Sie sind hier: Home > Leben > Reisen >

Bolivien: mit dem Land Rover durch das spektakuläre Hochland

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Abenteuertour durch Bolivien

16.05.2012, 10:28 Uhr | Heiko Dilk/Raufeld

Bolivien: mit dem Land Rover durch das spektakuläre Hochland. Land Rover Experience Tour 2011 (Quelle: LET/Craig Pusey)

Land Rover Experience Tour 2011 (Quelle: LET/Craig Pusey)

Atemberaubende Ausblicke und Nervenkitzel an schwindelerregenden Abgründen: Das haben die Teilnehmer bei der Land Rover Experience Tour 2011 durch das spektakuläre Hochland Boliviens erlebt. Ein wahres Abenteuer in bis zu 5200 Meter Höhe. Über seine Eindrücke berichtet unser Autor. Sehen Sie dazu auch unsere Foto-Show.

Foto-Serie mit 5 Bildern

Nur noch einige hundert Meter bis zum Gipfel. Aber wir sind am höchsten Punkt unserer Reise angekommen. Rund gelutschte Findlinge und klitzeklein geriebenes Geröll an den Hängen machen deutlich, wo der Gletscher hier im Winter seine Kraft entfaltet. Jetzt, im Herbst, ist er noch immer fast greifbar. Normalerweise braucht man Steigeisen, um dem ewigen Eis so nahe zu kommen.

In den Cordillera Quimsa Cruz, einem Ausläufer der Anden, genügen grobstollige Reifen. Der Pass liegt auf fast 5200 Höhenmetern. Als wir aussteigen und johlend fürs Foto posieren, wird offensichtlich, dass stimmt, was uns vor der Abfahrt gesagt wurde: Höhenluft macht euphorisch. Vielleicht liegt es aber auch an der fabelhaften Aussicht.

Knapp 36 Stunden ist es her, seit wir im bolivianischen Cochabamba gestartet sind. >>

Oben auf dem Gletscher kommt es mir vor, als läge es mindestens eine Woche zurück, seit mein Mitfahrer um kurz nach halb sechs an meine Zimmertür klopfte. "Bist du fertig? Wir fahren in der ersten Gruppe mit dem Fotografen vorneweg. Wir müssen uns beeilen - wegen des Sonnenaufgangs."

Eigentlich war ich nicht fertig. Ich hatte nicht gefrühstückt. Aber wir sitzen wenig später in unserem Defender und folgen zwei weiteren, die mit Team-Mitgliedern von Land Rover und dem Tour-Fotografen Craig Pusey besetzt sind. Es dämmert langsam. Hans Herrmann Ruthe, einer der Instruktoren auf der Tour, mahnt aus dem ersten Wagen per Funk zur Eile.

Also preschen wir die Serpentinen hinauf und verlangsamen die Geschwindigkeit nur, wenn der Staub uns im Scheinwerferlicht komplett die Sicht nimmt. Wir kommen rechtzeitig am Aussichtspunkt an. Fotograf Craig schreit uns Anweisungen zu, und wir bugsieren die Autos vor dem Morgenhimmel in Position für die Fotos. >>

Zwölf Tage dauert die Land Rover Experience Tour 2011. An neun davon wird gefahren, jeweils bis zu 14 Stunden lang - verteilt auf 13 Defender. Mit dabei sind unter anderem sechs Teilnehmer, die sich in einem Auswahlverfahren gegen 2500 Bewerber durchsetzen konnten - und natürlich Dag Rogge und Hans Herrmann Ruthe von der Land Rover Experience. Sie sind die Strecke schon weit im Vorfeld abgefahren, haben Wege gesucht, Übernachtungsplätze organisiert und das Abenteuer Bolivien gut durchgeplant.

Seit 2002 wird die Land Rover Experience Tour veranstaltet. Zu den bisherigen Zielen gehörten Jordanien, Namibia, Kanada oder Malaysia. Abenteuerliche Strecken, die sich - jeweils in einer leicht entschärften Form - auch buchen lassen. Mit mindestens 5250 Euro ist der Preis für das Abenteuer nicht gerade niedrig, aber gemessen an dem, was geboten wird, eigentlich ein Schnäppchen. Geld verdient Land Rover damit nicht, den Veranstaltern geht es vor allem darum, zu zeigen, dass Land Rover eine echte Offroad-Marke ist.

Serpentine folgt auf Serpentine

Und keine Frage: Die Route, die wir fahren, passt zu diesem Anspruch. Unsere Reise führt über enge mit Schlaglöchern und Geröll übersäte Schotterpisten. Serpentine folgt auf Serpentine, durch grüne Täler und über karge Pässe. Die Camino de la Muerte jedenfalls, die legendäre Todesstraße, einige Tagesreisen entfernt, ist auch nicht gefährlicher als einige der Strecken, die wir hier meistern. Die Wege sind oft nur wenig breiter als die Autos selbst, extrem holprig und manchmal sehr, sehr steil. Den Land Rover Defender macht das weniger aus als uns. Zwar frisst die dünne Höhenluft Leistung, doch durch und hoch kommen wir überall. Auch der Anspruch an den Fahrer hält sich einigermaßen in Grenzen. Die Herausforderung ist eher psychisch. Denn höchste Konzentration und jede Menge Respekt sind notwendig, wenn der Hang neben der Strecke fast senkrecht Hunderte Meter tief ins Tal fällt.

Alle kauen Koka-Blätter Immer wieder trifft man auf den staubigen Pisten auf Einheimische, die einige Schafe, Kühe oder Schweine vor sich hertreiben oder am Wegesrand die Wäsche im Bach waschen. Meist sind es Frauen in der typischen Tracht der indigenen Volksgruppen. Faltenrock, bunte Tücher als Traghilfe um den Oberkörper gebunden, auf dem Kopf ein Strohhut oder die typische hohe Melone, unter der zwei lange Zöpfe baumeln. Alle kauen hier oben Koka-Blätter, Grundstoff für die Produktion von Kokain. Alles wirkt wie aus der Zeit gefallen. Doch zuweilen begegnen uns auf den holprigen Pisten hoffnungslos überfüllte Busse, die immense Staubfahnen hinter sich herziehen. Der öffentliche Nahverkehr, wenn man so will, der die Bergdörfer miteinander verbindet. Die schmalen, brutalen Schotterpisten sind eben ganz normale Verkehrswege. Mehr als zwei Drittel der Straßen in Bolivien sind nicht asphaltiert, nur wenig ist kartografiert. Das macht es für uns so aufregend. Eine unvergessliche Reise

Es ist nicht leicht, die vielen mächtigen Eindrücke zu verarbeiten. Nur die spektakulärsten bleiben wirklich hängen, dazwischen viele geistige Schnappschüsse, die sich schon wenig später kaum noch ordnen lassen. Ein grünes, von roten Felsen umgebenes Tal, durchzogen von einem kleinen Fluss, kleine spiegelnde Seen links und rechts der Strecke. Grüne Wiesen, auf denen Lamas grasen, vor kargen Hängen. Und dann: Der Blick von einem Bergkamm auf einen schneebedeckten Gipfel, vor dem sich zwei Kondore mit der Thermik langsam in die Höhe schrauben.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017