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Dioxin-Skandal: Lieber keine Eier mehr essen?

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Dioxin-Skandal: Lieber keine Eier mehr essen?

04.01.2011, 07:49 Uhr | dpa/tze

Der aktuelle Lebensmittelskandal um Dioxin in Hühnereiern verunsichert viele Verbraucher. Mit der giftigen Substanz verseuchtes Futtermittel ist an zahlreiche Hühnerhöfe sowie Puten- und Schweinemastbetriebe geliefert worden. Dennoch muss niemand muss auf sein Frühstücksei verzichten. Ein Sprecher des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) betont: "Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht."

Auch bei fünf Eiern passiert nichts

Die derzeit ermittelten Dioxingehalte bei belasteten Eiern aus Niedersachsen liegen zwar bei einigen Proben über dem in der Europäischen Union festgelegten Höchstgehalt. "Dennoch müssen die die gemessen Werte niemanden beunruhigen. Selbst wenn Sie fünf Eier essen, erreichen Sie kein Wirkpotenzial", erläutert BfR-Sprecher Jürgen Thier-Kundke auf Nachfrage von t-online.de.

Dioxin lagert sich im Fettgewebe an

Durch Dioxin im Frühstücksei droht also keine Vergiftung. Dennoch ist Dioxin in Lebensmitteln unerwünscht. "Das Hauptproblem bei Dioxin ist, dass es sich in unserem Fett anlagert und nicht mehr weg geht". Je mehr belastete Lebensmittel man im Laufe des Lebens verzehrt, desto höher wird also die Gesamtbelastung. 90 bis 95 Prozent der Dioxins gelangt über die Nahrung in den Körper - vor allem durch den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten. "Insofern sind unnötige und vermeidbare zusätzliche Belastungen nicht hinnehmbar. Lebensmittel, die die gesetzlichen Höchstwerte überschreiten, sind nicht verkehrsfähig und dürfen nicht in den Handel gelangen", teilt das BfR mit.

Kehrseite der industrialisierten Landwirtschaft

Wie das Dioxin ins Futtermittel gelangen konnte, wird derzeit von den Ermittlungsbehörden untersucht. Fette und sonstige Futterbestandteile kommen aus unterschiedlichen Quellen und werden zu Leistungsfutter für Legehennen zusammengemischt. Angesichts der hochgradig industrialisierten Landwirtschaft sei es eine "Illusion, dass ein Huhn das Korn vom Nachbarhof pickt", verdeutlicht Thier-Kundke. Dennoch müsste gelten, dass Futtermittel so sorgfältig produziert werden wie Lebensmittel.

Wie Dioxin dem Körper schadet

Dioxine sind chemisch ähnlich aufgebaute Verbindungen, die aber unterschiedlich giftig sind. Bereits geringe Konzentrationen können gefährlich sein. Als Langzeitwirkungen wurden etwa Störungen des Immunsystems, schwere Erkrankungen der Haut, der Atemwege, der Schilddrüse und des Verdauungstraktes festgestellt. In Tierversuchen wurden krebserregende Wirkungen nachgewiesen.

Bekannt geworden als Seveso-Gift

Der bekannteste Vertreter der Gruppe der Dioxine ist das als Seveso-Gift bekanntgewordene TCDD. Im Tierversuch kann es schon in einer Konzentration von einem Millionstel Gramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich sein. Die Toxizität, also Giftigkeit, aller anderen Dioxine wird in Relation zu diesem TCDD ermittelt.

Wie das Gift entsteht

Dioxin entsteht unerwünscht etwa bei Verbrennungsprozessen mit Chlor und organischem Kohlenstoff bei bestimmten Temperaturen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes wird das Gift bei 300 Grad und mehr gebildet und bei 900 Grad und mehr zerstört. Auch bei chemischen Produktionsverfahren mit Chlor können die Stoffe entstehen, außerdem bei Waldbränden oder Vulkanausbrüchen.

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