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Die größten Giftfallen im Alltag

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Verbraucherschutz  

Das sind die größten Giftfallen im Alltag

01.08.2013, 16:34 Uhr | hut

Die größten Giftfallen im Alltag. Aggressive Putzmittel können die Atemwege schädigen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aggressive Putzmittel können die Atemwege schädigen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Übermäßiger Alkoholkonsum schadet der Leber. Das ist bekannt. Dass aber auch importierte Früchte und der neue Bodenbelag dem Organ zusetzen können, weiß kaum jemand. Über 80.000 Chemikalien sind wir im täglichen Leben ausgesetzt. Nicht all diese Stoffe sind gesundheitsschädlich. Einige können jedoch Allergien, Hormonstörungen und sogar Krebs hervorrufen. Wir klären auf, wo die größten Giftfallen im Alltag lauern und wie Sie diese umgehen können.

Lacke können Atemwege reizen

Möbel lasieren, Wände neu streichen und den alten Holzlack auffrischen: Im Haushalt gibt es für handwerklich Begabte immer etwas zu tun. Doch der Umgang mit Lacken und Farben ist nicht ungefährlich. Der Chemiecocktail aus Lösungsmitteln, Weichmachern und Konservierungsstoffen wirkt ätzend und kann die Atemwege angreifen und sogar Krebs auslösen.

Derart gefährliche Produkte, zu denen auch aggressive Putzmittel gehören, sind mit einem Totenkopfsymbol als giftig oder einem "X" als gesundheitsschädlich gekennzeichnet. Wer häufig mit ihnen hantiert, sollte Handschuhe tragen und die Wohnung gut lüften. Bei großen Lackierarbeiten sollte man besser im Freien arbeiten. Außerdem sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass Lacke und Farben lösemittelfrei sind. Sie sind deutlich weniger schädlich. Bei Putzmitteln empfiehlt es sich, auf weitgehend natürliche Mittel wie Essigreiniger zurückzugreifen.

Importiertes Obst ist oft pestizidbelastet

Doch nicht nur in gekennzeichneten Produkten stecken gefährliche Stoffe. Auch in scheinbar harmlosen Gebrauchsgegenständen und Nahrungsmitteln können Substanzen stecken, die unsere Gesundheit gefährden. Selbst das so gesunde Obst und Gemüse kann zum Krankmacher werden, wenn es mit Pestiziden belastet ist. Vor allem importiertes Obst und Gemüse wie Paprika, Feigen und Erdbeeren weist häufig hohe Giftmengen auf, erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Inwiefern die Chemikalien der Gesundheit schaden, hängt vor allem von der Pestiziddosis und der Menge der verzehrten Nahrungsmittel ab. Fest steht den Experten zufolge aber: Etwa vier Prozent der in der EU zugelassenen Pestizide gelten als krebserregend. Desweiteren stehen einige Pestizide im Verdacht, die Nerven zu schädigen, die Leber anzugreifen und den Hormonhaushalt zu beeinflussen.

Obst und Gemüse aus Deutschland ist in der Regel weniger belastet. Greifen Sie deshalb auf heimische, saisonale Ware zurück. Auch Produkte mit dem Bio-Siegel enthalten deutlich weniger Schadstoffe. Waschen Sie das Obst vor dem Verzehr außerdem immer gründlich. Vor allem bei importierten Früchten wie Bananen und Mangos sollten Sie sich nach dem Schälen die Hände waschen, damit die Rückstände nicht auf das Fruchtfleisch übertragen werden, rät die Verbraucherzentrale. Bei Salat sollten Sie immer die äußeren Blätter entfernen. Die inneren sind weniger belastet.

