Eins-Kurse im Sand. Und jetzt endlich haben sie etwas Sinnvolles geschaffen: ihre ganz persönliche Serengeti. Alles fing mit zehn Antilopen an. Irgendwann in den 70er Jahren war das. Der damalige Regent Scheich Zayed hatte sie gekauft und auf seine Privatinsel bringen lassen. Oft kam er mit seiner Frau am Wochenende her, um die Ruhe zu genießen und lebte dabei in seinem Inselpalast.

    Ein Paradies für bedrohte Tierarten

    Zunächst bestand Sir Bani Yas aus nichts als Sand und Stein. Doch Zayed hatte eine Vision: Er wollte die Insel zu einem grünen Paradies für bedrohte Tierarten machen. In zwei Jahrzehnten wurden aus einer Handvoll Tiere mehrere tausend. 200 Kilometer Zäune wurden eingerissen, Millionen Pflanzen gepflanzt: Oliven, Akazien und Weihrauchbäume. In den 90er Jahren wurde Sir Bani Yas für Besucher geöffnet. Bald waren die Tickets so begehrt, dass man sie ein Jahr im Voraus buchen musste. Heute bietet die Insel vielen gefährdeten Arten Schutz: arabischen Oryx-Antilopen, Sandgazellen, Hirschziegenantilopen, Wild- und Berberschafen. Dazu kommen mehrere Dutzend Giraffen, Goldrückenschakale, Geparden, braune Hyänen und rund 170 Vogelarten.

    Die Antilope am Horizont

    Der Wüstensand flirrt, der Wind zerrt an den Büschen, als wir das Heiligtum der Insel betreten oder besser befahren. Der größte Schatz von Sir Bani Yas liegt gut verborgen: oben hinter einem gusseisernen Tor, das zwei erwachsene Männer kaum aufstemmen können. Dort, wo die Asphaltstraße längst aufgehört hat, sich zwei unscheinbare Feldwege kreuzen und ein paar Palmen im Wind wehen. Wir holpern in ein Gehege. Noch rührt sich nichts. Doch dann: Gegen die tief stehende Sonne zeichnen sich dunkle Silhouetten wie Scherenschnitte ab. Zuerst zwei Hörner, dann vier, dann schälen sich die mächtigen Leiber zweier Oryx-Antilopen aus dem Sand. Schnell werden aus zwei Tieren 20, dann 50, dann 100.

    Eine Antilope als Vorzeigeprojekt

    Die Arabischen Oryx-Antilopen sind das Vorzeigeprojekt der Scheichs. Sie gehören zu den seltensten Antilopenarten überhaupt. So selten, dass man sie an den Fingern abzählen kann. In Zoos dieser Welt werden sie für teures Geld gehandelt - zu 100000 Euro das Stück. 2008 lebten in Tierparks gerade mal 900 Exemplare. Allein auf Sir Bani Yas sind es heute mehr als 500. "Die größte Population weltweit, diese Tiere sind der Schatz der Insel", sagt Lars Nielsen, der uns an diesem Tag begleitet. Nielsen ist blond, groß, Däne und PR-Mensch auf Sir Bani Yas. So etwas brauchen die Scheichs, seit immer mehr Menschen aus der ganzen Welt kommen.

    Hyänen und Kakerlaken

    Die spinnen, die Scheichs, denkt sich manch einer angesichts der Antilopen im Wert von vielen Millionen Euro, die hier mal eben so rumstehen. Und sie haben noch nicht ausgesponnen. Der Eindruck verfestigt sich, wenn man Nielsen zuhört. Erst vor ein paar Monaten hätten die Nachkommen des 2004 verstorbenen Zayed Geparden, Hyänen und Karakale in den Tierpark entlassen, berichtet der Däne. Ihre Vision: die Natur wieder so herzustellen, wie sie einmal war. Mit dem ewigen Wettstreit von Jäger und Gejagtem: Antilope frisst Gras, Raubkatze frisst Antilope und so weiter. Dieses Ansinnen könnte die Scheichs teuer zu stehen kommen angesichts des Werts einer Antilope. Doch Nielsen wiegelt ab: "Oryx-Antilopen sind viel zu groß für Geparde." Und natürlich wurden die Raubkatzen nur dort freigelassen, wo sie keinen Schaden anrichten können. Grundsätzlich aber soll es hier schon sein wie im richtigen Leben. "Wir müssen für eine natürliche Selektion sorgen, sonst wird die Antilopen-Population zu groß."

    Ein Traum - auf dem Reißbrett entstanden

    Wie im richtigen Leben ist Sir Bani Yas nur annähernd. Denn der auf dem Reißbrett entstandene Safari-Park ist nahe dran, ein Traum zu sein. Und kein Ort eignet sich nach einem Safari-Tag besser, um das Gesehene Revue passieren zu lassen, als die 2008 eröffnete Fünf-Sterne-Lodge der thailändischen Hotelkette Ananatara. Ein großartiges Gefühl ist das, wenn man am Abend nach der Millionen-Euro-Safari die verstaubten Klamotten abstreift, den Bademantel überzieht und über die langen Flure ins Spa huscht. Dann liegt man bei offenen Fenstern da, die Masseurin reibt einem den Rücken abwechselnd mit Dattel- und Aloe-Vera-Öl ein, und draußen hängt der Mond wie eine Sichel am Himmel. Man könnte Stunden hier im Kerzenschein liegen, in den Sternenhimmel starren und vom alten Grzimek träumen. Doch sanft, ganz sanft wippt einen das Rauschen der Wellen in den Schlaf.

    Weitere Informationen:
    Anreise: z.B. mit Etihad Airways zweimal täglich ab Frankfurt und einmal ab München nach Abu Dhabi. Der Flug dauert etwa sechs Stunden und kostet ab 430 Euro inkl. Steuern und Gebühren. Auch Lufthansa fliegt Abu Dhabi an. Von Abu Dhabi Stadt geht es in einer Stunde weiter mit dem Kleinflugzeug nach Sir Bani Yas (z.B. Empire Aviation und Abu Dhabi Aviation, www.desertislands.com, ca. 140 Euro pro Strecke) oder mit Auto und Schiff.
    Einreise: Für die Einreise genügt ein sechs Monate gültiger Reisepass. Das Visum ist 60 Tage gültig und kostenlos am Flughafen erhältlich.
    Beste Reisezeit: Die angenehmsten Reisemonate für Abu Dhabi sind September bis Mai mit Tagestemperaturen von 25 bis 35 Grad. Im Sommer ist es mit bis zu 42 Grad sehr heiß.
    Veranstalter: Sir Bani Yas befindet sich in den Programmen von Dertour, Meier's Weltreisen, Thomas Cook, FTI und Designreisen.
    Unterkunft: Das Anantara Desert Island Resort auf der Insel bietet ein Package mit dem Namen "Island Explorer" mit zwei Übernachtungen, Frühstück, einer Inselaktivität sowie Bootstransfer vom Festland ab 275 Euro pro Doppelzimmer im Deluxe Room an (www.desertislands.anantara.com). Ende 2011 eröffnen zwei weitere Lodges. Außerdem soll eine Reitschule mit Pferdezucht eingeweiht werden, ein Tauchcenter und ein Outdoor-Camp für Jugendliche.
    Weitere Auskünfte: Abu Dhabi Tourism Authority, Tel. 069/29925390, www.visitabudhabi.ae.

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