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"Seabourn Quest": Luxusliner ohne Gigantomanie

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"Seabourn Quest": Luxusliner ohne Gigantomanie

17.06.2011, 11:40 Uhr | Hilke Segbers, dpa, dpa

"Seabourn Quest": Luxusliner ohne Gigantomanie. Die "Seabourn Quest" ist deutlich kleiner und luxuriöser als Kreuzfahrtriesen der Konkurrenz (Foto: Seabourn Cruises)

Die "Seabourn Quest" ist deutlich kleiner und luxuriöser als Kreuzfahrtriesen der Konkurrenz (Foto: Seabourn Cruises)

Luxus ohne Zwang zu Smoking und Abendkleid, Kreuzfahrten ohne Gigantomanie. Die neue "Seabourn Quest" folgt dem Rezept ihrer Schwesterschiffe "Odyssey" und "Sojourn": Klein, exklusiv, hochwertig und fernab von den Gästezahlen der Riesenschiffe von Royal Caribbean und Co. Auf ein weitläufiges Spa und großzügige Kabinen müssen die Gäste dennoch nicht verzichten. Sehen Sie den kleinen Luxusliner auch in unserer Foto-Show.

"Seabourn Quest" startet Laufbahn im Mittelmeer

In Barcelona wird am kommenden Montag die "Seabourn Quest" getauft. Der kleine Luxusliner für 450 Passagiere der amerikanischen Reederei Seabourn Cruise Line startet gleich darauf zu seiner zweiwöchigen Jungfernfahrt rund um das Mittelmeer mit Ziel Athen. Taufpatin in Barcelona ist die US-Schauspielerin Blythe Danner. Die "Seabourn Quest" wird Ziele im Mittelmeer, in Nordeuropa sowie rund um den amerikanischen Kontinent anfahren. Außerdem sind Weltreisen geplant. Die erste für die "Quest" startet im Januar 2012 von Fort Lauderdale in Florida aus.

"Seabourn Quest": Keine Kabinen, nur Suiten

An Bord der "Seabourn Quest" gibt es keine Kabinen, sondern nur Suiten. Diese sind zwischen rund 28 und 110 Quadratmetern groß, die meisten haben einen Balkon. Bei den Farben dominieren zeitgemäß sanftes Braun und Beige, kombiniert mit warmen Rottönen. Die mit Granit ausgekleideten Bäder sind auch in den unteren Kategorien großzügig geschnitten, mit Doppelwaschbecken, Badewanne und separater Dusche. Die Kabinen haben begehbare Kleiderschränke und Sitzecken. Zu den Besonderheiten an Bord gehört eine große Marina, eine Plattform am Heck, von der aus bei ruhiger See gebadet und Wassersport betrieben werden kann.

"Seabourn Quest": Luxus in legerem Ambiente

Es gibt vier Restaurants, im größten mit 450 Plätzen könnten alle Passagiere auf einmal dinieren. Die schönste der insgesamt sechs Bars ist die "Observation Bar" auf Deck 10, von der aus die Gäste über den Bug weit aufs Meer hinausblicken können. Als Herzstück bezeichnet die Reederei den sogenannten Seabourn Square mit einem Computercenter, einer Bibliothek und einer kleinen Konditorei. Die "Seabourn Quest" gehört zu dem neuen Typ Kreuzfahrtschiff, der luxuriöses Reisen ohne kreuzfahrttypische Beschränkungen möglich macht. So gibt es keine festen Plätze im Restaurant, Smoking und Abendkleid werden trotz eleganten Ambientes nicht erwartet, und auch Trinkgelder sind nicht vorgeschrieben. Die meisten Getränke an Bord sind kostenlos, inklusive der nach Wunsch gefüllten Minibar in der Kabine. Geld kann der Gast aber trotzdem ausgeben: Etwa im weitläufigem Spa und in den Luxusboutiquen. Ein Preisbeispiel: Eine Woche Kreuzfahrt im Mittelmeer kostet ohne Anreise ab 1999 Euro.

Seabourn-Schiffe fahren vor allem kleine Häfen an

Die "Seabourn Quest" ist das dritte und letzte Schiff seiner Baureihe. Die Schwestern "Seabourn Odyssey" und "Seabourn Sojourn" wurden 2009 und 2010 in Dienst gestellt. Insgesamt fahren für Seabourn sechs Jachten. Die kleineren Schiffe "Seabourn Pride", "Seabourn Spirit" und die "Seabourn Legend" haben Platz für je 208 Passagiere. Damit besetzt die Reederei weltweit rund 25 Prozent des Marktes für kleine Luxusschiffe. Ihre Schiffe bekommen in Rankings regelmäßig Spitzenplätze. So wählten die Leser der renommierten US-Reisezeitschrift "Condé Nast Traveler" Seabourn erst im vergangenem Herbst zu der besten "Small Ship Cruise Line". Dort können die Passagiere dann mit dem Koch auf den Markt gehen oder mit einem Personal Shopper einkaufen. Außerdem erwarten die Gäste der "Seabourn Quest" und ihrer Schwesternschiffe je nach gebuchter Route Dschungeldinner im Amazonas oder Strandbarbecue in der Karibik.

Deutsche wichtige Zielgruppe für Seabourn

Die Leitung der Reederei ist zuversichtlich, dass das Engagement in das Luxussegment lohnt. In die drei Neubauten wurden trotz der Wirtschaftskrise in den USA 750 Millionen Euro investiert. "Das würden wir nicht machen, wenn wir nicht an einen Erfolg glauben würden", sagte der Vertriebsgeschäftsführer von Seabourn, John Delaney, bei der Vorstellung des Schiffes in der vergangenen Woche in San Remo. "Die neuen Schiffe sind für uns keine Kurzzeitinvestition, sondern eine auf lange Sicht." Zu den Zielen der Reederei gehöre aber dennoch, jetzt neue Passagiere aus Europa und vor allem aus Deutschland zu gewinnen. "Deutsche reisen gerne um die Welt und sind daher für uns eine wichtige Zielgruppe", sagte Delaney. Die Reederei werde daher auch bald eine deutschsprachige Website anbieten.

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