Lippenstifte können die Fruchtbarkeit beeinflussen

Cremiger, knalliger, länger haftend: Um aus Lippenstiften eine Makeup-Wunderwaffe zu machen, setzen die Hersteller eine Vielzahl unterschiedlicher Chemikalien ein. Diese sorgen aber nicht nur für einen schönen Farbton auf den Lippen, sondern können auch Fruchtbarkeitsstörungen und Brustkrebs auslösen. Grund dafür sind hormonell wirksame Substanzen in den Kosmetika. Fast jedes dritte Kosmetikprodukt weist solche Stoffe auf, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt. Nicht nur Lippenstifte sind betroffen, sondern auch Shampoos, Gesichtscremes und Sonnenmilch.

Vor allem teure Markenprodukte seien stark belastet, erklären die Experten vom BUND. Eigenmarken von Drogerieketten wie dm schnitten im Test deutlich besser ab. Wer ganz sicher gehen will, dass seine Kosmetikprodukte frei von hormonellen Schadstoffen sind, sollte auf Naturkosmetik zurückgreifen. Diese ist dem BUND zufolge in der Regel unbelastet.

Billiger Boden kann giftige Ausgasungen verströmen

PVC-Böden sind preiswert und pflegeleicht. Doch der billige Bodenbelag hat eindeutige Nachteile: Er setzt jede Menge sogenannter Phtalate frei. Die Weichmacher werden in die Luft abgegeben und wirken auf das Hormonsystem. Die Folgen können eine reduzierte Fortpflanzungsfähigkeit bei Männern und Schilddrüsenerkrankungen sein, warnt das Umweltbundesamt. Zudem können sich die Weichmacher in Leber, Niere und Fettgewebe anreichern. Häuslebauer sollten daher besser Laminat, versiegeltes Parkett oder Dielenboden einsetzen.

Auch Tapeten können wahre Luftverpester sein. So steckt etwa in der trendigen Vliestapete Vinylchlorid, das als krebserregend gilt. Auch flüssiger Raufaseranstrich enthält gesundheitlich bedenkliche Stoffe. Raufasertapete besteht hingegen meist nur aus Papier und Holzspänen. Auch Kalkputz ist schadstofffrei und verbreitet ein gutes Raumklima.

Konserven können unfruchtbar machen

Um Kunststoffe transparent, leicht und lange haltbar zu machen, setzt die Industrie vor allem auf einen Stoff: Bisphenol A. Aufgrund ihrer einzigartigen Werkstoffeigenschaften steckt die Chemikalie in zahlreichen Produkten, darunter in PET-Flaschen, Konservendosen und Plastikfolien. Doch so vorteilhaft die Eigenschaften des Stoffes für die Hersteller sind, so schädlich sind sie für den Verbraucher. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass Bisphenol A unfruchtbar macht und das Brustkrebsrisiko erhöht. Zudem mehren sich die Befunde, dass der Stoff auch den Fettstoffwechsel beeinflusst und Übergewicht begünstigt.

Der beste Schutz vor Bisphenol A ist, weitgehend auf Nahrung aus Konserven und Plastikverpackungen zu verzichten. Mineralwasser sollte man besser in Glasflaschen kaufen und auch Limonade lieber aus Flaschen anstelle von Dosen trinken. Bei Obst sollten Sie eher zu losen Produkten als zu abgepackter Ware greifen. Frisch und selbst zu kochen, ist die beste Wahl, betont der BUND. Doch wer auf Fertigkost nicht verzichten will, sollte lieber zum Tiefkühlauflauf in der Pappverpackung greifen als zu Dosenravioli.

Chemie im Alltag ist nicht vollkommen vermeidbar

Ein gewisser Kontakt mit Chemikalien lässt sich im Alltag kaum vermeiden - doch man kann ihn reduzieren. Festzuhalten bleibt aber auch: Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf die gefährlichen Stoffe. Bei der Frage, ob sich eine Allergie oder sogar Krebsgeschwüre entwickeln, spielt vor allem die Entgiftungsfähigkeit des Körpers eine Rolle. Sie kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein und hängt nicht zuletzt auch von der Fitness des Immunsystems ab. Generell gilt jedoch: Je länger und häufiger man den Chemikalien ausgesetzt ist, desto stärker ist die Wirkung der Schadstoffe auf den Körper.

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