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Wie die Airlines mit der First Class umgehen

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Erster Klasse über den Wolken

04.01.2016, 16:43 Uhr | Philipp Laage, dpa

Wie die Airlines mit der First Class umgehen. Die wohl schönste Art zu fliegen: First Class. (Quelle: dpa/Lufthansa)

Die wohl schönste Art zu fliegen: First Class. (Quelle: Lufthansa/dpa)

Die Airline Etihad bringt seine First-Class-Passagiere in einer Drei-Zimmer-Suite samt Dusche ans Ziel. Auch bei anderen Fluggesellschaften wird die Ausstattung immer exklusiver. Wieder andere bauen Plätze ab. Lohnt sich die Erste Klasse überhaupt noch oder steht sie gar kurz vor ihrem Ende?

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Für die First Class in der Luftfahrt gab es zuletzt widersprüchliche Prognosen: Es wurde von einer bedrohten Spezies gesprochen, aber auch von einer Renaissance der Luxusreisen. Viele Airlines haben die Erste Klasse in den vergangenen Jahren deutlich reduziert, gleichzeitig wird das Angebot zunehmend luxuriöser - auch als Abgrenzung zur Business Class, die immer mehr Komfort bietet. Hat sich die First Class also überlebt? Jein.

Airline-Überblick

Das Schweizer Fachmagazin "Aerotelegraph" hat sich den Markt genau angeschaut: Qatar Airways baut die Nobelklasse in vielen Maschinen ab. Asiana Airlines hat die First Class ganz abgeschafft. Auch American Airlines hat sein Angebot drastisch zurückgefahren, United hat ebenfalls abgebaut. So auch die australische Qantas.

Warum ist das so? Natürlich wegen des Geldes. Mit der First Class werde kein dem Ressourcenbedarf gerechter Umsatz gemacht, erklärt Prof. Christoph Brützel, Luftverkehrsexperte an der IUBH School of Business and Management in Bad Honnef. Kurzum: "Wirtschaftlich ist das Unfug." Wenn eine Airline die bezahlten Sitze in der First Class gegen Economy-Plätze tauscht, verdient sie mehr.

Denn nur mit vielen First-Class-Passagieren macht eine Airline auch wirklich Erste-Klasse-Umsatz. "Da finden vermutlich mehr Upgrades als bezahlte Buchungen statt", schätzt Brützel. Die First Class wird also in erster Linie von Passagieren der Business Class genutzt, die sich ein Upgrade in die höchste Klasse gönnen.

Es geht ums Prestige

Trotzdem ist die First Class keineswegs bedeutungslos. Die Frage zur Wirtschaftlichkeit sollte sich nicht allein auf die Erlöse beschränken, findet man bei Lufthansa. Im Winter 2015/16 bietet sie die Erste Klasse auf knapp 40 Zielen ab Frankfurt und München an, am häufigsten auf Flügen nach New York.

"Die First Class ist unser Flaggschiff", heißt es. Sie stehe für das Produktversprechen, Europas qualitativ führende Airline zu sein. Vom renommierten Unternehmen Skytrax gab es fünf Sterne für die First Class. Es geht also nicht so sehr ums Geldverdienen - sondern ums Image.

In der First Class legen vor allem die Golf-Carrier Etihad und Emirates die Messlatte ziemlich hoch. Etihad hat vor einem Jahr "The Residence" vorgestellt, eine Luxus-Suite, in der sich der Passagier fühlen soll wie in einem Hotel: drei Zimmer inklusive privatem Bad mit Dusche, ein 2,08 mal 1,20 Meter großes Bett, persönlicher Butler. Das Produkt ist im Prinzip oberhalb der eigentlichen First Class angesiedelt, denn die hat Etihad auch noch im Angebot.

Private Suiten wie im Luxushotel Emirates bietet in der First Class im Airbus A380 Mini-Suiten mit Bett, Arbeitstisch, 32-Zoll-Bildschirm und Minibar. Die Airline arbeitet derzeit ebenfalls an komplett abschließbaren Privatsuiten, die Annehmlichkeiten wie im Luxushotel bieten sollen. Die höchste Bedeutung komme der First Class auf Verbindungen über den Mittleren Osten nach Asien zu, sagt Brützel. Die Imagewirkung sei in diesem Markt bedeutender. "Die Suite wird sich nicht rechnen, das weiß der Scheich vom ersten Tag an. Aber die ganze Welt wird über die Suite reden", fasst der Luftfahrtexperte zusammen. Die Flugzeuge sind zu groß

Eine Mini-Suite in ein Flugzeug einbauen - das wurde vor allem mit der Auslieferung des Airbus A380 möglich. Man könnte sagen: Es gibt eigentlich zu viele Plätze. Weil das Angebot die Nachfrage übersteigt, bleiben ohnehin Sitze leer. Diesen Platz kann die Airline auch für ein Prestige-Produkt nutzen.

Und wer bezahlt tatsächlich für ein First-Class-Ticket? "Normale Kunden sind dort kaum zu finden", sagt Brützel. Sondern eher imageorientierte Spitzenmanager oder extrem reiche Privatkunden, schätzt der Branchenkenner. Bei den Preisen verwundert das nicht. Mit Lufthansa von München nach Miami und zurück: ab rund 5200 Euro, während Business ab 1200 Euro zu haben ist. Mit Emirates von Deutschland aus nach Dubai und zurück: ab etwa 4400 Euro (1750 Euro in der Business-Klasse). Und ein Flug zwischen London und Abu Dhabi in einer "Residence"-Kabine von Etihad belastet das Konto mit ungefähr 37.500 Euro. Ein Angebot für Menschen, die sonst ihren Privatjet nehmen.

Business ersetzt First Class, Premium Eco ersetzt Business

Die First Class muss immer exklusiver sein, weil die Business Class mittlerweile auch oft ein Spitzenprodukt ist, das den allermeisten vielfliegenden Spitzenverdienern genügen dürfte. Die Lufthansa bestätigt diesen Eindruck: Die neue Business Class der Airline, die seit Herbst 2015 auf allen Interkontinentalflügen angeboten wird, übertreffe in Sitzabstand und Schlafkomfort die vorletzte Generation der First Class aus den 90-er-Jahren. Brützel fasst zusammen: "Was früher einmal Business war, ist heute die Premium Economy." Während die First Class also nicht mehr so häufig angeboten wird wie früher, ist ihre Qualität gestiegen. Sie wird zur Suite aufgewertet - oder gar durch eine gute Business Class überflüssig.

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