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Türkei: Kein Alkoholverkauf nach 22 Uhr

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Türkei: Kein Alkoholverkauf nach 22 Uhr

24.05.2013, 12:25 Uhr | AFP

Türkei: Kein Alkoholverkauf nach 22 Uhr. Ein Bierchen am Abend könnte bald zum Problem werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Bierchen am Abend könnte bald zum Problem werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer in der Türkei Urlaub macht und sich am späten Abend noch schnell im Supermarkt an der Ecke ein Bierchen kaufen möchte, steht bald vor einem Problem: Die türkische Regierungspartei AKP will geplante Neuregelungen des Alkohol-Verkaufs zusätzlich verschärfen. So soll nicht nur die Werbung für Alkohol verboten werden, sondern auch der Verkauf ab einer bestimmten Uhrzeit, berichtete die türkische Presse.

Ab 22 Uhr ist Schluss

Demnach sollen Geschäfte und Supermärkte künftig zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens keinen Alkohol mehr verkaufen dürfen. Hotels und Clubhotels werden von diesen Änderungen laut einer Sprecherin von Öger-Tours vermutlich nicht betroffen sein. Sie dürfen nach 22 Uhr weiter Alkohol an ihre Gäste ausschenken. Die türkische Opposition spricht von einer Islamisierung. Im Parlament legte die AKP auch einen zusätzlichen Passus vor, nach dem im Fernsehen bei Filmen, Serien oder Musikvideos alle Bilder von alkoholischen Getränken gerastert werden müssen, damit sie nicht mehr zu erkennen sind. Die zulässige Alkohol-Schwelle im Straßenverkehr soll von 1,0 auf 0,5 Promille gesenkt werden. Bei Übertretung droht ein Führerscheinentzug von einem halben Jahr. Die Alkohol-Novelle wird mit Gesundheits- und Jugendschutzargumenten begründet.

Kein Alkohol in der Nähe von Moscheen

Neben dem Werbeverbot für Alkohol sieht der Gesetzentwurf auch räumliche Einschränkungen für den Alkohol-Ausschank vor. Laut ursprünglichen Plänen der AKP sollte der Ausschank im Umkreis von 100 Metern um Gotteshäuser und Bildungseinrichtungen generell untersagt werden. Da dies aber in Innenstädten wie der von Istanbul viele tausend Kneipen und Restaurants betroffen hätte, stellte die AKP später klar, dass sich für bestehende Etablissements nichts ändern werde. Die Opposition wirft der Regierung vor, sie wolle den Türken einen islamisch-konservativen Lebensstil aufzwingen, was die AKP zurückweist. Kritik an dem Gesetzentwurf kommt auch von der Tourismusbranche, die eine abschreckende Wirkung auf die jährlich rund 30 Millionen ausländischen Gäste in der Türkei befürchtet.

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