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Der Harley-Davidson-Treff in Sturgis

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500.000 Biker - Harley-Kult in Sturgis

30.07.2015, 11:49 Uhr | Margit Boeckh, SRT

Der Harley-Davidson-Treff in Sturgis. Das legendäre Harley-Treffen in Sturgis. (Quelle: srt)

Das legendäre Harley-Treffen in Sturgis. (Quelle: srt)

Motoren an: Das 6000-Einwohner-Kaff Sturgis im amerikanischen Nirgendwo in South Dakota ist Schauplatz des größten Biker-Treffs der Welt. Das 75-jährige Jubiläum in diesem Jahr dürfte ein besonderes Spektakel werden, denn mehr als eine halbe Million Biker werden zwischen dem 3. und 9. August im Biker-Mekka erwartet.

Das muss man sich einmal vorstellen, besser noch erlebt haben. Jahr für Jahr mutiert in der Gluthitze des Hochsommers dieses Nest Sturgis in den Weiten des US-Bundesstaats South Dakota zum größten Motorrad-Spektakel der Welt. Sorry: zum Mekka ausschließlich der HOGS natürlich. So lautet das doppeldeutige Kürzel (hog = Schwein) der Harley Owners Group. Ein absolut exklusiver Club, denn einzig dessen Mitglieder sind erwünscht auf der Biker-Mega-Sause.

Nur die Harley zählt

Bei den HOGS, den PS-strotzenden Harley-Fans auf ihren röhrenden Maschinen, ist man nun mal lieber unter sich. Auspuffrohre ohne Schalldämpfer geben hier den Ton an. Wenn sich Bikes anderer Marken wie etwa Japaner tatsächlich in die geheiligte Zone einschleichen,

ist das ein absolutes No-Go. Angefangen hat das alles ganz harmlos. Im Jahre 1938 war es, als ein gewisser J.C. "Pappy" Hoel, Inhaber eines Motorradladens, und ein paar Freunde die Idee zu einem Motorradrennen hatten. Ganze 19 Leute kamen damals. Doch die Sache wurde bald populär. Nur während des Zweiten Weltkrieges wurde die Rally zweimal abgeblasen. Nach dieser Zwangspause aber avancierte sie umso mehr zum Kult-Ereignis.

Donner über Dakota! Das bleibt im Ohr, wen es denn jemals im August über die Highways der ansonsten eher stillen Welt des weithin noch urtümlichen Western-Staates treibt.

Mondlandschaft in den Badlands

Der ist schon längst kein Geheimtipp mehr auch für deutsche Besucher auf der Suche nach dem Cowboy-Indianer- und Country-Gefühl. Da sind diese atemberaubenden Landschaften zwischen der Science-Fiction-Kulisse der mondgleich grandiosen Ödnis der Badlands und den Höhen der Black Hills, die mit ihren dichten dunklen Wäldern tatsächlich an unseren

Schwarzwald erinnern. Top-Attraktion sind natürlich die weltberühmten vier Präsidentenköpfe am Mount Rushmore. Nur rund zwanzig Meilen weiter westlich wird das gigantische Crazy Horse Memorial seit mehr als einem halben Jahrhundert aus dem Granitfelsen gesprengt. Dieses dem legendären Indianerführer vom Stamm der Oglala-Sioux gewidmete Reiterstandbild ist quasi die indianische Antwort auf das "weiße" Symbol der amerikanischen Demokratie am Rushmore erinnert an die problematische Geschichte Amerikas.

Doch abgesehen von diesen heroischen Insignien ist das Land im August zunächst fest in Bikerhand. Aus allen Richtungen kommen sie. Verdichten sich zu endlosen Pulks auf der landquerenden Interstate 90. Bis sie plötzlich abschwenken. Exit 30: Sturgis! Es röhrt und brummt abgrundtief. Der Boden vibriert. Schaufenster klirren. Wie die Heimsuchung reiten die Biker ein auf die vordem noch so stille Main Street. Donnern sie in endlosem Strom entlang. Auf und ab. Den ganzen Tag geht das so. Showdriving der PS-Protze.

Attraktive Frauen gehören dazu

Wenn die scharfen Maschinen denn mal am Straßenrand abgestellt sind, offenbaren sie ein wahres Putzwunder. Unglaublich blitzblank trotzen sie dem allgegenwärtigen Staub. Ein buntes Volk ist da unterwegs, so schrill aufgemotzt wie die Maschinen. Totenkopf-Bandanas, nietenstarrende Lederkluft, dazwischen Leoparden-Tangas und Pailetten-BHs. Denn heiße Frauen werden den heißen Öfen gerne als Beiwerk aufgesattelt. Feministinnen bitte mal weghören! Denn der Platz der Motor-Miezen hinter den Mackern auf dem Rücksitz wird gerne auch mal als "Pussy-Pad" bezeichnet. Gut so, dass immer mehr Biker-Amazonen selbst den Lenker in die Hand nehmen. Ein schrilles Volk ist da unterwegs "only for show". Denn speziell für die paar Rally-Tage mutieren ansonsten im Zivilleben brave Lehrer, Manager, Krankenschwestern zu Freaks.

Sie stellen demonstrativ zur Schau, dass es in ihrer Harley-Welt vor allem um eine Lebenshaltung geht. Born to be wild, forever young. Grund genug, Bärte, Busen und Bikes in Szene zu setzen. In diesen irren Sturgis-Tagen scheint die Welt nur aus Chrom und Lack, und massig Leder nebst reichlich Haut zu bestehen. Die Luft besteht aus einem atemraubenden Gemisch aus Auspuffgasen und Barbecue-Rauch. Überwölkt von den Hammerbeats der Bands, die in diesem Hexenkessel gegen die Bikes andröhnen. Am Rande reiben sich die Sturgis-Geschäftsleute die Hände. So viel Bier und Whisky, so viele Steaks und Frites, Klamotten, Devotionalien - es ist der Deal des Jahres! Nicht zu vergessen die vermieteten Unterkünfte. Die Dollars rauschen nur so durch die Kassen.

Von Bikern zu Bisons

Nach ein paar hitzigen, motor- und testosteron-gesättigten Tagen ist die Mega-Party dann vorbei. Der "Thunder across Dakota" donnert Richtung Heimat. Die unübersehbar großen Campgrounds versinken wieder in der Prärie-Ödnis. Sturgis, die Biker-Hauptstadt auf Zeit, fällt zurück in ihren beschaulichen Alltagstrott. Die Biker-Armada ist zurück im Normalo-Leben. Bis Ende September. Denn da ertönt der Donner über Dakota erneut - dieses Mal im O-Ton von richtigen Hufen. Beim alljährlichen Buffalo Roundup im Custer State Park, einem 30.000 Hektar umfassenden Naturparadies am Ostrand der Black Hills. Dort streifen rund 1300 Bisons neben Antilopen, Wapitihirschen und Bighornschafen frei umher. "Tatanka", wie die Indianer ihn nennen, der große Büffel, ist dank Maßnahmen des Naturschutzes zurück. Alljährlich werden sie hier im Frühherbst zusammengetrieben, auf Krankheiten überprüft und geimpft. Zehntausende verfolgen diese urgewaltige Zeremonie. Die Stampede der Bisons - auch das ist ein Auftritt im Wortsinne, den nie mehr vergisst, wer ihn einmal erleben durfte - ebenso wie das Harley-Treff.

Sehen Sie das Spektakel auch in unserer Fotoshow.

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