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Deutsche Bahn: Bahn muss aktiv über Verspätung informieren

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Urteil gefällt  

Bahn muss aktiv über Verspätungen informieren

25.11.2014, 16:47 Uhr | dpa

Deutsche Bahn: Bahn muss aktiv über Verspätung informieren . Deutsche Bahn: Bahn muss aktiv über Verspätung informieren.  (Quelle: dpa )

Die Bahn muss zukünftig überall über Verspätungen informieren. (Quelle: dpa )

Kostenpflichtige Service-Hotlines anrufen, um sich über Verspätungen zu informieren? Künftig muss die Bahn ihre Fahrgäste aktiv an allen Bahnhöfen über Zugausfälle und Verspätungen informieren und zudem kleinere Haltestellen entsprechend nachrüsten. Das hat das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in einem Urteil in Münster entschieden. Ein Hinweis auf eine Service-Hotline reiche nicht aus.

Die Bahnhofsbetreiberin im Bahn-Konzern, die DB Station & Service, hatte gegen eine entsprechende Anordnung des Eisenbahnbundesamtes geklagt und hat nun bereits in zweiter Instanz verloren. Von den rund 5500 Bahnhöfen und Stationen der Bahn sollen noch etwa 300 ohne Anzeigetafeln oder Durchsagen sein. Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte die kostenpflichtigen Service-Nummern kritisiert: Es gehe nicht an, dass Fahrgäste für diese Informationen auch noch bezahlen müssten.

Fahrgäste müssen genaue Informationen erhalten

Die Pflicht zur Information ergebe sich aus der Europäischen Fahrgastrechte-Verordnung von 2007, so das Gericht. Danach seien die Fahrgäste über Verspätungen "zu unterrichten" und nicht lediglich darüber aufklären wo sie sich informieren könnten. Gegebenenfalls müsse die Klägerin investieren, um ihrer Informationspflicht nachzukommen. Von einst 1900 Bahnhöfen ohne elektronische Anzeigen oder Lautsprecher sollen alle bis auf 300 inzwischen nachgerüstet sein.

Anzeigegeräte müssen nachgerüstet werden

Die Bahn kann gegen das Urteil noch vor das Bundesverwaltungsgericht ziehen. Eine Revision hätte aufschiebende Wirkung. Laut einem Bahnsprecher werde man in die nächste Instanz gehen, ein Termin stehe aber noch nicht fest.

Derzeit erreiche die Deutsche Bahn bereits weit über 90 Prozent der Bahnkunden mit Anzeigen und Durchsagen. Bis Ende 2015 werde die DB mit wenigen Ausnahmen alle Stationen mit elektronischen Anzeigegeräten ausgerüstet haben. Dann würden 99,8 Prozent aller Fahrgäste mit Anzeigern und Ansagen zur Kundeninformation erreicht.

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