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In Restaurants wird mit Wasser gemogelt

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Mineralwasser  

In Restaurants wird mit Wasser gemogelt

27.06.2011, 14:36 Uhr | AP, Berrit Gräber

Mineralwasser: Billigwasser in teurer Markenflasche? Ein billiger Trick in manchen Lokalen. (Foto: imago)Billigwasser in teurer Markenflasche? Ein billiger Trick in manchen Lokalen. (Foto: imago)In der Gastronomie werden Kunden nicht nur mit billigem Analogkäse oder Mogel-Schinken über den Tisch gezogen. Auch beim Mineralwasser wird mitunter kräftig geschummelt. In hochpreisige Mineralwasserflaschen wird zuweilen einfaches Tafelwasser, aufgesprudeltes Leitungswasser oder Discounterware umgefüllt, wie das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt (HU) 2009 bei Stichproben entdeckt hat.

Nicht alles auftischen lassen Ihre Rechte im Restaurant

Mineralwasser muss in geschlossener Flasche serviert werden

Billig statt teuer - dieses Täuschungsmanöver sei "gang und gäbe in der Gastronomie", bestätigt Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern. "Das ist klarer Betrug", sagt Stefanie Heckel, Sprecherin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Dass Gastronomen wirtschaftlich "unter hohem Druck stehen", sei keine Entschuldigung für Mogelpackungen. Die Arglosigkeit der meisten Gäste macht den Schwindel erst möglich. Denn kaum jemand weiß, dass natürliches, an der Quelle abgefülltes Mineralwasser vom Gesetzgeber geschützt ist. Es darf im Restaurant erst am Tisch geöffnet werden - und zwar innerhalb der gesamten Europäischen Union. Der Wirt muss dafür sorgen, dass es nur in original verschlossenen Flaschen serviert wird. So ist es in der Mineral- und Tafelwasserverordnung festgeschrieben. Quasi als Qualitätsbeweis, ähnlich, wie auch ein Wein erst vor den Augen der Gäste entkorkt wird.

Offene Flasche zurückgehen lassen

"Aufpassen, man kriegt die Flasche Mineralwasser aber in vielen Lokalen nur noch geöffnet", sagt Janne Klöpper vom Hamburger Hygieneinstitut. In diesem Fall darf man sie zurückgehen lassen und eine verschlossene verlangen. Wird ausdrücklich Mineralwasser bestellt, muss diese Qualität auch garantiert in der Flasche sein. "Wer schon bereit ist, fünf Euro dafür zu zahlen, braucht sich nicht mit Aufgesprudeltem abspeisen zu lassen", betont die Expertin. Das Problem: "Die Mogelei merkt man als Laie nicht." Bei den Hamburger Tests flog die Schummelei eines Wirts mit billigem Tafelwasser erst bei der chemischen Untersuchung der angeblichen Premium-Wassersorten im Labor auf.

Was Mineralwasser von Tafelwasser unterscheidet

Wird Wasser im Lokal glasweise ausgeschenkt, muss das in der Getränkekarte als "Tafelwasser" deklariert werden. Serviert der Wirt etwa selbstgemachten Sprudel aus Leitungswasser, handelt er korrekt, wie Arno Dopychai erläutert, Sprecher des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM). Im Gegensatz zum naturreinen, quellfrischen Mineralwasser ist einfaches Tafel- oder Trinkwasser mit zugesetzter Kohlensäure nicht geschützt. Sobald aber "ein kleines Mineralwasser" bestellt wird, müsste der Gast eine verschlossene kleine Wasserflasche neben das Glas gestellt bekommen.

Große Preisunterschiede bei vergleichbarer Qualität

Häufig genug bekommen Kunden trotzdem ein Glas natürliches Mineralwasser auf den Tisch - aber vom Billiganbieter aus PET-Kunststoffflaschen. Das preiswerte Wasser der Discounter nimmt den traditionellen Abfüllern immer mehr Kundschaft ab, erläutert Dopychai. So kostet der Liter quellfrisches Mineralwasser bei Ketten wie Aldi oder Lidl etwa 13 Cent. Nur Leitungswasser ist noch billiger. Für Markenware muss oft das Vierfache hingeblättert werden, für Nobelwässerchen noch mehr. Qualitätsunterschiede gebe es kaum mehr, betont Dopychai, höchstens beim Geschmack. "Über die Getränke machen viele Wirte ihr Geld", gibt Verbraucherschützerin Danitschek zu bedenken. Umso mehr, da Mineralwasser in schicker und außergewöhnlicher Präsentation zum Trendprodukt geworden sei. Wer nicht über Gebühr zur Kasse gebeten werden will, sollte immer eindeutig bestellen und auf der Hut sein, rät Dopychai. Wer Schummelei bemerkt, kann das der zuständigen Lebensmittelüberwachung melden.



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