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Mountainbiken in Gstaad

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Auf zwei Rädern zu den fünf Fingern Gottes

11.09.2014, 17:08 Uhr | srt - Norbert Eisele-Hein / wanted.de

Mountainbiken in Gstaad. Mountain-Biken über den Wolken (Quelle: N. Eisele-Hein, srt)

Mountain-Biken über den Wolken (Quelle: N. Eisele-Hein, srt)

Luxus und Abenteuer vereinen, das klingt leichter als es ist: Beim Mountainbiken in Gstaad lassen sich Adrenalin und Komfort stilvoll verknüpfen. Denn der edle Urlaubsort bietet eine faszinierende Sportwelt für Mountainbiker.

Sophia Loren, Elisabeth Taylor, Roger Moore - sie alle waren schon in Gstaad. Sie nächtigten im altehrwürdigen, unendlich noblen Palace Hotel, einem der besten Häuser der Schweiz, wenn nicht sogar der Welt. Die Gästegalerie im Foyer offenbart das Who is Who von alten und neuen Hollywood-Granden, Industriemagnaten und Blaublütern. Gleich einer Ritterburg thront der Monumentalbau hoch über den mondänen Holzchalets der Siebentausend-Seelen-Gemeinde.

Insider-Tipp Gstaad

Als Wintersportort genießt Gstaad schon seit Jahrzehnten weltweites Renommee. Die Mountainbike-Trails hingegen waren bis dato eigentlich nur Insidern ein Begriff. Doch seit mehreren Jahren setzt das Tourismusbüro nun auch auf diese Trumpfkarte. Und wenn die Eidgenossen Neuland betreten, dann richtig: Fünfzehn Trails wurden seither geschaffen und beschildert.

Es gibt eine kostenlose Wegekarte und für jede Tour auch die passenden GPS-Daten zum Download. Freeride-orientierte Touren sollen folgen.

Fitness ist das oberste Gebot

Maßgeblich beteiligt daran war und ist Claude Frautschi, seines Zeichens Swiss Certified Mountainbike Guide, der bereits 2007 "MTB-Saanenland" ins Leben rief und seither seine mal mehr oder weniger prominenten Gäste über die Bergketten führt.

"Klar, ich hatte auch schon Gäste aus dem Palace, dem Bellevue und anderen Fünf-Sterne-Hotels", sagt Claude. "Fitness ist auch für Weltstars oberstes Gebot. Und eine Biketour über die Berge unseres Saanenlands lässt Promis doch viel besser runterkommen als eine langweilige Trainingseinheit im Gym." Beim Stichwort Namedropping schmunzelt er kurz und deutet mit den Fingern auf versiegelte Lippen. "Hier in Gstaad hat die Diskretion oberste Priorität." >>

Wir starten in Gsteig, klettern unendliche Kehren hoch. Die Sonne brennt schon am frühen Morgen gnadenlos auf die Mischung aus Schotter und verworfenem Asphalt. "Die Auffahrten hier sind allesamt mächtig steil. Viele Wege müssen schier befestigt werden, weil sie sonst abrutschen würden", erklärt Claude.

Singletrails ins funkelnde Wolkenmeer

Gerade erreichen die Sonnenstrahlen das Skigebiet Glacier 3000. Raffiniert wird der 3209 Meter hohe Gipfel Diablerets hinterleuchtet. Die Teufelsgabel, eine kapitale Seilbahnstation und Gipfelrestaurant in Form eines betonierten Dreizacks, entworfen vom Stararchitekten Mario Botta, dominiert die Skyline. Am Col des Anderets haben wir bald 900 Höhenmeter in den Beinen, doch jeder Schweißtropfen wird belohnt: Schönste Schotter-Switchbacks und eine ganze Reihe feiner Singletrails zielen direkt in eine wabernde Wattepackung. Über dem Arnensee hängt ein diamanten funkelndes Wolkenmeer. Mit dem Anstieg des Thermometers wird der Dunst in die Luft gerissen und zerfetzt, bis das tiefblaue Funkeln des Gebirgssees das Hochtal regiert. Ein faszinierendes Schauspiel. Auf unserer Route schreddern wir ganz nebenbei auch direkt über den "Röstigraben", die schweizerisch-französische Sprachgrenze. Col du Pillon, Col des Anderets, La Palette hießen die Landmarken bis hierher. Jetzt lesen wir Seeberghorn, Unters Stuedeli und Walighürli auf der Karte. Vom Col de Voré zum Seeberg bringt der Trail puren Flow. Die heftig steilen Kehren zum Arnensee sind nur von technisch versierten Bikern ohne Tragepassage machbar.

