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Trennungshotel für die Scheidung

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Ohne Ring zurück: Scheidung im Trennungshotel

17.07.2012, 14:32 Uhr | Karsten-Thilo Raab/srt, srt

Trennungshotel für die Scheidung. Wenn man sich nichts mehr zu sagen hat, ist eine Scheidung oft unausweichlich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn man sich nichts mehr zu sagen hat, ist eine Scheidung oft unausweichlich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Während sich Pärchen gerne mal zu einem romantischen Wochenende in einem schicken Hotel einbuchen, reisen die Gäste in diesem Hotel zwar häufig gemeinsam an, aber meist getrennt wieder ab. Dabei sind sie, wenn auch nicht unbedingt glücklich, so doch überaus zufrieden. Und das, obwohl sie für zwei Übernachtungen in dem ungewöhnlichen Hotel 2500 Euro auf den Tisch legen mussten.

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Im Preis eingeschlossen ist dabei die vertragliche Fixierung, dass beide Ehepartner von nun an getrennte Wege gehen. "Wir helfen Paaren, alle notwendigen Scheidungsformalitäten schnell zu erledigen um auf angenehme Weise auseinander gehen zu können", erläutert der Niederländer Jim Halfens seine Geschäftsidee. Dabei ist das Scheidungshotel eine virtuelle Einrichtung.

Rundum-Paket zur Scheidung

Ausgehandelt und festgezurrt wird die Scheidung in den angemieteten Räumlichkeiten von sechs Nobelhotels, die als Kooperationspartner mit im Boot sind. Dabei werden die Noch-Partner in separaten Zimmern untergebracht und das Hotelpersonal ist sensibilisiert, um den Scheidungsgästen nicht aus Unwissenheit ein "schönes Wochenende" und "viel Spaß bei Ihrem Aufenthalt" zu wünschen.

Den Scheidungswilligen steht während des Wochenendes ein Team aus Anwälten, Notaren und Psychologen zur Seite sowie im Bedarfsfall auch ein Immobilienmakler und eine Kinderbetreuung.

"Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Ehepartner, die sich im Grundsatz über die bevorstehende Scheidung einig sind", berichtet Jim Halfens. Paare, die sich streiten wollen, erhalten stets eine Absage. So ist es wenig verwunderlich, dass sich das Scheidungshotel vorbehält, Interessenten auch abzuweisen. "Nur jedes dritte Paar wurde bis dato von uns angenommen", sagt der 33-jährige.

Voraussetzung sei neben dem grundsätzlichen Einvernehmen, dass die (Noch-)Verheirateten gewillt seien, mit einem Mediator zusammenzuarbeiten, und sich bereits weitgehend darauf verständigt hätten, wer welche Besitztümer bekomme und wer das Sorgerecht für etwaige Kinder erhalte. >>

Nur dann könne er garantieren, so Jim Halfens, dass die Scheidung an einem Wochenende in trockenen Tüchern sei. Der Aufenthalt ist klar gegliedert: Am Samstag werden zunächst mit einem Anwalt die juristisch notwendigen Formalitäten geklärt, bevor im Beisein eines Notars die Aufteilung des gemeinsamen Vermögens geregelt wird. Zudem kann sich das Paar - sofern gewünscht - gemeinsam mit einem Psychologen auf das "neue Leben" einstimmen, bevor am Sonntag, die erzielten Vereinbarungen schriftlich fixiert und beurkundet werden. Wem nach Feiern zumute ist, dem wird abschließend ein Gläschen Champagner kredenzt.

Stress und Schriftverkehr bleibt aus

Nach dem Wochenende ist die Scheidung zwar noch nicht rechtskräftig, aber alle notwendigen Formalitäten sind erledigt. Den Rest übernehmen die Mitarbeiter des Scheidungshotels, die gewöhnlich binnen sechs Wochen einen entsprechenden Gerichtsbescheid bewirken. "Wenn ein Paar sich trennt, ist dies schon schlimm genug. Da sollte die Leidenszeit nicht auch noch durch einen langwierigen Scheidungsprozess hinausgezögert werden", so erläutert der studierte Kommunikationswirt Jim Halfens seine Philosophie, die den Paaren viel Rennerei und Schriftverkehr zwischen den Anwälten beider Parteien erspart. Allerdings können bis dato nur Paare aus den Niederlanden in den zweifelhaften Genuss eines Trennungswochenendes im Scheidungshotel kommen. Gleichwohl arbeitet Jim Halfens mit seinem Team daran - nicht zuletzt aufgrund der vielen Nachfragen aus der ganzen Welt - seine Geschäftsidee auch ins benachbarte Ausland zu tragen. Bis dahin bleibt deutschen Paaren nur der kostspielige Gang zu einem ordentlichen Gericht - am besten ohne die traurigen Begleiterscheinungen eines Rosenkrieges.

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