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Insel-Geheimtipp Palau war einst deutsche Kolonie

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Ehemalige deutsche Kolonie  

Grüne Flecken im endlosen Meer

14.06.2016, 16:07 Uhr | Frank Rumpf, dpa

Insel-Geheimtipp Palau war einst deutsche Kolonie. Grüne Flecken im endlosen Meer: Das Südsee-Archipel Palau. (Quelle: dpa/Palau Visitors Authority/Mark Downey)

Grüne Flecken im endlosen Meer: Das Südsee-Archipel Palau. (Quelle: Palau Visitors Authority/Mark Downey/dpa)

Hunderte kleine, pilzförmige Inseln im Pazifik, 1-A-Tauchgründe und sogar ein bisschen Geschichte: Die ehemalige deutsche Kolonie Palau ist ein wahres Paradies - wenn auch nicht so einfach zu erreichen. Sehen Sie das Inselparadies auch in unserer Foto-Show.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Die Inseln von Palau zählen zu den schönsten Tauchgründen und Unterwasser-Hotspots der Welt. Eine Schnorchel-Ausrüstung reicht, um in der ehemaligen deutschen Kolonie Raubfische aller Größen zu erleben. Einziger Nachteil Palaus: Das Leben ist, wie auf den meisten Inseln, teuer, und man kommt schwer hin. Tägliche Direktverbindungen gibt es nicht. Von Europa fliegt man über Asien, zum Beispiel mit Zwischenstopp in Korea oder Taiwan.

Palau war im 2. Weltkrieg bitter umkämpft

Die einsame Lage hielt Japaner und Amerikaner im Zweiten Weltkrieg nicht davon ab, sich auf den Inselchen 800 Kilometer östlich der Philippinen erbitterte Kämpfe zu leisten. Flugzeugwracks im Wasser und alte Geschütze in Höhlen zeugen noch davon. Was auch kaum noch jemand weiß: Palau war 15 Jahre lang deutsches Hoheitsgebiet. 1899 kaufte das Reich die Kolonie den kriegsgebeutelten Spaniern zum Schnäppchenpreis ab, die Inseln wurden zum Teil des damaligen kaiserlichen Schutzgebietes Deutsch-Neuguineas. 1914 wurde Palau allerdings im Zuge des ersten Weltkriegs den Japanern überlassen.

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Wenig Deutsches ist geblieben. Im Museum von Koror endete kürzlich eine Ausstellung über die ehemalige Kolonialmacht. Ein Plakat zeigte "berühmte Deutsche": Luther, Merkel und Mesut Özil. Es gibt noch die Reste einer Förderanlage für Phosphat auf Angaur und der sogenannte "German Channel": Eine ins Riff gesprengte Fahrrinne, die heute Taucher als maritime Autobahn nutzen, um von den elf bewohnten Inseln an das wohl schönste Tauchrevier zu gelangen, die Blue Corner am südwestlichen Außenriff.

Begegnung mit Haien keine Seltenheit

Unglaublich schön ist die Unterwasserwelt an diesem Außenriff des Archipels von Palau. Überall bunte Korallen und Fische - gelb, blau, weiß.Große Fische, kleine Fische, ganz schmale Fische. So dicht ist der Verkehr unter Wasser, als hätte gerade die Rushhour eingesetzt, und Papageienfische, Flötenfische und Napoleonfische kehrten heim vom Tagwerk draußen im Meer. Plötzlich gleiten sogar zwei anderthalb Meter große Graue Riffhaie vorbei.

Dass es Haie sind, erkennen auch Laien sofort an Torpedoform und Rückenflosse. Dass diese beiden zur Art des Grauen Riffhais gehören - typisch für die Gegend, sonst aber eher nachts unterwegs - erklärt ein Tauchführer. Haie? Der Guide versichert: Kein Grund zur Beunruhigung. Die Raubfische interessieren sich mehr für Muränen und Doktorfische als für Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, ist höher als die eines Haiunfalls. Durch Homo sapiens sind Haie bedrohter als umgekehrt. In Palau werden die Tiere seit 2009 streng geschützt, als Freund und Helfer der Natur. Es war das erste Haischutzgebiet der Erde und ist immer noch das größte. Wer hier tauchen geht, muss mit Haien leben.

Paradies für Taucher und Schnorchler

Rund um Palaus 356 Inseln - die meisten sind bloß mit Palmen bewachsene Pilze aus Korallenkalk, kaum größer als ein Dorfplatz - liegen mehr als 60 ausgewiesene Tauchplätze. Das Wasser ist klar und mit 31 Grad fast badewannenwarm. Begegnungen mit Raub- und Großfischen sind so gewöhnlich wie der tägliche Regenguss.

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Ein halbes Dutzend Veranstalter bieten in Palau Tauch- und Schnorchelfahrten als Tagesausflug an. Meist handelt es sich um sogenannte Strömungstauchgänge. Sie sind sehr bequem: Man steigt ins Wasser, lässt sich treiben, blickt fasziniert in die blaue Tiefe und wird vom Boot ein paar hundert Meter später wieder aufgelesen.

Schwimmen im Quallensee

Schnorcheln kann man auf Palau auch in einem düsteren See auf der Insel Eil Malk. Um ihn zu erreichen, muss man am Bootsanleger Socken und Schuhe ausziehen und nach einer Desinfektion barfuß über eine Hügelkuppe steigen. Dahinter liegt in einem Tropenwald ein Brackwassertümpel, still und unspektakulär wie ein Gartenteich.

Doch unter der Oberfläche siedeln eine Million apfelgroße Mastigias-Quallen. Pulsierend schweben die bernsteinfarbenen Nesseltiere durchs dunkle Wasser. Der Taucher schwimmt mitten hindurch wie durch einen bizarren Lampenladen. Das kostet zunächst Überwindung: Brennende Kindheitserinnerungen an deutsche Nordseeküsten werden wach. Doch die hiesigen Quallen sind völlig harmlos und wiederum selbst viel verletzlicher als der Mensch - deshalb die Desinfektion der Füße vor dem Einstieg in den See. Nur Schnorcheln ist erlaubt, kein Tauchen mit Atemgeräten. Palau ist ein empfindlicher Schatz, man muss ihn gut hüten.

Weitere Informationen

  • Reisezeit: Palau kann ganzjährig bereist werden, die Temperaturen liegen zwischen 23 und 32 Grad, fast täglich fällt Regen. Die trockensten Monate sind Februar bis April.

  • Anreise: Aus Deutschland erreicht man Palau zum Beispiel mit Korean Air über Seoul/Incheon oder mit China Airlines über Taipei/Taiwan.

  • Einreise und Formalitäten: Touristen erhalten bei der Einreise am Flughafen ein Visum mit einer Gültigkeitsdauer von 30 Tagen. Hierfür ist ein gültiges Rück- oder Weiterflugticket vorzulegen. Bei Ausreise ist eine Flughafensteuer in bar in Höhe von 50 US-Dollar zu entrichten.
  • Kontakt: Fremdenverkehrsbüro Palau, Kaiserstraße 47, 60329 Frankfurt (Tel.: 069/24 24 89 78).

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