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So tricksen deutsche Hotels mit falschen Sternen

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Wie deutsche Hotels mit Sternen tricksen

05.07.2012, 14:31 Uhr | afa, t-online.de

So tricksen deutsche Hotels mit falschen Sternen. Der DEHOGA klassifiziert mit einem Sterne-System deutsche Hotels. (Quelle: dpa)

Der DEHOGA klassifiziert mit einem Sterne-System deutsche Hotels. (Quelle: dpa)

Fragen Sie bei Ihrer Hotelbuchung nach, ob das Haus tatsächlich vom DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) klassifiziert wurde? Wohl kaum. Doch diese Nachfrage macht durchaus Sinn, wie jetzt eine Recherche des MDR-Magazins "Umschau" ergab. Die TV-Redakteure überprüften knapp 200 Hotels in zehn beliebten deutschen Städtereise-Zielen. Fazit: Gut jedes vierte deutsche Hotel wirbt im Internet mit Sternen, die es gar nicht hat.

Deutschlandweit falsche Hotel-Sterne

Schon beim Zuschauen kommt Ekel auf: Haare im Bad und auf dem Teppichboden, die Matratze ist bräunlich und so alt, dass sie sich auflöst. Die Lebensmittel der Mini-Bar haben ihr Mindesthaltbarkeitsdatum schon lange hinter sich und statt auf einem Lattenrost liegt der Gast auf Presspappe. Das, was das MDR-Team mit versteckter Kamera in einem Wiesbadener Hotel gefilmt hat, ist zum Haare raufen. Am Dienstagabend (3.7.2012, 20.15 Uhr) sendete das Magazin "Umschau" eine Dokumentation über eine eigens geführte Stichprobe in deutschen Hotels. Die Redaktion suchte Städte aus, die laut Forschungsinstitut Urlaub und Reisen (FUR) zu den beliebtesten City-Zielen der Deutschen zählen. Über das Hotel-Buchungsportal trivago.de wählten die Tester jeweils zehn Hotels, die am dichtesten am Zentrum liegen und mit drei oder vier Sternen als Symbol oder Wort auf Ihrer Internet-Seite werben. Unter die Lupe kamen Häuser in Bremen, Köln, Dresden, München, Berlin , Stuttgart, Leipzig , Rostock, Hamburg und Hannover. Überprüft und abgeglichen haben die MDR-Redakteure die Sterne mit der offiziellen Dehoga-Datenbank, die unter www.hotelsterne.de eingesehen werden kann.

Erschreckende Ergebnisse

Bei der Stichprobe unter den fast 200 Hotels kam Erschreckendes zutage. Neben dem Haus in Wiesbaden, das sich bis dato als 3-Sterne-Haus anpries, zeigte der TV-Beitrag auch zwei Hotels in Leipzig, die sich selbst als 3- und 4-Sterne-Hotels auswiesen. Die dreiste Masche: Das Wiesbadener Hotel und das 4-Sterne-Hotel in Leipzig hatten nie auch nur einen Stern vom Dehoga zuerkannt bekommen. Das weitere Hotel in Leipzig warb mit einer 3-Sterne-Klassifizierung, die allerdings schon abgelaufen war. So boten die Unterkünfte allesamt einen beklagenswerten Eindruck - von der Dusche mit Schimmelspuren bis zum Bett mit löchrigem Bezug reichte die Palette der abstoßenden Zimmer-Eindrücke. Derlei durch Schwindel angegebene Sterne sind laut Dehoga nicht gestattet, wie der Thüringer Dehoga-Geschäftsführer Lars Schütz im Beitrag sagt: "Das ist Irreführung des Verbrauchers, der hier wirklich getäuscht wird."

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Bremen mit den meisten Schummel-Sternen

Bei den Tests zeigte sich, dass sich Bremer Hotels am häufigsten mit falschen Sternen schmückten (56 Prozent). Danach folgen Köln (45 Prozent) und Dresden mit 40 Prozent. Am ehrlichsten zeigten sich bei der Auswahl des MDR-Teams Hotels in Hannover. Hier die Ergebnisse "Schummeln mit Hotel-Sternen" im Einzelnen (Quelle: MDR-Umschau, Stand Juni 2012):

Schummelquote

gesamt

Schummelwerbung

mit drei Sternen

Schummelwerbung

mit vier Sternen

Gesamt

28 %

31 %

26 %

Bremen

56 %

50 %

63 %

Köln

45 %

60 %

30 %

Dresden

40 %

50 %

30 %

München

35 %

20 %

50 %

Berlin

35 %

50 %

20 %

Stuttgart

20 %

10 %

30 %

Leipzig

20 %

20 %

20 %

Rostock

15 %

10 %

20 %

Hamburg

15 %

30 %

0 %

Hannover

5 %

10 %

0 %

Und der Gast?

Ein Fazit für den Verbraucher könnte lauten, genau wie im MDR-Test das gewünschte Hotel auf der Dehoga-Internetseite einer schnellen Prüfung zu unterziehen: Stimmen die vom Hotel angegebenen Sterne tatsächlich? Sollte dies nicht der Fall sein, ist Skepsis geboten. Möglicherweise schafft dann ein Telefonat mit dem Hotel Aufklärung. Generell ist die Nutzung von falschen Hotelsternen "ein bekanntes Thema" sagt Lizzie Herzog vom Deutschen Hotelverband. Manche Hotels wissen offenbar auch nicht, dass eine Hotel-Klassifzierung nach drei Jahren erneuert werden muss. "Nicht immer handeln die Häuser vorsätzlich", erläutert Herzog. Nutzt ein Hotel Sterne für die Eigenwerbung, ohne diese zu haben, kann es allerdings von der Wettbewerbszentrale abgemahnt werden. Oft macht die örtliche Konkurrenz den Dehoga auf diesen Missbrauch aufmerksam. Mit rund 270 Kriterien prüft der Dehoga landauf- landab die Unterkünfte. Wer eine offizielle Plakette haben möchte, muss sich klassifizieren lassen. Dies kostet je nach Bundesland etwa zwischen 130 und 450 Euro.

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