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Bahnreisen: Streik vermiest Sylt-Reisenden und Pendlern die Laune

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Bahnreisen  

Streik vermiest Sylt-Reisenden und Pendlern die Laune

14.07.2011, 16:21 Uhr | Miriam Schmidt, dpa, dpa

Bahnreisen: Streik vermiest Sylt-Reisenden und Pendlern die Laune. Eine Anzeigentafel im Bahnhof Hamburg-Altona zeigt in Hamburg den ausfallenden Zug nach Westerland auf Sylt an. (Foto: Angelika Warmuth dpa/lno)

Eine Anzeigentafel im Bahnhof Hamburg-Altona zeigt in Hamburg den ausfallenden Zug nach Westerland auf Sylt an. (Foto: Angelika Warmuth dpa/lno)

Der Hindenburgdamm ist ein Nadelöhr. Geht dort nichts mehr, steht auch auf Sylt vieles still. Touristen, Pendler, Unternehmer und Einheimische - sie alle sind auf die Bahnverbindung angewiesen. Umso härter trifft sie nun der Streik bei der Nord-Ostsee-Bahn.

Bahnverbidnung nach Westerland betroffen

Den Start in ihren Sylt-Urlaub haben sich die beiden jungen Frauen anders vorgestellt. Hektisch schieben sie ihre voll beladenen Fahrräder über den Kieler Bahnsteig, um den wartenden Zug noch zu erreichen. "Wir ärgern uns ziemlich", sagen sie im Vorbeigehen. Verspätete und ausgefallene Züge haben am Donnerstag ihre Reisepläne durchkreuzt. "Wir wissen ja noch nicht einmal, ob wir ankommen", sagen sie. Seit Mittwochmorgen bestreikt die Lokführergewerkschaft GDL wieder einmal die Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Besonders davon betroffen ist die Bahnverbindung nach Westerland.

Alternative: Fähre oder Flugzeug

Das Problem der Sylt-Reisenden: Um auf die Nordseeinsel zu gelangen, gibt es zur Bahn kaum eine Alternative. Die Züge der NOB sind neben den Autozügen der Deutschen Bahn die wichtigste Reisemöglichkeit. Über die rund elf Kilometer lange Bahnstrecke auf dem Hindenburgdamm ist Sylt mit dem Festland verbunden. Fallen die Züge aus, bleiben nur noch das Flugzeug oder die Fähre ab Dänemark. Die Bitte, die Sylt-Verbindungen von den Streiks auszunehmen, wurde von der GDL abgelehnt.

Warnung vor überfüllten Zügen

Besonders im Sommer ist die Verbindung nach Sylt beliebt, viele Urlauber nutzen die NOB. "Der Streik in der Reisesaison macht uns fassungslos", sagt Geschäftsführerin Martina Sandow. Die NOB hat einen Basisfahrplan eingerichtet, in dem weniger Züge als sonst nach einem festen Grundmuster fahren. In einer Reiseempfehlung auf seiner Homepage warnt das Unternehmen vor überfüllten Zügen: "Es kann leider auch sein, dass Sie nicht mitgenommen werden können."

"Wir haben ja Zeit"

Aber nicht alle Reisenden lassen sich davon beunruhigen. "Wir haben ja Zeit, ob wir nun eine Stunde früher oder später auf Sylt sind, ist nicht so wichtig", meinen Marion Landau und Ute Muhr, die am Donnerstagmorgen gut gelaunt in den Urlaub starten. Und auch die beiden 16-jährigen Melanie Stölting und Claudia Richert nehmen es locker. "Wir wussten ja, dass heute Streik ist, und haben uns darauf eingestellt", sagen sie. Ihre einzige Sorge am Morgen: "Wie wir heute Abend zurückkommen, wissen wir noch nicht."

Vor allem Pendler sind betroffen

Die Empfehlung der NOB lautet: Außerhalb der Hauptverkehrszeit reisen. Besonders schwierig ist das für Pendler, sie müssen mit den vollen Zügen am Morgen und am Abend fahren. Rund 3000 Menschen pendeln jeden Tag zur Arbeit auf die Insel. Nach Angaben des Sylter Unternehmerverbands sind die Auswirkungen für die Wirtschaft auf der Nordseeinsel enorm. Die Streiks hätten bewiesen, wie abhängig Sylt vom Bahnverkehr sei. "Für Berufspendler gibt es eben keine Ausweichmöglichkeiten", betont Christiane Lage von der NOB.

Streiks verursachen Image-Schäden

Verärgerung und Unverständnis sind die vorherrschenden Reaktionen von Unternehmern, Gastronomen und Hoteliers auf der Insel. "Viele Gäste sind extrem verunsichert und entscheiden sich dann eher für einen anderen Strand", sagt Moritz Luft. Umsatzeinbußen seien definitiv da, auch wenn man sie noch nicht beziffern könne: "Die Gäste nehmen das Gesamt-Urlaubserlebnis wahr, die problematische Anreise schadet unserem Image."

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