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Neues Kreuzfahrt-Urteil  

Reiseanbieter müssen in der Werbung den kompletten Preis nennen

18.06.2014, 13:03 Uhr | AFP

Reiseanbieter müssen in der Werbung den kompletten Preis nennen. Kreuzfahrturlauber können nun noch entspannter reisen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kreuzfahrturlauber können nun noch entspannter reisen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Preise bei Kreuzfahrten werden übersichtlicher und Reisende müssen keine Angst mehr vor bösen Überraschungen haben, denn: Reiseanbieter müssen in der Werbung für ihre Angebote den kompletten Endpreis einer Reise benennen. Dazu zählen auch die Gebühren für Leistungen Dritter, die der Urlaubsgast nicht freiwillig, sondern gezwungenermaßen in Anspruch nehmen muss, wie das Oberlandesgericht Koblenz in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschied und damit eine Entscheidung des Landgerichts Koblenz bestätigte.

Insbesondere gelte diese Regelung für das auf einer Kreuzfahrt anfallende tägliche sogenannte "Serviceentgelt", befanden die Richter. Dessen Höhe sei bezifferbar und müsse deshalb in den ausgewiesenen Endpreis der Reise eingerechnet werden, anstatt nur klein und mit einem Sternchen versehen unterhalb des beworbenen Preises angegeben zu werden (Az. 9 U 1324/13). 

Angebot des ADACs nicht eindeutig

Im konkreten Fall hatte sich das Gericht eine Werbung aus der ADAC-Mitgliederzeitschrift "ADAC Motorwelt" vorgeknöpft. Ein Reiseveranstalter hatte dort im Jahr 2012 eine Mittelmeerkreuzfahrt mit Badeurlaub beworben und in der Anzeige den Preis ab 999.- Euro hervorgehoben, versehen mit einem Sternchen und dem Hinweis "zzgl. Serviceentgelt an Bord". Im Sternchenhinweis an anderer Stelle in der Anzeige habe der Veranstalter dann erst die automatisch anfallenden Service-Zusatzkosten über sieben Euro pro Person und Tag aufgeführt. 

In dieser Werbung habe der Reiseveranstalter mit Preisen geworben, ohne die Endsumme anzugeben und damit gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und die Preisabgabenverordnung verstoßen, entschieden die Koblenzer Richter. Serviceentgelte seien feste Preisbestandteile und kein freiwilliges Trinkgeld. Sie nur durch einen Sternchenhinweis kenntlich zu machen, reiche nicht aus, um für die notwendige Preisklarheit und -wahrheit zu sorgen. 

Das Gericht setzte dem Reiseveranstalter demnach eine Frist bis Jahresende, um seine Angebote abzuändern. Das Urteil ist rechtskräftig. 

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