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Fiese Abzockermethoden versprechen Urlaub für lau

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Vorsicht vor Reisegewinnen  

Fiese Abzockermethoden versprechen Urlaub für lau

26.04.2017, 11:53 Uhr | Hans-Werner Rodrian/srt

 Fiese Abzockermethoden versprechen Urlaub für lau  . Trauriger Smiley (Quelle: Hofschläger/srt)

Sie haben eine Reise gewonnen? Freuen Sie sich lieber nicht zu früh! (Quelle: Hofschläger/srt)

"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!" Das Frühjahr ist nicht nur die Hochsaison bei der Urlaubsplanung. Auch Gauner haben jetzt Hochkonjunktur – und locken mit fiesen Versprechen über angebliche Traumreisen. Wir nennen Ihnen die typischen Abzocker-Methoden und was sich dagegen tun lässt.

"Gratis-Reise" – mit lauter Extra-Kosten

Sie fluten Briefkasten und Mailpostfach mit unseriösen Angeboten: Gerade erst hat das Landgericht Bremen der Firma Kompass Holidays untersagt, "Reisegewinne" zu versenden, wenn der Gewinner am Ende doch Kerosin-, Flughafen-, Saison- und weitere Zuschläge zahlen muss, um die Reise anzutreten.

Doch damit sind die Bauernfängereien bestimmt nicht beendet. Es ist ja auch zu einfach: Die Vorfreude aufs Ferienglück trübt manchem Verbraucher die Sinne. Da denkt man an Sonne und verdrängt, dass niemand etwas zu verschenken hat. Ein Fehler, denn erwartungsfrohen Reisenden wird gnadenlos das Geld aus der Tasche gezogen.

Hotels im Internet prüfen

Der oben beschriebene Trick mit dem Feriengutschein ist der Klassiker der Reisegaunereien. Wer freute sich auch nicht über die "Luxusreise in die Türkei im Wert von 490 Euro"? Für das einsam gelegene Hotel ist dann wirklich nichts zu zahlen, Essen und Getränke sind aber oft völlig überteuert. Einzige Abwechslung: Ausflüge zu gesalzenen Preisen mit Verkaufsveranstaltung.

Tipp: Ort und Lage des Hotels in einem Bewertungsportal wie Holidaycheck prüfen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg listet unseriöse Anbieter

Bereits seit 2012 ist Gewinnwerbung verboten, bei der der Verbraucher etwas zahlen muss, um die Prämie zu bekommen. Trotzdem wimmelt es weiter von unseriösen Anbietern. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Liste mit mehr als 200 Unternehmen online gestellt.

Tipp: "Nicht mitfahren. Nichts bestellen. Nicht anrufen."

Achtung, Falle: Nebenkosten und Bearbeitungsgebühr

Im Internet verspricht ein Anbieter kostenlose Übernachtungen in Luxushotels. Zu zahlen sind "nur" die Nebenkosten und 49 Euro "Bearbeitungsgebühr". Wer sich darauf einlässt, ist selbst schuld. Denn nicht nur Frühstück und Essen, Flug und Transfers müssen teuer bezahlt werden, sondern auch zahllose Gebühren: für Vermittlung und Bearbeitung, dazu Serviceentgelt, Saison-, Einzelzimmer- und Dieselzuschlag. Zusammen zahlt man am Ende drauf. Und weil das Hotel ja geschenkt war, kann man nicht mal reklamieren.

Tipp: in Ruhe Preise vergleichen und bei einer Verbraucherzentrale nachfragen. 

Abogebühren haben im Urlaub nichts verloren 

"Werden Sie Urlaubstester." Das wäre doch was! Tatsächlich setzen gleich mehrere Firmen auf diese Masche. Sie versprechen "Ferien zum Nulltarif in den teuersten Fünfsternehotels". Die Stiftung Warentest hat es bereits mehrfach ausprobiert und urteilt kurz und knapp: "Dummenfang".

Für 100 Euro Abogebühren erhält der "Tester" nur einmal das Angebot, eine einfache Absteige im touristischen Niemandsland gratis zu testen. Der Hotelier spekuliert auf zahlende Gäste für sein Restaurant. Die Tester raten, das Geld zurück zu holen, wenn der Bankeinzug nicht zu lange her ist. 

Besondere Vorsicht bei Umfragen

Die freundliche Dame am Telefon macht eine Umfrage, als Belohnung winkt eine Gratisreise. Bei genauerer Betrachtung stellt die sich jedoch nur als halbes Doppelzimmer heraus. Für ein Einzelzimmer heißt es: kräftig aufzahlen. Oder man überredet einen Freund mitzukommen, der dann einen völlig überteuerten Preis zahlt.

Tipp: Belohnung wegwerfen. Psychologischen Zwang auf die Gewinner auszuüben, ist unlauterer Wettbewerb und damit unzulässig, urteilte das Oberlandesgericht Saarbrücken. 

Rückruf-Köder per SMS

Eine Nachricht landet auf dem Handy mit einer Gewinnmitteilung für eine Reise? Verdienen will vorerst aber nur die Firma: Der "Gewinner" soll zurückrufen. Wer dem Rückrufreflex nachgibt, der ist sofort bis zu zwei Euro los. Dann knackst es entweder nur oder man landet gar in teuren Endlosansagen vom Band, bis der Anrufer entnervt aufgibt.

Tipp: Keine teuren Servicenummern anrufen. Wer nichts zu verbergen hat, der nennt auch seine Postadresse. 

Nullnummer statt Hauptgewinn zum Nulltarif

Lamadecke statt Reisegewinn: Das ist doch eine glückliche Fügung, könnte man meinen. Man hat an gar keinem Gewinnspiel teilgenommen und trotzdem liegt im Briefkasten der Hauptgewinn. Der Übermittler hat allerdings leider niemanden angetroffen; deshalb ist der Preis persönlich abzuholen: Eine uralte Bauernfängermethode. Dabei landet der erwartungsfrohe Gewinner garantiert in einer Werbeveranstaltung für Lamadecken oder Timesharing-Ferienwohnungen.

Tipp: Vorsicht vor Gewinnen, die abgeholt werden müssen! Wer es trotzdem ausprobieren will, der lässt am besten Kreditkarte, Scheckkarte und Geld zu Hause und nimmt sich fest vor, nichts zu unterschreiben.

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