Legionellen
Legionellen bei Warsteiner gefunden13.09.2013, 11:45 Uhr | AFP, dpa
Auch im Abwasser der Warsteiner-Brauerei wurden nun Legionellen gefunden. (Quelle: Tillmann Pressephotos/imago)
Nach dem Fund von Legionellen in der Warsteiner Brauerei ist der Kampf gegen die gefährlichen Erreger noch einmal verschärft worden. Bis Freitag sind die Legionellen-Werte in der Kläranlage der Warsteiner Brauerei amtlichen Messungen zufolge weiter gestiegen.
Unklar ist bisher, wie die Bakterien in das Abwasser der Großbrauerei gekommen sind. Fest steht nur, dass das Bier nicht betroffen ist. Geprüft wird vor allem, wo die Legionellen-Welle in der sauerländischen Stadt Warstein ihren eigentlichen Ausgang genommen hat. In Warstein sind in den vergangenen Wochen 165 Menschen mit einer Legionellen-Infektion behandelt worden. Es gab zwei Tote. In einem weiteren Todesfall besteht der Verdacht, dass eine Legionellose die Ursache ist. Der Krisenstab hat nun die Reisewarnung für Warstein verlängert.
Bei zwei Messungen im Abwassersystem der Brauerei sei eine starke Belastung festgestellt worden, sagte ein Ministeriumssprecher. Bei einer weiteren Messung sei der Abwasserzulauf aus der Brauerei zur Kläranlage Warstein belastet gewesen. "Die Ursachenforschung geht weiter", sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums am Donnerstag in Düsseldorf. "Die Abwasseranlage der Warsteiner-Brauerei ist für uns derzeit nicht die ursächliche Quelle."
Als möglicher Ausgangspunkt der Legionellen-Infektion in Warstein gilt bislang die kommunale Kläranlage, in der hohe Konzentrationen der Krankheitserreger festgestellt worden waren. Von der Kläranlage könnten die Legionellen über den Bach Wäster in die Kühlanlage einer Firma gelangt und von dort großräumig in der Luft verteilt worden sein. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch das Abwasser der Brauerei auf diesem Wege belastet wurde, sagte der Ministeriumssprecher.
Das Bier ist nach Angaben der Brauerei jedoch nicht betroffen. "Unsere Produkte sind sicher", betonte eine Brauereisprecherin. Es werde in einem Reinraum hergestellt und während der Produktion auf fast 100 Grad erhitzt. Die Bakterien sterben bei über 60 Grad ab. "Die Warsteiner Brauerei ist für uns derzeit nicht die ursächliche Quelle", sagte am Donnerstag auch Frank Seidlitz, Sprecher des Landesumweltministeriums. Das Ministerium erwarte, dass die erteilten Auflagen in den kommenden Tagen umgesetzt werden, sagte Seidlitz. Dazu gehören etwa eine Desinfektion mit UV-Bestrahlung sowie die Abdeckung der Klärbecken. Im gesamten Abwasser aus dem Produktionsprozess sind keine Legionellen gefunden worden, sagte ein Kreissprecher in Soest am Freitag.
Am Montag will der Krisenstab des Kreises entscheiden, ob die Vorkläranlage außer Betrieb geht und das Brauerei-Abwasser direkt zur städtischen Kläranlage geleitet wird. Außerdem soll die Vorkläranlage in den kommenden Tagen ein Dach und eine UV-Bestrahlung erhalten. Über die Kläranlagen und die Kühlanlage eines Betriebs waren Legionellen in die Luft der sauerländischen Stadt geraten. Wegen der Keime erkrankten 165 Menschen, zwei starben. Inzwischen geraten keine Legionellen mehr über diesen Weg in die Umwelt.
Zuvor standen nach der Welle von Legionelleninfektionen die Zeichen auf Entwarnung. Neuerkrankungen gab es laut dem Kreis Soest in den vergangenen Tagen nicht mehr. Nach bisherigen Erkenntnissen waren die Legionellen vermutlich über den Fluss Wester in die Kühlanlage einer Firma gelangt und von dort in die Umgebungsluft.
Wegen der noch nicht abgeschlossenen Schutzmaßnahmen in Warnstein hat der Krisenstab die Reisewarnung für die Stadt bis kommenden Montag verlängert. Es wird weiter empfohlen, auf vermeidbare Reisen nach Warstein zu verzichten. Unter anderem muss ein Klärbecken des Ruhrverbandes noch komplett abgedeckt werden. Außerdem müsse die Brauerei noch sicherstellen, dass kein mit Legionellen belastetes Wasser aus der Brauerei-Vorklärung mehr zur kommunalen Kläranlage fließt. Dort waren zuletzt besonders hohe Legionellenwerte gemessen worden. Am Montag will der Krisenstab erneut beraten.
Die Ergebnisse der beiden Messungen mit der starken Belastung wurden den Behörden am Dienstag bekanntgemacht, berichtet das Ministerium. Sie seien der Anlass für eine "Dienstbesprechung" im Ministerium gewesen, an der neben zahlreichen Behörden auch Prof. Martin Exner vom Hygiene-Institut der Uniklinik Bonn, das Umweltbundesamt sowie Vertreter der Brauerei teilnahmen.
Die Warsteiner Brauerei Haus Cramer KG hatte zuvor schriftlich mitgeteilt, dass die Erreger am Ausgangsbereich eines Abwasser-Vorbehandlungsbeckens gefunden wurden. Es seien Schutzmaßnahmen eingeleitet worden. Man wolle alles Mögliche unternehmen, um Risiken für die Gesundheit der Mitarbeiter und der Bürger Warsteins auszuschließen, hieß es.
13.09.2013, 11:45 Uhr | AFP, dpa
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