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Toulouse. Wütende Passagiere besetzen Billigflieger

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Wütende Passagiere besetzen Billigflieger

06.12.2010, 09:22 Uhr | mro, t-online.de, dpa

Toulouse. Wütende Passagiere besetzen Billigflieger. Jet4you-Maschine (Symbolbild: Jet4you)

Jet4you-Maschine (Symbolbild: Jet4you)

Aufstand im Flieger: Weil eine Maschine des marokkanischen Billigfliegers Jet4you außerplanmäßig umgeleitet werden sollte, besetzten Passagiere in Toulouse kurzerhand die Maschine. Die Reisenden waren kurz vor dem Abflug am späten Samstagabend darüber informiert worden, dass der vermeintliche Direktflug in das nicht einmal zwei Flugstunden entfernte Casablanca sowohl in Lyon als auch in Bordeaux zwischenlanden würde. Nach wütendem Protest der Passagiere strich der Kapitän den Flug und forderte die Fluggäste zum Aussteigen auf, wie die Behörden in Toulouse berichteten. Diese weigerten sich jedoch und verharrten bis zum folgenden Tag im Flieger.

Passagiere harrten ganze Nacht aus

Eine Passagierin erzählte der "Daily Mail", die Fluggäste hätten sich geweigert, ihre Sitzplätze aufzusuchen und sich anzuschnallen, nachdem der Kapitän die unplanmäßigen Zwischenstopps angekündigt hatte, die die Flugzeit fast verdreifacht hätten. Anstatt mit den Passagieren zu diskutieren, habe der Pilot einfach das Licht und die Heizung abgeschaltet. Mehr als 80 der ursprünglich 137 Passagiere verharrten die gesamte Nacht zum Sonntag im Flieger. Die letzten stiegen erst am Nachmittag aus, nachdem die Fluggesellschaft Jet4you einen Ersatzflug auf dem direkten Weg organisiert hatte. Die Zwischenlandungen waren eingeplant worden, weil eine andere Maschine der marokkanischen Airline einen Defekt hatte und gestrandete Passagiere eingesammelt werden sollten. Die genauen Umstände des Aufstands soll nun eine Untersuchung klären. Wenn die Fluggesellschaft fahrlässig gehandelt habe, werde es Konsequenzen geben, kündigte der zuständige französische Staatssekretär Thierry Mariani in einem Interview des Radiosenders Europe 1 an.

    Passagieraufstand auch bei Ryanair

    Der Fall erinnert an eine ähnliche Situation beim Billigflieger Ryanair. Mitte November weigerten sich Passagiere für mehrere Stunden auszusteigen, nachdem ihr Flieger nicht wie geplant im belgischen Beauvais, sondern in Lüttich gelandet war.

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