Top-Küche und Promifaktor

Das Restaurant "Huus zum Arnensee" ist rappelvoll. Der frische Fisch aus dem Bergsee, oder "s'Gitzi", also butterweiches Kitzfleisch direkt von der Weide, schmecken köstlich. Maserati, Bentley, eine Handvoll Cayennes - auf dem Parkplatz türmen sich die Luxuskarossen. Die Schweiz war noch nie ein Schnäppchenziel und das noble Gstaad erst recht nicht. Wer den Promifaktor sucht oder unbedingt reich heiraten will, dem sei das "Green Go" im Palace Hotel empfohlen. Die Disco im Jetset-Style der 70er-Jahre legt prima Sound auf. Auch die zweite Tour erfordert anfangs einen festen Tritt. Erneut schraubt sich die Straße bald 1000 Höhenmeter am Stück von Zweisimmen hoch hinauf bis über den Seebergsee. Der See liegt göttlich. Umrahmt von monströsen Steinfindlingen wirkt er fast schon wie ein überdimensionierter Zen-Garten.

Aber Vorsicht: Bloß nicht von der meditativen Ruhe einlullen lassen. Die Abfahrt runter zum See hat einige steile knifflige Passagen. Ohnehin lässt sich einen knappen Kilometer weiter noch viel besser pausieren. Ringsherum markante Gipfelzacken, das Schweizer Kreuz flattert im Wind, Kuhglocken bimmeln einen fast schon in Trance, der Almbauer serviert Hobelkäse und Würste: Auf der Stierenbergalm verdichten sich die Klischees fast schon zur eidgenössischen Reizüberflutung. Doch noch sind es bald 150 Höhenmeter bis zum Gubi, dem Scheitelpunkt der Route.

Endorphinschub: 1050 Höhenmeter Downhill-Action Hier startet das eigentliche Feuerwerk erst. Die folgenden 1050 Höhenmeter Downhill sind, abgesehen von ein paar Karrenwegen zum Bremsfinger entspannend, ein einziger Singletrail-Traum. Kaum lenkerbreit, hübsch steil und technisch einfach zirkelt die Route "Uf de Fluene", also über die offene Bergflanke. Die Rocky Mountains lassen grüßen. Unten im Märchenwald, der intensiv nach Waldkräutern, Pilzen und frischgesägtem Holz duftet, schlängelt sich der Trail noch ganze 13 Spitzkehren und fast wurzelfrei weiter, bis er uns völlig Endorphin geschwängert bei Blankenburg ausspuckt. Göttliche Biker-Gefilde

Am nächsten Morgen steht der dritte Finger Gottes auf dem Programm. Über das Vallée des Fenils holen wir weit aus. Strampeln erneut über den Röstigraben auf den Mittelberg und die Hinderi Schneit. Im Norden zersägen die Felszacken der Gastlosen-Bergkette den Horizont. Über den Planihubel und den Hugeligrat erobern wir das Rellerli, einen 360°-Panorama-Gipfel. Die wuchtigen Felswände der Gummfluh und des "Le Rubli", auf Deutsch des Rüblihorns, wachsen gleich neben uns aus den sattgrünen Matten. Südwärts ragen - in einiger Entfernung zwar, aber dennoch gewaltig - die im Gegenlicht als Scherenschnitt übereinandergestapelten Viertausender der Berner Alpen, des Wallis und sogar des Mont Blanc in den Himmel. Wahrlich, Gott muss Biker sein. Seine Hand hat ganze Arbeit geleistet und himmlische Gefilde für uns erschaffen.

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