30.01.2013, 15:16 Uhr | dapd
Wer abnehmen möchte, sollte bei einer Diät die Uhr im Blick haben. Die Teilnehmer einer Diätstudie verloren schneller an Gewicht, wenn sie ihre tägliche Hauptmahlzeit vor statt nach 15.00 Uhr zu sich nahmen. Auch der Umfang des Frühstücks könnte eine Rolle spielen, wie ein internationales Forscherteam im "International Journal of Obesity" berichtet.
Bislang setzen die meisten Programme zum Abnehmen bei Kalorienaufnahme und -verbrauch an. Aus Tierstudien ist jedoch bekannt, dass es auch einen Zusammenhang zwischen der Fütterungszeit und der Gewichtszunahme gibt. Die Forscher um Marta Garaulet von der spanischen Universität Murcia haben nun gezeigt, dass beim Menschen der Zeitpunkt der Mahlzeiten beim Abnehmen ebenfalls eine Rolle spielt.
Die Forscher unterteilen die 420 übergewichtigen Teilnehmer ihrer Diätstudie in zwei Gruppen: Personen, die vor 15.00 Uhr ihre Hauptmahlzeit zu sich nahmen, und solche, die nach 15.00 Uhr erst richtig essen. Die Hauptmahlzeit entsprach 40 Prozent der täglichen Kalorienaufnahme. Für alle Teilnehmer galt bis auf die Uhrzeiten dasselbe Diätprogramm. Innerhalb von 20 Wochen verloren die späten Esser durchschnittlich 7,7 Kilo und damit neun Prozent ihres Ausgangsgewichts. Die frühen Esser nahmen 9,9 Kilo ab, 11,3 Prozent ihres Ausgangsgewichts. Damit verringerten sie ihr Gewicht um ein Viertel stärker. Außerdem hatten die späten Esser eine verringerte Insulinsensibilität, was ein Risikofaktor für Diabetes ist.
Weil wir selbst keine Vitamine produzieren können, müssen wir sie über Obst und Gemüse aufnehmen - oder durch Pillen und Pülverchen. zum Video
Beim Vergleich der sonstigen Essgewohnheiten stellte das Team um Garaulet fest, dass die späten Esser meist wenig oder gar nicht frühstücken. Auch das könnte das langsamere Abnehmen teilweise erklären. Erst im letzten Jahr hatten Forscher gezeigt, dass ein Frühstück mit reichlich Kohlenhydraten und Eiweiß den Jojo-Effekt verhindern verhindern kann.
Andere Einflussgrößen auf die Gewichtsabnahme konnten Garaulet und ihre Kollegen weitgehend ausschließen. Die Teilnehmergruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich der gesamten Kalorienaufnahme, ihrer Bewegungsaktivität, der Aktivität der Appetithormone Leptin und Ghrelin sowie der Schlafdauer. Mit ihrem Befund widersprechen die Forscher einer Studie von 1987, die keinen Unterschied bei der Gewichtsabnahme zwischen frühen und späten Essern fand. Die damalige Studie dauerte jedoch nur 18 Tage. Auch das Team um Garaulet maß bis Woche fünf keine Erfolgsunterschiede bei den Teilnehmern.
Als mögliche Erklärung führen die Autoren der Studie an, dass späte Esser meist Abendmenschen sind, denen dann oft weniger Gelegenheit bleibt, die spät aufgenommenen Kalorien zu verbrauchen. Zudem fanden die Forscher zwischen beiden Gruppen Unterschiede in den Genen für die innere Uhr. Das könnte zu versetzten hormonellen Aktivitäten führen, die ihrerseits den Stoffwechsel beeinflussen. "Neue therapeutische Strategien sollten nicht nur die Kalorienaufnahme und die Verteilung der Makronährstoffe (Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß) berücksichtigen", resümierte Garaulet, "sondern auch die Zeitpunkte der Mahlzeiten."
Quelle: dapd
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