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Neustart der Superlative in Abu Dhabi

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Neustart der Superlative in Abu Dhabi

03.02.2012, 11:18 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Neustart der Superlative in Abu Dhabi. So soll das neue Kulturviertel Saadiyat in Abu Dhabi aussehen. (Quelle: saadiyat.ae)

So soll das neue Kulturviertel Saadiyat in Abu Dhabi aussehen. (Quelle: saadiyat.ae)

Kunstfreunde weltweit lassen die Korken knallen: Das Emirat hat Ende Januar in einem Relaunch endlich grünes Licht für das spektakulärste Kunst-Projekt auf dem Planeten gegeben. Zuvor hatte ein Baustopp die Verwirklichung des Architektur-Spektakels in Frage gestellt. wanted.de hat sich am Persischen Golf umgeschaut. Lassen Sie sich von Saadiyat Island in unserer Foto-Show inspirieren.

Foto-Serie mit 14 Bildern

Noch ist im Kulturdistrikt von Saadiyat – das heißt: Insel des Glücks – wenig zu sehen. Ein einsamer Würfel steht in der Sandwüste; auch der aus Shanghai eingeflogene leer stehende Pavillon der Weltausstellung 2010, der an eine Sanddüne erinnert, verbreitet kaum Aufbruchstimmung.

Doch immerhin sind die Zufahrtstraßen zum künftigen Kulturdistrikt fertig und die fortgeschrittenen Erdarbeiten deuten darauf hin, dass hier das größte architektonische Abenteuer der Welt entsteht. Denn die Emiratis haben erkannt, dass Öl- und Gas irgendwann zur Neige gehen und dass der Tourismus die Lücke füllen muss.

Nun hat das regierende Abu Dhabi Executive Council den Motor wieder angeworfen: An der ehemaligen Piratenküste wird ein enorm ehrgeiziges und 30 Milliarden Dollar teures Projekt gebaut, das seinesgleichen sucht. >>

So präsentiert sich im Informationszentrum Manarat al Saadiyat ein Modell mit atemberaubenden Entwürfen.

Zum einen soll bis 2017 die Filiale des Guggenheim Museums definitiv gebaut werden. Verantwortlich dafür ist Superstar Frank O. Gehry. Realisiert wird bis 2015 auch der Louvre Abu Dhabi von Pritzker-Preisträger Jean Nouvel. Durchgewunken wurde bis 2016 das Zayed National Museum, das den Staatsgründer Zayed bin Sultan Al Nahyan verherrlicht. Das spektakuläre Design stammt von Sir Norman Foster, es soll an die Flügel von Falken erinnern.

Grandioser Blick

Und wie wanted.de exklusiv aus Kreisen der staatlichen Tourismusbehörde TDIC erfuhr, werden in einer zweiten Entwicklungsphase auch das kühl gestaltete Maritime Museum von Architekt Tadao Ando und das Performing Arts Center der Irakerin Zaha Hadid mit grandiosem Blick auf die Skyline realisiert. Beide Projekte galten als gefährdet.

Die Kulturinsel, die eigentlich bis 2014 ihre Pforten öffnen sollte, war im vorigen Oktober von der staatlichen Tourism Development and Investment Corporation auf Eis gelegt worden. Seit dem Frühjahr 2011 tritt Abu Dhabi auf die Investitionsbremse, weil sich offenbar der Staatsfonds Abu Dhabi Investment Authority in der Finanzkrise und in der europäischen Schuldenkrise verspekuliert hat. Ferner rüsten die Vereinigten Arabischen Emirate wegen des iranischen Säbelrasselns auf. Dazu kam die Stütze des taumelnden Cousins Dubai – deshalb trägt das dortige höchste Haus der Welt auch den Namen Burj Khalifa – der Turm des Khalifa nach dem aktuellen Herrscher von Abu Dhabi, Sheikh Khalifa bin Zayed al-Nahyan. Weiter haben die Scheichs aus der "Arabellion" gelernt: Um die soziale Schere zu schließen, sowie um das enorme demografische Wachstum aufzufangen, setzt das Herrscherhaus verstärkt auf Soziales – in diesem Jahr sollen 7600 Mehrfamilienhäuser und 24 Schulen gebaut werden, wie die Khaleej Times berichtet. Diese Wohnungen sind für die Armen, wohlgemerkt aber nur für die Emiratis. Ausländer, die ihren Job verlieren, müssen innerhalb von einem Monat das Land verlassen. Es gibt sicher schlechtere Verwendungen für die sprudelnden Petrodollars. Die Bevölkerung der boomenden Vereinigten Arabischen Emirate verdoppelt sich statistisch betrachtet alle 8,7 Jahre. Die boomende Wirtschaft der Scheichs hat außerdem vielen Flüchtlingen aus der arabischen Welt einen Arbeitsplatz geboten

Luxus pur am Meer

Neben Öl und Gas sollen künftig zahlungskräftige Kultur-Touristen Geld ins Land bringen. Wenn der Gesamtkomplex Saadiyat in den bisherigen Dimensionen umgesetzt wird, bekommen Reisende auf 27 Quadratkilometern eine Destination geboten, die ihresgleichen sucht: Auf der Insel soll eine Stadt für 160.000 Menschen aus dem Boden gestampft werden, inklusive einem Campus der New York University und einem Jacht-Hafen. >>

Verwirklicht sind bisher einige Dutzend Villen im Rohbau, zudem haben ein Beach Club, ein Golfplatz und zwei Luxus-Hotels ihre Pforten geöffnet. Den Startschuss gab gerade das Park Hyatt Abu Dhabi in unmittelbarer Nähe des künftigen Kultur-Spektakels. Das Fünf-Sterne-Haus liegt paradiesisch an einem feinsandigen, neun Kilometer langen Strand mit einem seltenen unverbauten Blick auf das Meer, an dem sich auch Schildkröten tummeln.

Doppelzimmer sind im Hyatt ab 260 Euro zu haben, die Royal Villa kostet schlappe 7200 Euro pro Nacht – bietet dann aber auch stilgerecht Platz für die Großfamilie und das Dienstmädchen, das natürlich seinen eigenen Eingang hat. Alle Zimmer sind in angenehmen Brauntönen gehalten, die in der sengenden Sonne den Augen eine Pause verschaffen. Der Service ist exzellent. Noch ist nicht alles zu 100 Prozent fertig - doch das Haus arbeitet mit Hochdruck daran. Fazit: Mit der Kulturinsel Saadiyat wird sich das Emirat wohltuend vom Massentourismus des nördlichen Nachbarn Dubai abheben. Der Vater der Gazelle – so heißt Abu Dhabi übersetzt – bietet schon jetzt einige Highlights für die touristische Oberklasse. Dazu zählen die noch unentdeckten Strände, die Formel Eins, die vielen Top-Hotels, die Weite der Wüste und nicht zuletzt die grandiosen Angebote für Golfspieler.

"Ich bin enorm stolz darauf"

Mit Saadiyat aber wird Abu Dhabi endgültig ein Reiseziel von Weltrang. Zwar erinnert die Gigantomanie des Projektes an geplatzte Träume des Nachbarn Dubai – bleibt zu hoffen, dass der Motor nicht wieder abgewürgt wird. Doch für Detlef Haner, den Deutschland-Chef der Abu Dhabi Tourism Authority, steht im Gespräch mit wanted.de der Erfolg außer Frage: "Vor ein paar Jahren gab es in Abu Dhabi noch wenig touristische Highlights – jetzt geht es aber mit riesigen Schritten voran – ich bin enorm stolz darauf."

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