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Leitungswasser mit Uran belastet

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Leitungswasser mit Uran belastet  

Enthält unser Leitungswasser zu viel Uran?

26.11.2009, 18:48 Uhr | tze

Trinkwasser in Deutschland ist stark mit Uran belastet. (Foto: imago)Trinkwasser in Deutschland ist stark mit Uran belastet. (Foto: imago)Leitungswasser ist in vielen Regionen Deutschlands laut Foodwatch mit dem gesundheitsschädlichen Schwermetall Uran belastet. Die Verbraucherschutzorganisation hat 5000 Messdaten für Trinkwasser aus den 16 Bundesländern ausgewertet. Demnach überschreiten über zwölf Prozent der Proben den Wert von zwei Mikrogramm Uran pro Liter Wasser. In einigen Regionen von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind sogar über zehn Mikrogramm nachgewiesen worden. Dies ist der "gesundheitlich duldbare Trinkwasserleitwert" des Bundesgesundheitsamtes.

Zum Durchklicken Welche Grenzwerte für Uran im Wasser gelten

Höchste Uranbelastung in Bayern

Die mit 23 Mikrogramm pro Liter bundesweit höchste Uranbelastung ermittelte Foodwatch in der bayerischen Gemeinde Aidhausen. Im selben Landkreises (Hassberge) wird auch in den Gemeinden Pfarrweisach und Nassach der Leitwert von zehn Mikrogramm überschritten. Ebenfalls sehr hoch ist die Urankonzentration laut Foodwatch mit 16 bis 22 Mikrogramm in Herleshausen-Holzhausen in Hessen und in Crauschwitz in Sachsen-Anhalt.

Leitungswasser Orte mit der höchsten Uranbelastung

Wo das Uran herkommt

Uran im Trinkwasser ist allerdings keine Folge von Umweltverschmutzung und stammt auch nicht aus Atomkraftwerken. Es ist natürlicherweise in vielen Gesteinsschichten enthalten. Indem Grundwasser durch uranhaltiges Gestein fließt, nimmt es Bestandteile des Schwermetalls auf. So gelangt es auch ins Leitungswasser. Wird viel Uran aufgenommen, kann es wegen seiner chemischen Giftigkeit die Niere, Leber und Knochen schädigen. Die radioaktive Giftigkeit von Uran ist dagegen lauf BfR "zu vernachlässigen".

In welcher Konzentration ist Uran schädlich?

Doch ab welcher Konzentration ist Uran schädlich? Im Gegensatz zu abgefülltem Mineralwasser gibt es für Leitungswasser weder in Deutschland noch in der EU einen gesetzlichen Grenzwert für den Urangehalt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt einen Richtwert von 15 Mikrogramm Uran pro Liter. Mit zehn Mikrogramm liegt der Leitwert des Umweltbundesamts, das für die Bewertung der Trinkwasserqualität zuständig ist, noch deutlich darunter.

Was der Hinweis auf Säuglingsnahrung bedeutet

Konsens ist, dass Babys und Kleinkinder durch Uran und andere Stoffe wie Natrium, Nitrat, Nitrit, Mangan und Arsen, Sulfat und Flourid besonders gefährdet sind. Das liegt daran, dass sie im Verhältnis zu ihrer Körpergröße mehr Flüssigkeit aufnehmen als ein ausgewachsener Mensch. Deshalb darf abgepacktes Mineral-, Quell- und Tafelwasser nur dann mit dem Zusatz "geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung" verkauft werden, wenn es weniger als zwei Mikrogramm Uran pro Liter enthält. "Zum Schutz vor irreführenden Angaben schreibt die Mineral- und Tafelwasserverordnung Höchstgehalte für Uran und andere unerwünschte Bestandteile vor", erklärt dazu das Bundesamt für Risikobewertung (BfR).

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Foodwatch fordert niedrigen Uran-Grenzwert

Das Umweltbundesamt hält am Leitwert von zehn Mikrogramm pro Liter fest und schreibt in einer Stellungnahme vom August 2008: "Er bietet allen Bevölkerungsgruppen, das Säuglingsalter ausdrücklich eingeschlossen, lebenslange gesundheitliche Sicherheit vor möglichen Schädigungen der Niere durch Uran." Dagegen fordert Foodwatch auch für Leitungswasser einen gesetzlichen Grenzwert in Höhe von zwei Mikrogramm. "Der Gesundheitsschutz für die Bevölkerung wird hier verschleppt, weil der Gesetzgeber den Wasserversorger nicht zum Handeln zwingt", erklärt Foodwatch-Sprecher Martin Rücker.

Uranfilter können die Belastung deutlich senken

Bereits im August 2008 hatte Foodwatch rund 8.000 Messwerte für den Urangehalt im Trinkwasser veröffentlicht, die Behörden aus allen 16 Bundesländern auf Anfrage mitgeteilt
hatten. Etwa jeder achte dieser Messwerte lag im Bereich über zwei Mikrogramm Uran pro Liter. In 150 Orten war der Leitwert von zehn Mikrogramm überschritten. Das Beispiel der bayerischen Gemeinde Maroldsweisach zeige, wie die Belastung gesenkt werden könne, so Rücker. Dort lagen die Uranwerte in Rekordhöhe von 39,9 Mikrogramm pro Liter. Nachdem 2009 eine Uranfilteranlage eingebaut worden sei, liege die Belastung deutlich unter zwei Mikrogramm. Doch so lange es keinen gesetzlichen Richtwert gibt, scheuen viele Wasserwerke diese Investition.

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