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Haitauchen: Warten, bis die Haie kommen

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Auge in Auge mit dem Killer der Meere

31.07.2013, 12:53 Uhr | Thomas Becht/Frank Lansky, wanted.de

Haitauchen: Warten, bis die Haie kommen. Beim "Shark Cage Diving" kann man den Haien aus nächster Nähe ins Maul schauen. (Quelle: imago/oceans-image)

Beim "Shark Cage Diving" kann man den Haien aus nächster Nähe ins Maul schauen. (Quelle: oceans-image/imago)

Zähne wie Rasiermesser, kalte Augen, pure Kraft – als der riesige Hai direkt vor ihr in die Gitter kracht, stockt Eva Schramm das Herz. Noch lange zittert die Studentin aus Darmstadt am ganzen Leib – der aggressivste und größte Killer aus dem Hai-Rudel hatte überaschend nicht abgedreht, sondern den Käfig direkt gerammt und sie ganz offensichtlich als seine Beute auserkoren. Willkommen beim Haitauchen in Gaansbai an der Küste von Südafrika – wanted.de hat sich näher mit dem unvergesslichen Abenteuer beschäftigt.

So schnell geht das beim Haitauchen: Anfangs, wenn es ins Wasser geht, sind die meisten Taucher noch cool, denn der scheinbar robuste Stahlkäfig verspricht Sicherheit. Doch der Puls rast schnell nach oben, wenn ein sechs Meter langes Ungetüm die Touristen hinter Gittern für eine leckere Vorspeise hält -  und ein solches Ungeheuer kann über drei Tonnen schwer werden.

„Anstatt wie sonst in Richtung Käfig zu schwimmen, abzudrehen und parallel an uns vorbei zu schwimmen, schwamm der riesige Hai frontal auf mich zu und knallte direkt vor meiner Nase in den Kasten. Er biss in die Gitter und ich hatte das unglaublich große, offene Maul vor mir. Die Stange, an der wir uns festhielten, war nur zehn Zentimeter von der Außenwand entfernt - da habe ich ganz schnell losgelassen. Danach hatte ich den totalen Adrenalin-Kick. Das war echt der Wahnsinn!“ >>

Geschwindigkeit plus Masse treffen auf ein paar Kilogramm Metall – wer bei diesem Rütteln cool bleibt, ist nicht von dieser Welt. Da kommt Mann schnell ins Grübeln: Ist das Abenteuer wirklich sicher? Ist die Zelle auch nicht verrostet? Und springt der schlaue Räuber vielleicht von oben in den Schutzkäfig hinein? Schließlich können die Raubfische exzellent und meterhoch abheben – mitunter ist der Haikäfig oben sogar offen, damit die Taucher vom Boot aus einsteigen können.

Risikolos ist das Abenteuer also nicht: Erst im März durchbrach ein Hai in der Gaansbai frontal die Gitterstäbe des Käfigs, zwängte seinen Kopf hindurch und schnappte nach den Haitauchern, die sich panisch wegduckten - gerade noch rechtzeitig.

Hai-Paradies in Südafrika

Angelockt werden die Haie von der Crew mit blutigen Thunfisch-Köpfen. Wenn das hungrige Rudel auftaucht, ruft der Guide „Down, down!“. Und schon verschwinden sieben Köpfe, in die Mütze ihres Neoprenanzuges gehüllt, unter die Wasseroberfläche.

Die Abenteurer lassen sich vom Gewicht ihres Bleigürtels auf den Käfigboden fallen. Bis zu 45 Minuten bleiben sie im Wasser, um die Haie hautnah in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben. Als Paradies für Haitaucher gilt die Küste vor Gansbaai – das heißt übersetzt Gänsebucht. Offensichtlich wissen auch die Unterwasser-Jäger das schmackhafte Federvieh zu schätzen. Der Ort liegt rund 170 Kilometer südöstlich von Kapstadt. Ein Trip dauert mehrere Stunden, kostet rund 150 Euro und beginnt an Land mit einem leichten Frühstück, das die Gäste an Bord bei schwerer See aber allzu häufig umgehend dem Meeresgott Neptun opfern. Die Ausrüstung wird an Bord gestellt: Vor dem Abtauchen in den Käfig zwängen sich die Hai-Helden in Neoprenanzug und Schuhe, Taucherbrille und Bleigürtel. Dann heißt es warten, bis die ersten Haie auftauchen.

Boomendes Business mit dem Meeres-Killer

Anbieter sind unter anderem die Firma "Shark Diving Unlimited", mit der Studentin Schramm aufs Meer fuhr. Hotels arbeiten auch mit "Marine Dynamics" zusammen, doch die Zahl der Anbieter ist Legion. Die beste Zeit ist von April bis September. Neben der südafrikanischen Küste ist auch Port Lincoln im Süden Australiens ein bekannter Ort für das "Shark Cage Diving". In Deutschland bietet unter anderem die Firma "Getyourguide" weltweite Touren zum Haitauchen an.

Noch heftiger ist das Hai-Abenteuer ohne Schutzkäfig. Dafür bietet sich ein Trip nach Umkomaas an der Südküste Südafrikas an. Top-Ereignis ist der jährliche "Sardine Run" im Juni und Juli – dann tummeln sich hunderte von Haien vor der Küste, um sich durch Millionen von Fischen zu fressen. Die bekanntesten Tauchgebiete sind Protea Banks oder Aliwal Shoal.

Das Unterwasser-Abenteuer ist übrigens nicht unumstritten: Tierschützer warnen, dass die Jäger dadurch die Scheu vor dem Menschen verlieren und erklären so die steigende Zahl von Angriffen auf Surfer. Befürworter halten dagegen, dass Haie nur deswegen verstärkt angreifen, weil ihnen wegen der Überfischung der Meere die Nahrung fehlt. >>

Und durch die Tuchfühlung mit dem Raubfisch nehme der Respekt vor dem grauen, stromlinienförmigen und faszinierenden Jäger wieder zu – genau dies sei auch notwendig, da die globalen Bestände nach den Filmen aus der Reihe „Der Weiße Hai“ zu 90 Prozent dezimiert worden waren.

Ein Wirtschaftsfaktor ist der Hai-Tourismus allemal: Die University of British Columbia in Kanada hat errechnet, dass das Geschäft mit der Angst in den nächsten 20 Jahren weltweit mehr als 780 Millionen Dollar Umsatz jährlich bringen wird; alleine in Afrika tauchen nach Einschätzung von Branchen-Experten jährlich rund 20.000 Touristen ab, um den Weißen Hai, Tigerhai, Bullenhai oder Hammerhai hautnah zu erleben.

Unsere wanted.de-Heldin Eva Schramm kümmert dieser Business-Aspekt herzlich wenig. Was für sie zählt, ist das unbeschreibliche Abenteuer – der Adrenalin-Push nach ihrer Tour hielt noch den ganzen Tag an, das unbeschreibliche Erlebnis würde sie jederzeit wiederholen.

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