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Etikettenschwindel bei Lebensmitteln: So tricksen die Hersteller

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Lebensmittel  

So tricksen die Hersteller bei der Verpackung

19.07.2013, 10:45 Uhr | stw, dpa, dpa-AFX

Etikettenschwindel bei Lebensmitteln: So tricksen die Hersteller. Lebensmittel: Wo ist der Feta? Sortenbezeichnung und Abbildung werben für Feta, der jedoch nur zwei Prozent der Käsezubereitung ausmacht. (Quelle: www.lebensmittelklarheit.de)

Wo ist der Feta? Sortenbezeichnung und Abbildung werben für Feta, der jedoch nur zwei Prozent der Käsezubereitung ausmacht. (Quelle: www.lebensmittelklarheit.de)

Frischkäse mit nur sieben Krümeln Feta, Milchpulver statt frischer Vollmilch, ungesüßter Cappuccino, der 40 Gramm Zucker enthält: Lebensmittel enthalten oft nicht das, was die Packung verspricht. Für einen besseren Schutz vor Etikettenschwindel auf Lebensmittel- Verpackungen dringen die Verbraucherzentralen auf schärfere Regeln. Das Portal "Lebensmittelklarheit" der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) setzt sich daher seit zwei Jahren für einen besseren Schutz vor Etikettenschwindel ein. Wir stellen einige der irreführenden Produktangaben vor.

Verbraucherzentrale: Kunden werden in die Irre geführt

Ein Beispiel für eine solche Täuschung ist der Frischkäse "Philadelphia Balance Feta & Gurke" von Kraft. Der Lebensmittelkonzern wirbt für den Frischkäse auf der Verpackung mit knackfrischen Gurken und zahlreichen Fetawürfeln. Viele Kunden glauben, was die Verpackung verspricht und erwarten auch, dass dieses Produkt eine wesentliche Menge an Feta und Gurke enthält. In Wirklichkeit beträgt der Anteil von Feta aber gerade einmal zwei Prozent. Das erkennt der Verbraucher jedoch erst, wenn er einen Blick auf die Zutatenliste wirft.

Verbraucherschützer fordern eindeutige Kennzeichnung

Die Verbraucherschützer von lebensmittelklarheit.de fordern daher, dass bereits auf der Vorderseite deutlich werden muss, dass nur zwei Prozent Feta enthalten sind, um falschen Erwartungen entgegenzuwirken. In der Stellungnahme vom Hersteller Kraft Foods Deutschland heißt es dazu: "Es sind sieben Krümel Feta auf der Verpackung abgebildet. Im Verhältnis zu den Gurkenscheiben sind sie sehr klein". Im Regalkarton sind die Feta Stückchen kaum sichtbar."

Ungesüßter Cappuccino enthält Zucker

Auch für den "Rewe Cappuccino ungesüßt" hagelt es Beschwerden von Verbrauchern. Ganz groß steht auf der Verpackung das Adjektiv "ungesüßt". Wo ungesüßt draufsteht, ist aber jede Menge Zucker drin. Ganze 40 Gramm enthält das Cappuccino-Pulver an Zucker. Damit haben aber viele Verbraucher nicht gerechnet.

Lebensmittelklarheit weist darauf hin, dass die Bezeichnung "ungesüßt" nicht bedeutet, dass das Produkt wenig Zucker oder keinen Zucker enthält. Die Kennzeichnung "ungesüßt" bezieht sich nur auf zugesetzte Süßungsmittel. Nach Auffassung der Verbraucherschützer sollte in solchen Fällen ein Hinweis auf der Verpackung stehen.

Milchpulver statt frischer Vollmilch

Auch das beliebte "Kinder Country" steht in der Kritik. Ferrero preist dieses Produkt mit einer reichhaltigen Milchfüllung an. Das entspricht jedoch nicht ganz der Wahrheit. Enthalten ist lediglich Milchpulver - und ganz sicher keine Milch.

Mehr als 7.300 Beschwerden

"Wir brauchen mehr Klartext", sagt der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen. Viele Kunden fühlen sich nach wie vor durch Begriffe und Bilder auf Produkten oder in der Werbung getäuscht. Beim Portal "Lebensmittelklarheit", sind nach zwei Jahren mittlerweile mehr als 7.300 Verbraucher-Beschwerden eingegangen, vor allem wegen Zutaten. Nach vzbv- Angaben wurden dort 360 Produkte nach Prüfung und mit Stellungnahme der Hersteller veröffentlicht. Jeder dritte Anbieter hat daraufhin die Aufmachung eines kritisierten Produkts geändert. 

Bestimmungen müssen angepasst werden

Manchmal sorgt bei Kunden auch für Unmut, was rechtlich völlig korrekt ist. So darf die Bezeichnung "Kalbswiener" schon aufs Etikett, wenn mindestens 15 Prozent Kalbfleisch im Fleischanteil enthalten ist. Solche Bestimmungen müssen veränderten Erwartungen der Kunden angepasst werden, fordern die Verbraucherschützer. Gleich auf die Vorderseite einer Packung und nicht nur ins Kleingedruckte gehört zudem die sachliche "Verkehrsbezeichnung" von Produkten. "Es ist ärgerlich, wenn Unternehmen damit werben, was nicht enthalten ist", erklärt Billen. Das gilt vor allem, wenn es etwa heißt "ohne Geschmacksverstärker", andere Zutaten aber dieselbe Wirkung haben. 

Verbindliche Angaben werden gefordert

Auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ist der Meinung, dass Kunden einen Anspruch auf klare und wahre Kennzeichnung haben und dies auch erwarten. "Täuschung und Irreführung sind verboten. Wer das als Hersteller ignoriert, muss auch in Kauf nehmen, dass er bei den Kunden nicht so gut dasteht", sagt Aigner.

Billen begrüßt solche Reaktionen, fordert aber von der künftigen Bundesregierung: "Wir brauchen verbindliche Vorgaben für alle." Eine verständliche Beschreibung des Produkts gehört auf die Vorderseite von Packungen. Abbildungen müssen der Wirklichkeit entsprechen. Auf Aromen muss ebenfalls vorn auf der Packung hingewiesen werden. Um die regionale Herkunft von Produkten anzugeben, sind verschleiernde Aussagen wie "hergestellt für..." nicht aussagekräftig. 

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