Übergewicht
Fett ist nicht gleich Fett: Wo die guten Fettzellen stecken13.08.2012, 14:59 Uhr | nho
Fett ist nicht gleich Fett: Bauchfett ist gefährlicher als Polster an Hüfte und Po. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Körperfett ist nicht automatisch schlecht. Jeder Mensch hat unterschiedliche Arten von Fettgewebe. Manche Fettreserven verbrennen sogar Kalorien. Forscher haben nun eine Möglichkeit entdeckt, das gute Fett in unserem Körper zu lokalisieren. Wir erklären, was hinter dem sogenannten braunen Fett steckt, wo es im Körper sitzt und was es bringt.
Wer an Fettgewebe denkt, hat Bilder von Schwabbelbäuchen, dicken Hintern und Speckröllchen im Kopf. Doch das Körperfett ist mehr als nur ein lästiges und unästhetisches Übel. Fettzellen steuern wichtige Stoffwechselvorgänge: Sie beeinflussen die Funktion des Gehirns, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und haben Einfluss auf das Immunsystem. Außerdem sind Fettzellen wichtige Energiespeicher. Benötigt der Körper Energie, wird sie über diese freigesetzt. Doch es kommt auch auf die Lage der Zellen an. Während kleine Pölsterchen um Po und Oberschenkel keinen Einfluss auf die Gesundheit haben, tragen Menschen, bei denen sich Übergewicht vor allem am Bauch festsetzt, ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Demnach ist für die Gesundheit nicht nur entscheidend, wie dick jemand ist, sondern vor allem, an welchen Körperstellen sich das Fett befindet.
Zudem muss man zwischen weißem und braunem Fettgewebe (BFG) unterscheiden. Wenn man von Fettgewebe im menschlichen Körper spricht, so ist fast immer das weiße Gewebe gemeint, da es sehr viel häufiger als das braune vorkommt. Letzteres ist bei jedem Menschen vor allem in der Schulter-Nackenregion und entlang der Wirbelsäule vorhanden. Im Gegensatz zu weißem Fett wird es nicht in einem großen Tropfen in den Zellen gespeichert, sondern in vielen kleinen, was auch die Farbe verändert. Anders als das weiße Fett, verbrennt es Kalorien statt sie zu speichern. Man kann sich das wie ein Heizkraftwerk vorstellen, das Energie durch Oxidation verbrennt und in Wärme umwandelt. Braunes Fettgewebe erzeugt 300 Mal mehr Wärme als jedes andere Gewebe im menschlichen Körper. Von Säuglingen kennen Mediziner diesen Mechanismus schon lange. Sie haben besonders viel braunes Fett, damit sie nicht auskühlen. Bei Babys macht der Anteil noch zwei bis fünf Prozent des Körpergewichtes aus. Im Laufe der Jahre wird dieser Anteil immer geringer.
Im Jahre 2009 wurde in umfangreichen Studien erstmals belegt, dass auch Erwachsene das braune Fettgewebe noch als Heizung nutzen und so Kalorien in Wärme umwandeln können. Allerdings war es nur bei vier bis sieben Prozent der untersuchten Menschen bei Raumtemperatur aktiv. Bei 90 Prozent der Probanden wurden die Fettzellen erst bei einer Umgebungstemperatur von 16 Grad Celsius aktiv. BFG ist also in der Regel nicht aktiv. Außerdem zeigten die Untersuchungen, dass junge Menschen mehr BFG haben als alte Menschen und Schlanke mehr als Übergewichtige. Ein höherer Anteil des braunen Typs kann demnach auf eine geringere Neigung zu Übergewicht hinweisen.
Vergangene Untersuchungen zu braunem Körperfett waren mit belastenden Methoden für die Testpersonen verbunden. Forscher an der Universität Nottingham haben nun eine neue Methode zur Lokalisierung und Analyse von BFG entwickelt. Die Wärme produzierenden Zellen lassen sich mittels einer Infrarotkamera aufspüren. So können Untersuchungen in Zukunft schnell, günstig und ohne Nebenwirkungen durchgeführt werden.
keine gültigen Elemente gefunden!Mit der verlässlichen Möglichkeit die Aktivität von braunem Fett im Körper zu untersuchen, wollen Forscher die Rolle des guten Fetts für den Energiehaushalt und die Adipositas-Prävention untersuchen. So hoffen sie, dass man mit Hilfe von Nahrungsmitteln, Kälte oder Medikamenten das gute Fettgewebe gezielt aktivieren und die Fettverbrennung anregen kann. 60 Milliliter braunes Körperfett das aktiv arbeitet, reiche aus um etwa vier Kilogramm weißes Fett zu verbrennen, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Eine Aktivierung des Gewebes sei allerdings auch mit Nebenwirkungen verbunden, warnt der Pharmakologe Stefan Engeli auf pressetext.de. Eine Temperaturerhöhung führe automatisch zum Schwitzen. Zudem sei das BFG an das sympathische Nervensystem gekoppelt. Wird dieses aktiviert, kann es zu Problemen mit Herzfrequenz und Blutdruck kommen, erklärt der Experte.
13.08.2012, 14:59 Uhr | nho
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