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Pestizide in Obst und Gemüse

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Pestizide  

Wo Pestizide drin stecken

26.03.2012, 19:38 Uhr | akl/bri/dpa

Pestizide in Obst und Gemüse. Greenpeace-Ratgeber: Welche Obst- und Gemüsesorten mit Pestiziden belastet sind.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Greenpeace-Ratgeber: Welche Obst- und Gemüsesorten mit Pestiziden belastet sind. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Umweltorganisation Greenpeace warnt vor Pestiziden in Obst und Gemüse. Zudem hat Greenpeace einen Einkaufsratgeber veröffentlicht, in dem 76 Obst- und Gemüsesorten bewertet werden. Ein Ampelsystem soll dem Verbraucher bei der Orientierung helfen. Wir zeigen ihnen die von Greenpeace als bedenklich eingestuften Sorten und das empfehlenswerte Obst und Gemüse.

Jährlich 30.000 Tonnen Pestizide eingesetzt

Im Auftrag von Greenpeace bewerteten Experten 22.000 Proben der deutschen Lebensmittelüberwachung aus den Jahren 2009 und 2010 neu. Hinzu kamen Daten aus Pestizid-Tests von Greenpeace. Das Ergebnis: In 80 Prozent des konventionell erzeugten Obstes und in mehr als 55 Prozent der Gemüseproben waren Pestizide enthalten. Der in der EU gültige Pestizid-Höchstgehalt wurde beim Obst in 3,1 Prozent der Fälle überschritten, beim Gemüse waren es 4,8 Prozent, wie Greenpeace mitteilte.

Pestizid-Ampel soll beim Einkauf helfen

Die Organisation veröffentlichte den Ratgeber "Essen ohne Pestizide", in dem 76 Obst- und Gemüsesorten mit einem Ampelsystem bewertet werden. Insgesamt wurden 351 Wirkstoffe in den mehr als 22 000 Proben aus deutschen Supermärkten und von Lebensmittelhändlern gefunden. Die Ware kam aus 80 verschiedenen Ländern, der größte Teil aber stammte aus deutscher Produktion.

Tafeltrauben und Paprika stark belastet

Nach Angaben von Greenpeace können Pestizide den Hormonhaushalt und das Immunsystem beeinträchtigen, Krebs auslösen oder das Nervensystem schädigen. Tafeltrauben, Paprika, Birnen, Zucchini und Grapefruit aus der Türkei überschritten die Grenzwerte den Angaben zufolge besonders häufig. Problematisch waren zudem "Exoten" wie Okra und Chilischoten aus Indien und Thailand. Beim Kopfsalat fanden sich laut Greenpeace in Proben aus Belgien, Holland und Italien hohe Giftgehalte. "Wer Pestizide im Essen vermeiden will, sollte Bio-Ware wählen oder auf das Herkunftsland von Obst und Gemüse achten", sagte Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen.

Chemie-Cocktail in Trauben

Viele Obst- und Gemüsesorten kamen nach Mitteilung von Greenpeace mit einem ganzen Cocktail verschiedener Chemikalien ins Labor. Spitzenreiter sei eine Probe türkischer Tafeltrauben mit 24 Pestiziden gewesen. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass sich auch bei geringer Konzentration die Wirkung mehrerer Chemikalien verstärken könne. Dennoch würden in der EU bisher Pestizide nur einzeln betrachtet, kritisierte Greenpeace. Die Verbraucher in Deutschland müssten besser vor Pestizid-Cocktails geschützt werden.

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