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Lebensmittelklarheit: Neues Verbraucherportal bricht zusammen

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Neues Verbraucherportal bricht zusammen

21.07.2011, 12:48 Uhr | dpa/dapd

Lebensmittelklarheit: Neues Verbraucherportal bricht zusammen. Verbraucher: Ein neues Online-Portal soll für mehr Transparenz sorgen. (Foto: imago)

Verbraucher: Ein neues Online-Portal soll für mehr Transparenz sorgen. (Foto: imago)

Das neue Verbraucherportal im Internet, das Täuschungen bei Lebensmitteln aufdecken soll, ist am Mittwoch kurz nach dem Start wegen zu vieler Nutzer in die Knie gegangen. Die Seite www.lebensmittelklarheit.de ist derzeit nicht oder nur schwer erreichbar.

Ansturm war zu groß

"Wir haben alles an Kapazität gegeben, was wir konnten, aber der Ansturm - über den wir uns natürlich sehr freuen - war einfach zu groß", sagte Ute Bitter, Sprecherin der Verbraucherzentrale Hessen, die das Angebot betreut. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und die Verbraucherzentralen hatten das Projekt am Vormittag in Berlin offiziell gestartet - trotz Protesten aus der Wirtschaft.

Verbraucher sollen Schummel melden

Auf dem Portal www.lebensmittelklarheit.de können Verbraucher melden, wenn sie sich durch die Aufmachung eines Produkts getäuscht fühlen. Die Redaktion des Portals gibt dem betroffenen Hersteller dann Gelegenheit zur Stellungnahme. Organisiert wird die neue Internetseite von den Verbraucherzentralen. Für Ärger bei Kunden sorgt zum Beispiel, wenn Fruchtprodukte keine Früchte, sondern nur künstliche Aromen enthalten. Die Verbraucherschutzbeauftragte der Unionsfraktion, Mechthild Heil, begrüßte die neue Internetseite. Die wenigen schwarzen Schafe, die sich mit Tricks und Täuschung Vorteile verschaffen wollten, würden benannt, sagte die CDU-Politikerin.

Höhn: Verantwortung wird Verbrauchern aufgebürdet

Weniger überzeugt von der neuen Homepage ist die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Bärbel Höhn. Sie sagte dem "Hamburger Abendblatt", die Plattform sei kein Ersatz für gesetzliche Regelungen gegen irreführende Werbung und für eine transparente und leicht verständliche Etikettierung. Höhn sagte, Aigner dürfe die Verantwortung nicht allein den Konsumenten aufbürden. Bei der Kennzeichnung habe die Ministerin bisher nur wenig Rückgrat gegenüber der Lebensmittellobby gezeigt. Höhn lobte die seit Jahren von Verbraucherschützern und Ärzten geforderte sogenannte Nährwertampel. "Mithilfe der Nährwertampel könnten die Verbraucher mit einem Blick erkennen, welche Lebensmittel zucker- und fettreiche Dickmacher sind oder zu viel Salz enthalte", sagte Höhn.

Lebensmittelwirtschaft hat Angst vor "modernem Pranger"

Der Vorsitzende des Agrarausschusses, Michael Goldmann (FDP) kritisierte hingegen in der Neuen Osnabrücker Zeitung: "Frau Aigner transportiert mit dem Portal die Ängste der Verbraucher vor Lebensmitteln." Die Nennung von Produkten halte er für "höchst riskant". Er kritisierte, dass Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) die Koordinierung des Internetportals an die Verbraucherzentralen delegiert hat. Die Lebensmittelwirtschaft warnt vor der Gefahr eines "modernen Prangers". Die Verbraucherministerin dagegen sagt: "Wir fördern den Dialog. Das ist das Gegenteil von Pranger". Und weiter: "Als transparentes Informations- und Meinungsforum wird das Portal einen fairen und sachlichen Austausch zwischen Verbrauchern und Wirtschaft ermöglichen." Das Portal stehe für "umfassende Verbraucherinformation und mehr Transparenz".

Ziel ist mehr Klarheit auf Etiketten

Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Matthias Horst, begrüßte zwar die im Portal vorgesehenen Informationen und Diskussionsforen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln und vermuteten Täuschungen. Nicht tragbar seien jedoch produktbezogene Angaben, "bei denen Marke sowie Hersteller- und Händlernamen genannt werden", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Die Verbraucherorganisation Foodwatch sprach dagegen von einem guten ersten Schritt. Ziel sei, dass Klarheit und Wahrheit nicht nur für einige Produkte im Internet geschaffen würden, sondern auf allen Etiketten direkt im Supermarkt, sagte ein Sprecher.

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