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Wildwest-Flair in Arizona: So wie einst Butch Cassidy

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So wie einst Butch Cassidy und Sundance Kid

22.08.2013, 09:25 Uhr | Christian Boergen, srt

Wer möchte nicht einmal Planwagen fahren, Country-Musik echter Cowboys hören und abends am Rande des Grand Canyon in den Sonnenuntergang reiten? Ein Engländer verwirklicht diesen Traum. Auf einer Cowboy-Ranch am Rande des Grand Canyon können Wildwest-Fans Cowboy spielen und sich dabei fühlen wie die großen Helden aus der Vergangenheit.

Von der Glücksspielmetropole Las Vegas aus liegt die mehr als 400 Quadratkilometer große "Grand Canyon Ranch" mit ihren 450 Corriente-Rindern, 66 Pferden und zwölf Büffeln ganze zwei Autostunden oder 45 Helikopterminuten entfernt. Wie praktisch, dass Nigel Turner dort nicht nur Träume vom Wilden Westen erfüllt, sondern mit seinem Unternehmen "Heli USA" zugleich Panoramaflüge über den Hoover-Staudamm und das größte Canyon-System der Welt anbietet.
Genügend Flugerfahrung hat der Absolvent der Königlichen Militärakademie Sandhurst jedenfalls - und zwar als Pilot des britischen Heeres im Falkland-Krieg. Auch am Himmel über Berlin kennt sich Turner bestens aus: Dort zeigte der Hauptmann nicht nur Prominenten wie der kürzlich verstorbenen Margaret Thatcher die Mauer von oben, sondern half auch dabei, die entführten Passagiere eines russischen Flugzeugs zu befreien. Dafür setzte er vier Sondereinsatzkräfte auf dem Flügel der in Berlin-Gatow anrollenden Maschine ab. >>

Nur eine Nachrichtensperre des Militärs verhinderte damals, dass Turner als Held gefeiert wurde. Große Verdienste hat Turner auch als Meeresbiologe erworben: mit dem Nachweis von Gehirnschäden bei Nordsee-Säugetieren und Seevögeln durch Blei und Zink. Damit legte der Absolvent der Universität Newcastle die Grundlagen für das europaweite Verbot des Einsatzes von Schwermetallen in der Zellstoffindustrie.

Doch die Geschichte seiner Grand Canyon Ranch stellt die eigene noch in den Schatten. Gegründet wurde sie als "Diamond Bar Ranch" 1865 von Wellington Starkey und dessen Familie. Mit dem Verkauf von Wasser und Lebensmitteln an Mormonen, deren Planwagen damals in Richtung Salt-Lake-City rollten, verdienten die Siedler ihren Lebensunterhalt - bis 1880 die Hualapai-Indianer auf den Kriegspfad gingen. Diese versetzten sich mit Geistertänzen in Trance und massakrierten zahlreiche Weiße, sodass die Familie ihre Ranch zeitweilig sogar räumen musste. >>

Unter mysteriösen Umständen nahm sich Starkey 1894 das Leben. Seine Witwe verkaufte das Anwesen später an den berüchtigten Tap Duncan, dem Überfälle und Geldwäsche für die Bande von Butch Cassidy, Sundance Kid und Kid Curry zu Wohlstand verholfen hatten. Von dessen Töchtern erwarb später der Cowboy und Rodeo-Champion Dale Smith die Ranch, der Steuerschulden tilgte, indem er der US-Regierung einen Großteil des Grundbesitzes abtrat. 2002 schließlich übernahm der "englische Cowboy" Turner den Besitz von Smith und nannte den Ort fortan "Grand Canyon Ranch". Das Brandzeichen seiner Rinder änderte Turner bei der Übernahme übrigens gleich mit: Ein paar Striche, schon wurde aus dem "Diamond Bar"-Diamanten ein Helikopter.

