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Schlechte Zeiten für Last-Minute-Reisende

09.03.2011, 15:27 Uhr | Jennifer Lachman/Financial Times

Schlechte Zeiten für Last-Minute-Reisende . Bleiben die Last-Minute-Schalter bald leer? (Symbolbild: imago)

Bleiben die Last-Minute-Schalter bald leer? (Symbolbild: imago)

Angesichts des Umbruchs in Nordafrika bleiben in der Region viele Strände leer. Die Deutschen weichen lieber nach Spanien und in die Türkei aus. Dort könnte nun das Angebot knapp werden - und Schnäppchenjägern droht eine miese Saison.

Positiver Effekt der Revolution

Die Revolution im arabischen Raum hat für die deutschen Veranstalter einen positiven Nebeneffekt. Da mit Ägypten und Tunesien zwei beliebte Urlaubsziele von den Unruhen betroffen waren, beschäftigen sich offenbar viele Kunden deutlich früher als sonst mit der Frage, wohin sie in diesem Jahr verreisen wollen. "2011 wird kein Last-Minute-Jahr werden", sagte der Deutschlandchef von Europas größtem Reiseveranstalter TUI, Volker Böttcher, der FTD. "Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren könnte es in diesem Sommer in einigen Destinationen knapp werden", bestätigte der Chef von Europas größtem Last-Minute-Anbieter L'Tur, Markus Orth. Das ist gut für die klassischen Veranstalter, aber schlecht für Schnäppchenjäger: Es bleiben weniger Reisen übrig, die kurz vor dem Abflugdatum zu günstigen Preisen verscherbelt werden müssen.

Gegen den Trend zum Spätbuchen

Für Unternehmen wie TUI  und Thomas Cook , die sich seit Mittwoch auf der weltgrößten Reisemesse ITB in Berlin treffen, erfüllt sich damit endlich mal ein lang gehegter Wunsch. Schon seit Jahren kämpfen sie gegen den Trend zum Spätbuchen. Das Internet, aber auch Faktoren wie der höhere Anteil an Singles haben dazu geführt, dass viele Menschen sich nur noch spontan festlegen. Die Veranstalter können deswegen schlechter planen. Leere Hotelzimmer und Plätze in Flugzeugen, die kurzfristig zu niedrigen Preisen angeboten werden müssen, drücken ihre ohnehin schmalen Margen.

    Konjunktur hat angezogen

    Nun aber spielen den Veranstaltern zwei Faktoren in die Hände. In erster Linie profitieren sie davon, dass die Konjunktur in Deutschland angezogen hat. Einer Umfrage der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) zufolge gaben 52 Prozent der Befragten an, sich 2011 einen Urlaub leisten zu können - das sind vier Prozentpunkte mehr als vergangenes Jahr. Zudem haben die Teilnehmer der Studie sowohl mehr Lust als auch Zeit, zu verreisen. Das schlägt sich schon jetzt nieder: Dem Marktforschungsunternehmen GfK zufolge liegen die Umsätze der Sommerurlaube, die über Reisebüros gebucht wurden, aktuell 18 Prozent über dem Vorjahr.

    Kunden entscheiden früher

    Hinzu kommt aber ein außergewöhnlicher Umstand. Es buchen nicht nur mehr Kunden, sondern sie scheinen sich auch früher zu entscheiden als in den vergangenen Jahren. Die zwischenzeitlich ausgegebenen Reisewarnungen für Ägypten und Tunesien haben das Thema Urlaub in die Medien gehievt. Auch weil die großen Veranstalter angesichts der unsicheren Lage umgehend ihre Pläne änderten und anstatt nach Nordafrika deutlich mehr Reisen in Regionen anbieten, die von der Entfernung her vergleichbar sind.

    Bestimmte Gebiete drohen sich schell zu füllen

    Dadurch drohen aber bestimmte Gebiete überzulaufen, wie etwa Thomas Cook schon frühzeitig warnte: Auf den Kanaren gebe es zu bestimmten Zeiträumen schon Engpässe, hieß es dort schon Anfang Februar. "Die Länder, die im Trend liegen, werden schon jetzt stark gebucht", sagt der Deutschlandchef von Thomas Cook, Peter Fankhauser.Vor allem die Türkei und Spanien stehen hoch im Kurs: Der GfK zufolge liegen die Buchungen für Spanien 45 Prozent über dem Vorjahr, für die Türkei 35 Prozent. Auch Griechenland - das im Folge der Streikwelle 2009 schwächelte - laufe wieder gut, sagte Fankhauser. Das erhöht den Druck, frühzeitig zu buchen.

    Preise sind sekundär

    Erstaunlicherweise können derzeit noch nicht einmal höhere Preise die Nachfrage dämpfen: Durch die Flugsteuer sind viele Auslandsreisen ab Deutschland pro Person bis zu 45 Euro teurer geworden. Zudem erheben TUI, Thomas Cook und Rewe Touristik derzeit Kerosinzuschläge. Insgesamt bot etwa Thomas Cook Sommerreisen ab Deutschland, Österreich und der Schweiz zuletzt zwei Prozent teurer an als im Vorjahr. Das schreckt die Kunden aber nicht. Zwar werben Ägypten und Tunesien vor allem mit modernen All-inclusive-Anlagen zu relativ günstigen Preisen. Reisende, die ursprünglich dorthinwollten, weichen jetzt aber auch auf teurere Ziele aus. So verzeichnet TUI für Reisen nach Florida ein "hohes zweistelliges Buchungsplus". Auch die Karibik sei gefragt. Manche Manager versuchen, dies mit Psychologie zu erklären: Da der ursprünglich geplante Urlaub ausfallen musste, gönne man sich nun eben etwas Besonderes.

    Neue Situation - neue Chancen

    Grund zur Panik sieht L'Tur-Chef Orth für sich und die Last-Minute-Zunft aber nicht. "Die Krise in Ägypten und Tunesien hat unsere Branche auf den Kopf gestellt", räumt er zwar ein. Er wittert in den außergewöhnlichen Umständen aber auch etwas Positives: "Für uns ergeben sich neue Chancen - etwa wenn jetzt zusätzliche Flüge auf die Kanaren angeboten werden. Zudem ist es ja unser generischer Auftrag, Restkapazitäten zu vermarkten, so wie sie jetzt in Ägypten und Tunesien angeboten werden." Ansonsten beliebte Ferienhochburgen wie Scharm el Scheich oder Hurghada sind als Folge der - inzwischen aufgehobenen - Reisewarnungen wie verwaist: "Reisen nach Ägypten verkaufen sich derzeit nur über den Preis", sagt der Schnäppchenexperte. So bietet L'Tur derzeit etwa Sieben-Tages-Reisen ans Rote Meer inklusive Flug schon ab 300 Euro an. Für eine Bilanz, ergänzt Orth, sei es daher derzeit noch zu früh: "Wenn Ägypten jetzt wieder anspringt, dann verschiebt sich wieder alles."


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