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24 Stunden Wien

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Genuss zwischen Schnitzel und Hofreitschule

17.04.2013, 17:00 Uhr | Simone F. Lucas , srt

24 Stunden Wien. In Wien können Sie viel sehen und erleben.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Wien können Sie viel sehen und erleben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wien ist immer eine Reise wert. Selbst mit wenig Zeit kann der Besucher tief eintauchen in Kultur und Genuss. 24 Stunden genügen, um ins Kulturhistorische Museum zu gehen, über den Naschmarkt zu bummeln, in einem der berühmten Kaffeehäuser einen kleinen Braunen zu trinken, einen Schnitzel-Workshop zu machen, sich durchs Wiener Nachtleben treiben zu lassen und der Hofreitschule aufs Dach zu steigen.

Foto-Serie mit 14 Bildern

Und man kann sogar noch einen Blick auf die Baustelle des Hauptbahnhofs werfen, die so ganz anders ist als die in Stuttgart. Wie das unter einen Hut passt? Wir haben es ausprobiert.

Nach der Ankunft mit dem weinroten Railjet im Wiener Westbahnhof nehmen wir die U-Bahn in Richtung Museumsquartier - und sind auch schon mittendrin in Wien. Uns interessiert als erstes das Kulturhistorische Museum, dieses Gesamtkunstwerk mit seinen wunderschön gestalteten Wänden und den von Gustav Klimt geschaffenen Leinwandbildern zwischen den Säulen über dem Treppenaufgang. Für die neu eröffnete Kunstkammer und die legendäre Saliera, das goldene Salzfass von Benvenuto Cellini (16. Jh.) bleibt keine Zeit. Zu groß ist der Andrang, und wir haben es versäumt, uns ein Zeitfenster zu reservieren. Dafür genießen wir die fantastische Brueghel-Sammlung des Hauses und Dürers Landauer Altar, der ob seiner unerhörten Farbigkeit schon fast kitschig wirkt. >>

Dann zieht es uns zur Hofburg und zur Hofreitschule, der man seit neuestem aufs Dach steigen kann - genauer: in den Dachstuhl. Bei einem geführten Rundgang wandeln maximal 20 Personen in einer Art "Zwischenzone" auf Holzdielen über der grandiosen Stuckdecke, die an dicken Eisenbändern befestigt ist. Wie ein Irrgarten mutet das Gebälk darüber an. 2000 Fichten und Tannen, sagt die Führerin, wurden für den Dachstuhl verbaut - ein ganzer Wald.

Nur ein Katzensprung ist es von hier zu Plachuttas "Gasthaus zur Oper", wo die Klassiker der Wiener Küche auf den Tisch kommen. Hin und wieder verrät der mittlerweile 72 Jahre alte Patron sein Rezept für das Original Wiener Schnitzel. Die Stuben in dem Gasthaus, in dem sich modernes Design und Wiener Tradition aufs Schönste begegnen, sind bis auf den letzten Tisch besetzt. "Es gibt Tage, an denen wir 1000 Gäste haben", sagt Ewald Plachutta. Den Erfolg verdanke das 2011 eröffnete gastliche Haus seinem Sohn Mario, erklärt der stolze Vater, der schon mit 14 Jahren seine Kochlehre gemacht hat >>

und sich seit 2005 auch Professor nennen darf. Die Leidenschaft des Seniors gilt noch immer dem Rindvieh und der traditionellen "Wiener Teilung". Die findet sich auch im "Goldenen Plachutta", dem opulenten Kochbuch, das man auch hier kaufen kann - mit der Signatur des Patrons, versteht sich.
Uns aber interessiert nur das Kalbsschnitzel, das klassisch aus der Schale geschnitten wird, dem "Kaiserteil". Was die Würze angeht, ist der Meister puristisch. "Wir pfeffern nicht", sagt er streng. Und als Beilage gestattet er nur ein Stück Zitrone und den Erdäpfelsalat, "sonst gar nichts". Beim Anblick des goldgelben Prachtstücks läuft uns das Wasser im Mund zusammen.

Jetzt könnte man noch schnell zum neuen Hauptbahnhof fahren und schauen, warum hier funktioniert, was in Stuttgart zu scheitern droht. Immerhin sind die Wiener so ziemlich im Zeitplan mit ihrem neuen Hauptbahnhof, einer der bedeutendsten Infrastrukturmaßnahmen der Nachkriegszeit. Entsteht doch hier nicht nur aus bisher zwei Sack-Bahnhöfen ein neuer Durchgangsbahnhof, der Österreichs Hauptstadt in alle Himmelsrichtungen vernetzt, sondern auch ein neues Wohnviertel. Obwohl auch der Wiener Hauptbahnhof mehr Geld verschlingt, als anfänglich geplant (eine Milliarde statt 420 Millionen Euro), und obwohl vor allem die nötigen Abbrucharbeiten mit viel Lärm verbunden waren, blieb in Wien der große Aufschrei aus. Und der Baufortschritt kann sich sehen lassen. Seit August letzten Jahres fahren die ersten Züge durch, im Dezember wurden vier von zehn Bahnsteigen und fünf von zwölf Gleisen in Betrieb genommen.

Fünf Millionen Euro teure Infobox

Im Bahnorama, der fünf Millionen teuren Infobox, bekommen Interessierte auf drei Ebenen Antworten auf ihre Fragen, und im angeschlossenen Holzturm können sie auf die Baugruben und den empor wachsenden Bahnhof hinunter schauen. 250.000 Menschen haben das bisher getan, wir auch. Es lohnt sich. Gleich unterm Hauptbahnhof fährt eine Tram zum Westbahnhof und bringt uns zurück zum Ausgangspunkt unserer Stippvisite. Wir lassen uns durch die Mariahilfer Straße treiben, schnuppern ein bisschen Lifestyle im "Freiraum", knabbern Sushi im trendigen Dots, wo der venezianische Spiegel im Damenklo mit seinen indiskreten Einblicken für Aufregung sorgte,

und landen schließlich bei einem gigantischen Backhendel im Alt-Wiener Gasthaus Steman.
Am nächsten Tag bleibt noch genügend Zeit für einen Bummel über den Naschmarkt, Wiens größten Obst- und Gemüsemarkt, bevor wir uns ins berühmte Café Sperl am Spittelmarkt setzen. Hier haben Klimt & Co einst ihre "kleinen Braunen" mit Skizzen auf dem Kaffeehauspapier bezahlt und Franz Lehar hat am Stammtisch Hof gehalten. Noch immer ist das Sperl bei Wiens Literaten beliebt, weil sie hier wie eh und je ungestört Kaffee trinken und Zeitung lesen können. Für einen großen Braunen und einen Apfelstrudel reicht die Zeit noch, ehe uns die U-Bahn zurück zum Westbahnhof bringt, wo der Railjet pünktlich abfährt.

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