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Eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn

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Transsibirische Eisenbahn  

Die längste Bahnstrecke der Welt

16.11.2016, 11:53 Uhr | Brigitte von Imhof, srt

Eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Die Sonderzugreise ''Zarengold'' führt am Baikalsee vorbei. (Quelle: SRT/R. E. Jung/Lernidee)

Die Sonderzugreise ''Zarengold'' führt am Baikalsee vorbei. (Quelle: SRT/R. E. Jung/Lernidee)

Sieben Zeitzonen, 9288 Kilometer, 400 Bahnhöfe, 100 Städte: Die Transsibirische Eisenbahn ist die längste durchgehende Bahnstrecke der Welt. Die Zug-Legende führt von Moskau nach Wladiwostok am Pazifik. Jetzt feiert sie ihr 100-jähriges Bestehen.

Im Oktober 1916 war es soweit - als die 2,5 Kilometer lange Brücke über den Strom Amur endlich fertig gestellt war, konnte Russlands Jahrhundertwerk seiner Bestimmung übergeben werden: die Transsibirische Eisenbahn, kurz Transsib genannt, war geboren. Über 9288 Kilometer von Moskau bis Wladiwostok erstreckt sich die Ur-Trasse der Transsib. Heute gibt es mehrere Alternativstrecken, wobei bei Touristen die Strecke von Moskau über den Baikalsee und die Mongolei nach Peking am beliebtesten ist.

Der "Sibirien-Express" wird zum Mythos

Der längste Schienenstrang der Welt war von Beginn an eine Legende. Mit einer großen Werbekampagne während der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 weckte die Russische Eisenbahn in Kooperation mit dem Luxuszug-Betreiber Compagnie Internationale des Wagons-Lits enormes Interesse am neuen "Sibirien-Express".

Bald wurde die Transsib zum Mythos. Damals wie heute ist die Transsib-Reise für Menschen aus aller Welt ein Lebenstraum.

Nikolaus, der Thronfolger des Russischen Reichs, wollte mit einer Eisenbahn durch Sibirien die östlichsten Provinzen seines Riesenreichs als eine Art Stahlgürtel enger an Moskau binden. Der Grundstein dafür wurde im Jahr 1891 in Wladiwostok gelegt. Seit Baubeginn war die Transsib die Hauptschlagader des Russischen Reiches.

Die Transmongolische und Transmandschurische Strecke

Längst ist aus der Transsib-Strecke ein Streckennetz geworden. Je weiter man jedoch in die Wildnis Sibiriens kommt, desto dünner wird dieses Netz, bis es sich zu einer Linie verjüngt, die sich am Baikalsee wieder in verschiedene Strecken verzweigt.

Man kann in Russland bleiben und auf der Ur-Strecke bis zum Pazifik nach Wladiwostok fahren. Alternativ verlässt man Russland, durchquert die Mongolei bis nach Peking, was als Transmongolische Strecke bezeichnet wird. Es gibt noch eine dritte, weitgehend unbekannte und sehr exotische Variante, die Transmandschurische Strecke. Diese überquert weiter östlich die Grenze von Russland nach China und endet ebenfalls in Peking.

Auf der Reise mit der Transsib passiert man Betonwüsten und Birkenwälder, ertrinkt in der unfassbaren Weite und Einsamkeit des rauen Sibiriens. Transsib-Reisen bedeuten aber auch ein unermüdliches Zu- und Aussteigen von Reisenden und den Transport von Waren. Endlos lange, mit Holz, Kohle oder Erz beladene Züge warten in den rund 400 Bahnhöfen entlang der Strecke. Fast 100 Städte liegen entlang der Magistrale, 16 größere Flüsse werden überquert.

Sehenswürdigkeiten am Schienenrand

Besonders schön ist der 207 Kilometer lange Streckenabschnitt entlang des Baikalsees, dem größten Süßwassersee der Welt. Augen auf heißt es auch, wenn der Zug die eingangs erwähnte Amur-Brücke überquert. 1998/99 wurde sie durch eine 3,9 Kilometer lange kombinierte Auto-Eisenbahnbrücke ersetzt. Ein Brückenbogen blieb als historisches Baudenkmal stehen und umrahmt ein kleines Eisenbahnmuseum am Flussufer. Der Bogen ist übrigens auch auf dem 5000-Rubel-Schein abgebildet. Die Bahn durchquert zwischen Mogotscha und Skoworodino auch eine der kältesten Regionen der Welt: Die Wintertemperaturen können bis unter 60 Grad minus sinken - keine Gegend, wo man sich gerne länger die Füße vertreten würde.

Aufgrund wechselnder politischer, kultureller, sprachlicher und klimatischer Bedingungen sowie den oft nebulös erscheindenden Visabestimmungen ist die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn seit jeher eine abenteuerliche Herausforderung für Individualreisende. Die Buchung ist kompliziert, die Reisenden müssen sich lange und gewissenhaft auf das "Projekt Transsib" vorbereiten. Daher vertrauen sich die meisten Reisenden einem Veranstalter an.

Die Reise dauert bis 23 Tage Auf dem deutschen Markt ist seit 15 Jahren der Berliner Veranstalter Lernidee Erlebnisreisen etabliert, der bereits 30.000 Passagiere in dem exklusiv gecharterten Zarengold-Sonderzug an Bord begrüßen konnte. In Ost-West-Richtung stehen 13 Reisevarianten auf fünf verschiedenen Routen zwischen zehn und 23 Tagen Dauer zur Auswahl an. Der "Bestseller" ist die 16-tägige Tour von Moskau bis Peking. Die Sonderzugreise lässt sich mit Aufenthalten in Japan, Südkorea, Hongkong oder einer Yangtse-Kreuzfahrt kombinieren. Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn sind auch Klassiker bei anderen Reiseveranstaltern (z. B. Dertour), Studienreise- und Asienveranstaltern. Weitere Informationen:

  • Buchung: Die Reise mit der Transsib lässt sich individuell buchen. Am besten in einem Reisebüro in Deutschland.
  • Preis: Das Ticket für die Reise Moskau-Peking/Wladiwostok kostet im Zweierabteil rund 1800 Euro.
  • Pauschalreise-Preisbeispiele: 16-tägige "Zarengold"-Reise Moskau-Peking kostet ab ca. 4070 Euro, inklusive Flügen ab/nach Deutschland nach Moskau und ab Peking, Zugreise, deutschsprachiger Reiseleitung, Verpflegung, Übernachtungen in Moskau, Peking und unterwegs. 

Eine Übersicht über die schönsten Luxuszugreisen finden Sie hier.

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