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Parasiten in rohem Fleisch

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Parasiten  

Diese Parasiten können in rohem Fleisch stecken

06.02.2012, 17:49 Uhr | akl

Parasiten in rohem Fleisch. In einem blutigen Rumpsteak kann der Rinderbandwurm lauern.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In einem blutigen Rumpsteak kann der Rinderbandwurm lauern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mettbrötchen, Tartar oder Rumpsteak englisch - Spezialitäten mit rohem Fleisch sind beliebt. Zwar wird das Fleisch überprüft, bevor es in den Handel gelangt, dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass Parasiten übersehen werden. Das sollten Sie über Parasiten wissen.

Was sind Parasiten?

Parasiten sind Organismen, die sich von einem anderen Lebewesen, dem sogenannten Wirt, ernähren. Parasiten können die Organe des Wirtes schädigen, ihm wichtige Nährstoffe entziehen und Krankheiten übertragen. In der Regel tötet der Parasit seinen Wirt aber nicht, da er ihn zum Leben braucht.

Trichinellose durch Mett

Trichinellen sind kleine Fadenwürmer mit einer Größe von ungefähr einem Millimeter. Sie siedeln sich in der Darmschleimhaut des Wirtes an und sind in der Muskulatur von Säugetieren, Vögeln und Reptilien zu finden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt ausschließlich durch den Verzehr von rohem Schweinefleisch. Dazu gehören Rohwürste, Schinken oder Gehacktes. Aber auch in Wild sind die Würmer zu finden. Zu Beginn der Erkrankung kommt es häufig zu Schwäche, starkem Durstgefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, manchmal auch zu Blutungen unter den Nägeln.

Schwellungen im Gesicht durch Trichinellen

Später können Fieber, Muskelschmerzen, Atembeschwerden, Sehstörungen sowie Schwellungen im Gesicht hinzukommen. Die Larven dringen in gut durchblutete Muskeln wie Oberarm-, Kau - und Nackenmuskulatur ein, zerstören Muskelfasern und entwickeln sich dort weiter. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurden zwischen 2001 bis 2010 pro Jahr durchschnittlich sechs Fälle bekannt. Doch wie kann man sich schützen? Durch das Einfrieren des Fleisches bei minus 20 Grad oder Garen bei 65 Grad, werden die Trichinellen abgetötet.

Toxoplasmen können lange überleben

Toxoplasmose gehört weltweit zu den häufigsten Infektionen durch Parasiten. Laut BfR sind etwa ein Drittel aller Menschen mit dem Erreger in Kontakt gekommen. Toxoplasmen sind Einzeller und kommen bei Säugetieren, aber auch Vögeln vor. Der natürliche Endwirt ist die Katze, das heißt, dass Toxoplasmose auch über Katzenkot übertragen werden kann. Nach der Vermehrung im Darm werden die Parasiteneier über den Kot ausgeschieden und verbreiten sich durch Regen und Wind in der Umwelt. In feuchter Erde können sie bis zu 18 Monate überleben, so das BfR. Der Mensch infiziert sich durch rohes Fleisch von Schweinen, Schafen, Ziegen und Wild, aber auch durch ungewaschenes Obst und Gemüse.

Toxoplasmose ist gefährlich in der Schwangerschaft

Bei Gesunden verläuft eine Infektion meist ohne Symptome, nur manchmal haben die betroffenen leichtes Fieber. Gefährlich wird Toxoplasmose für Schwangere, da die Entwicklung des Ungeborenen gestört wird. Es können geistige und körperliche Behinderung bis hin zu einer Fehlgeburt auftreten. Daher sollten Schwangere kein rohes Fleisch essen, keine Katzenklos reinigen und auch keine Gartenarbeit verrichten. Jährlich werden etwa 20 Infektionen bei Schwangeren gemeldet, die Dunkelziffer sei hoch, so das BfR.

Sarkosporidien in rohem Rindfleisch

Sarkosporidien sind mikroskopisch kleine Einzeller und können durch den Verzehr von rohem Rind- und Schweinefleisch, aber auch durch Rohwurst wie luftgetrocknete Salami, Schinken, Mettwurst, Teewurst und Cervelatwurst auf Menschen übertragen werden. Das BfR rät, Fleischprodukte durchzugaren oder mindestens drei Tage bei minus 20 Grad einzufrieren. Erkrankungsfälle sind selten, auch eine Meldepflicht besteht nicht. Schwache Infektionen verlaufen ohne Symptome. Nach dem Verzehr von stark infiziertem Fleisch kann es sechs bis zwölf Stunden später zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Kreislaufbeschwerden und Durchfall kommen, so das BfR. Die Beschwerden können ein bis zwei Tage anhalten. Die Parasiten werden über den Stuhl ausgeschieden.

Rinderbandwürmer können bis zu zehn Meter lang werden

Der Rinderbandwurm ist der bei uns am häufigsten vorkommende Bandwurm. Man geht von etwa 40 bis 60 Millionen Bandwurmträgern weltweit aus. In Deutschland sind schätzungsweise 1,2 Prozent der Bevölkerung betroffen. Der Rinderbandwurm kann bis zu zehn Meter lang werden. Mit seinen vier Saugnäpfen am Kopf heftet er sich an den Darm seines Wirtes. Der Rinderbandwurm setzt sich aus einzelnen Gliedern zusammen. Die abgestoßenen, reifen Glieder - um die 400 im Monat - werden über den Darm des Menschen ausgeschieden. Jedes Glied beinhaltet um die 100.000 Eier, so das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV). Der Mensch kann sich durch den Verzehr von rohem Fleisch wie Tartar oder ungarem Rindfleisch wie Rumpsteak englisch infizieren.

Beim Rinderbandwurm oft keine Symptome erkennbar

Das Tückische ist, dass der Betroffenen häufig keine Symptome zeigt. Es können Einzelsymptome wie Juckreiz in der Analgegend, ein "Wühlen im Leib" in der Nabelgegend, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gewichtsverlust gehören ebenfalls dazu. Der wichtigste Hinweis auf Rinderbandwurm sind die beweglichen Glieder im Stuhl. Sie haben eine Größe von zwölf bis 20 Millimeter Länge und vier bis sieben Millimeter Breite, so das BgVV. Dann sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, der meist den Wirkstoff Niclosamid verschreibt. Neben dem Rinderbandwurm gibt es auch den Schweinebandwurm. Er ist in Europa allerdings recht selten - Verlauf und Therapie sind ähnlich.

So tötet man die Parasiten ab

Auch wenn der Befall von Parasiten recht selten ist, kommt er dennoch vor. Verbraucher sollten ein paar einfache Regeln beachten, um sich zu schützen. Generell ist man auf der sicheren Seite, wenn man das Fleisch mehrere Minuten auf über 70 Grad durchgart. Erhitzen in der Mikrowelle sei aber nicht geeignet, so das BfR.

Um Toxoplasmen abzutöten, sollte das Fleisch mindestens acht Stunden bei minus 20 Grad durchgefroren werden. Da auch gefrierresistente Stämme vorkommen, sollten Schwangere kein rohes Fleisch essen. Auch beim Rinderbandwurm sollte das Fleisch bei minus 20 Grad eingefroren werden, empfiehlt das BgVV. Laut BfR hat sich bei Trichinellen das Einfrieren des Fleisches ebenfalls bewährt. Bei Sarkosporidien rät das BfR, das Fleisch mindesten drei Tage bei minus 20 Grad einzufrieren.

Wer also sicher gehen möchte, sollte Fleisch immer mehrere Tage bei minus 20 Grad einfrieren und erst dann verzehren.

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