Wilder Westen und wilde Tiere

Heute ist die Ranch ein riesiges Areal, in dem sich Wildwest-Freaks wohlfühlen. Vom Hubschrauber-Landeplatz der Ranch geht es direkt ins Museum, das neben der Geschichte des Wilden Westens und zahlreichen Erinnerungsstücken an die Indianer auch die vielfältige Tierwelt Arizonas präsentiert. Auf dem weitläufigen Gelände leben immerhin 137 verschiedene Tierarten, darunter Pumas, zahlreiche Raubvögel wie der Steinadler und Reptilien wie die Klapperschlange. Wer sich vor deren Angriffen fürchtet, der kann unter fachkundiger Anleitung am Schießstand Selbstvertrauen tanken. Zur Ranch geht es dann stilecht per Planwagen. Dort angekommen, stehen komfortable Unterkünfte in Holzhütten und Indianerzelten zur Auswahl. Letztere glänzen mit richtigen Betten, können aber wegen der Winterkälte nur von März bis November gebucht werden. Gleich nebenan steht übrigens eine komplette Westernstadt mit der Original-Postkutschen-Station aus Lehm und dem original Galgen, an dem der Bruder von Dale Smith als Viehdieb aufgeknüpft wurde. Hoch zu Ross passiert man am Nachmittag Hunderte Josua-Bäume, von denen nur im kalifornischen Joshua-Tree-Nationalpark mehr wachsen als hier. Zwar ähneln die bis zu 600 Jahre alten Riesen von ihrem Aussehen her Kakteen. Tatsächlich aber handelt es sich um sehr große Palmlilien. Der Ritt führt auch zu den Bisons der Ranch, die bis 1895 in den USA nahezu ausgerottet wurden, um den Indianerstämmen ihre Nahrungsquelle zu entziehen.

Geht die Sonne hinter dem Horizont unter, genießen Turners Gäste mit einem Sektglas in der Hand den Sonnenuntergang. Hinterher werden in Tap Duncans historischem Ranchhaus Hähnchen, Spare Ribs und Steaks serviert. Am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel singt Casey Adams dann Country-Songs, begleitet von Gitarrenmusik, Bier und Wein. Wie wild Amerikas Westen auch heute noch ist, musste Turner übrigens erfahren, als er vor einigen Jahren im Gefängnis landete. Damals hatte er mehrere Bauarbeiter zur Rede gestellt, die über seinen Grund und Boden eine Straße in den Grand Canyon West- Erlebnispark der Hualapai-Indianer bauen wollten. Turner befürchtete Umweltschäden und ging auf die Arbeiter los. Aussage stand gegen Aussage, denn die Arbeiter bezichtigen ihn, sie mit der Waffe bedroht zu haben. Mittlerweile haben sich die Hualapai-Indianer und Turner allerdings wieder verständigt und die Friedenspfeife geraucht.

Weitere Informationen zu der Reise in den Wilden Westen

Condor fliegt dienstags, donnerstags und sonntags, im Sommer auch freitags nonstop von Frankfurt nach Las Vegas. Hin- und Rückflug sind im Winter ab 660 Euro, im Sommer ab 800 Euro zu haben. Zubringerflüge kosten 70 Euro, Rail & Fly 29 Euro pro einfache Strecke. Bürger der meisten europäischen Staaten können die USA bis zu 90 Tage visafrei besuchen, benötigen jedoch einen gültigen Reisepass sowie eine elektronische Reisegenehmigung (ESTA), die 14 US-Dollar kostet und nur per Kreditkarte bezahlt werden kann. Weitere Informationen im Internet unter https://esta.cbp.dhs.gov/esta. Pauschalangebote: Die Grand Canyon Ranch ist buchbar bei: Canusa Touristik, Tel. 040/2272530, www.canusa.de, Dertour, Tel. 069/9588-5928, www.dertour.de, Neckermann Reisen, Tel. 01806/600660, www.neckermann-reisen.de, Boomerang Reisen, Tel. 0651/966800, www.boomerang-reisen.de und direkt bei Heli USA, Tel. 001/702/7368787, www.heliusa.com, www.grandcanyonranch.com.

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