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Im Bikini in die Kirche

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Im Bikini in die Kirche

19.08.2011, 12:53 Uhr | AFP

Im Bikini in die Kirche. Viele Touristen besichtigen leichtbekleidet Gotteshäuser. (Foto: afp)

Viele Touristen besichtigen leichtbekleidet Gotteshäuser. (Foto: afp)

Die französischen Priester haben die Nase voll von ungehobelten Urlaubern: Immer mehr Menschen benehmen sich in den Gotteshäusern "wie auf dem Bahnhof" und schrecken bisweilen nicht einmal davor zurück, auf der Kirchenbank ihre Vesper zu verzehren, kritisieren die Geistlichen.

Leute "zappen" durch den Urlaub

Wie beim Fernsehen "zappe" die Gesellschaft mittlerweile auch im Urlaub von einem Ort zum anderen, beklagte der Sprecher der französischen Bischofskonferenz, Bernard Podvin, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. "Man geht gleichgültig vom Museum an den Strand, und vom Schnellimbiss in den Dom." Die Menschen kämen mitunter sogar im Badeanzug oder Bikini in die Kirche, "es wird immer schlimmer", sagte der Priester Michel Hayes aus Saint-Tropez am Mittelmeer. "Die Kirche ist kein öffentlicher Ort, sondern eine Glaubensstätte."

Im Badeanzug in die Kirche

Auch der Pfarrer Martin Gabet trifft in der Kirche Notre-Dame-des-Anges in den südfranzösischen Pyrenäen auf Probleme dieser Art. "Die Kirche steht am Strand, natürlich kommen da viele Menschen im Badeanzug rein", berichtet er. "Manche gehen sogar in die Kirche, um sich umzuziehen." In der Kirche Notre-Dame de Fourvière sehe er immer wieder halbnackte Besucher, deren Kleidung nicht einmal den Rücken oder den Bauch bedecke, ganz zu schweigen von den Schultern, sagt der Priester Jean-Marie Jouham. Bisweilen kämen Menschen "rauchend oder mit ihrem Hund" in das Gotteshaus.

    Kleine Bemerkung hilft

    Im Dom von Rouen probiert die Gemeinde seit kurzem ein neues Mittel aus: Dort werden die Besucher in einem Rundgang durch die Kirche geführt und müssen als allererstes an einem kleinen Souvenirladen vorbei, in dem die Mitarbeiter bei Bedarf "eine Bemerkung machen", wie der Verwalter Dominique Canu sagt. "Seitdem sind unsere Besucher diszipliniert und brav."

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