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Online-Scheidung: Bis dass der Klick euch scheidet

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Online-Scheidung  

Bis dass der Klick euch scheidet

14.06.2010, 11:57 Uhr | ag

Online-Scheidung: Bis dass der Klick euch scheidet. Online-Scheidungen werden von immer mehr Menschen genutzt. (Foto: imago)

Online-Scheidungen werden von immer mehr Menschen genutzt. (Foto: imago)

Kostensparend, schnell und schmerzlos - so wünschen sich die meisten ihre Scheidung. All diese Vorteile verspricht die Online-Scheidung. Sämtliche Anträge werden am Computer ausgefüllt, ohne dass es zu einer persönlichen Begegnung mit dem Anwalt kommt. Voraussetzung ist allerdings, dass das scheidungswillige Paar seit einem Jahr getrennt lebt und keinen Rosenkrieg führt. Eines bleibt den Betroffenen jedoch nicht erspart: der Gang zum Scheidungsrichter. Die wichtigsten Infos zum Thema Online-Scheidung haben wir in sechs Fragen und Antworten zusammengestellt.

Wer sich einig ist, spart Zeit und Nerven

Mit dem Angebot, Scheidungen "bequem und schnell" über das Internet zu bearbeiten, werben Dienstleister wie www.easy-divorce.de,, www.scheidung.de oder online-scheidung-anwalt.de auf ihren Internetseiten. Die erforderlichen Formulare können die Mandanten am PC ausfüllen und per E-Mail abschicken. Das Angebot richtet sich vor allem an Eheleute, zwischen denen alles bereits geklärt ist und es keinen Streit um Unterhalt, Sorge- und Umgangsrecht gibt. Viele Paare leben bereits seit längerer Zeit voneinander getrennt und streben jetzt den letzten Schritt, nämlich ihre offizielle Trennung, an. Für sie lohnt sich die Online-Scheidung. Bereits zu Beginn des Verfahrens halbieren sich die Kosten, wenn beide Partner auf einen gemeinsamen Anwalt zurückgreifen.

So funktioniert die Online-Scheidung

Das Ehescheidungsformular wird ausgefüllt und online oder per Fax übersandt. Dadurch entfallen Terminabsprachen und persönliche Besuche beim Anwalt. Es wird also Zeit gespart. Der Rechtsanwalt und das Gericht veranlassen dann alles Weitere. Für wichtige Rückfragen bleibt der Kontakt per E-Mail oder Telefon. Persönlich erscheinen müssen die Eheleute nur mit ihrem Anwalt am Ende des Verfahrens zum Scheidungstermin vor Gericht.

Vorteile auch aus psychologischer Sicht

"Die Scheidungswilligen haben oft eine anstrengende Trennungszeit durchgemacht und möchten nun das Scheidungsverfahren zeit- und kostensparend abwickeln, ohne dabei das mühsam aufgebaute neue Leben wieder durcheinander zu bringen", beschreibt Dr. Frank Biermann, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht aus Braunschweig, die Vorteile des Online-Verfahrens. Gerade der Gang zum Anwalt wühle das bereits Bewältigte oft unnötig wieder auf. Bei der Online-Scheidung dagegen beschränke sich die Anwesenheit der Betroffenen nur auf eine relativ kurze Gerichtsverhandlung von circa 15 bis 30 Minuten, was psychisch leichter zu verkraften sei.

Kostenersparnis unter Vorbehalt

Bei den Verbraucherzentralen gibt es noch keine Beschwerden über Portale, die Scheidungen elektronisch abwickeln. Dennoch gibt es dort auch kritische Stimmen: "Das Internet ist nicht zuletzt ein Marketing-Instrument, mit dem Anwälte Mandanten akquirieren", gibt Ute Bitter von der Verbraucherzentrale Hessen zu bedenken. Der Rechtsberatung seien durch das Medium Internet ohnehin klare Grenzen gesetzt. Auch die Versprechungen, durch die Online-Scheidung viel Geld zu sparen, seien unter Vorbehalt zu sehen, da sich alle Anwälte an die Gebührenordnung halten müssen. Die Kosten richten sich nach dem so genannten Streitwert, der sich wiederum aus den Einkünften der Eheleute errechnet. Viele Anwälte, die die Internetscheidung anbieten, beantragen jedoch in der Regel bei Gericht eine Herabsetzung dieses Streitwerts. Etwa zehn Prozent der Kosten lassen sich dadurch sparen, bei durchschnittlichen Verdiensten sind das durchaus um die 150 Euro.

Kirche äußert moralische Bedenken

Gegen die Online-Scheidung gibt es auch moralische Vorbehalte - vor allem von Seiten der katholischen Kirche. Die Internetseiten, auf denen solche Dienstleistungen angeboten werden, appellierten an die niedersten Instinkte trennungswilliger Paare, meint Hannspeter Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Katholische Bundeskonferenz Ehe-, Familie- und Lebensberatung. Sie verfolgten das alleinige Ziel, möglichst schnell und billig aus der Sache raus zu kommen, Die Ehe sei aber eine Lebensentscheidung, deren mögliches Ende eine weitere Lebensentscheidung sei. Discount-Angebote zum Thema Scheidung finde er unmoralisch. Einzelfälle bedürften auch einer individuellen Beratung.

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